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Global Peace Photo Award 2026: Silvia Alessi gewinnt mit „The Cut“

Die italienische Fotografin zeigt afghanische Frauen im pakistanischen Exil, die Föhne in die Luft recken. Die Jury des Global Peace Photo Award 2026 wählte ihr Bild aus 27.846 Einreichungen aus 144 Ländern.

Am 24. September 2026 hat der Global Peace Photo Award im Wappensaal des Wiener Rathauses zum 14. Mal die Alfred-Fried-Friedensmedaillen vergeben. Den mit 6.000 Euro dotierten Hauptpreis „Peace Image of the Year 2026“ erhielt Silvia Alessi aus Italien für ihr Foto „The Cut“. Die Arbeit gewann außerdem die Kategorie „Bestes Einzelbild“, die die Photographische Gesellschaft (PHG) mit weiteren 1.000 Euro ausstattet.

Auf dem Bild stehen Frauen, die aus Afghanistan nach Pakistan geflohen sind. Jede hält einen Föhn nach oben. Seit August 2021 haben die Taliban in Afghanistan unter anderem Schönheitssalons verboten und damit einen der letzten Berufe, in denen Frauen noch arbeiten konnten.

In Pakistan lernen junge Geflüchtete das Handwerk jetzt in Klassenräumen mit Spiegeln und Übungsköpfen. Jurymitglied Peter-Matthias Gaede nannte in seiner Laudatio jeden Föhn „eine Waffe im Kampf um Selbstbestimmung, Identität und Sichtbarkeit“. Alessi sagt, Frieden sei für die fotografierten Frauen „alles andere als abstrakt“: Sie hielten ein Werkzeug der Selbstermächtigung in den Händen.

„The Children’s Peace Image of the Year 2026“ ging an die elfjährige Sesilia Shainidze aus Batumi in Georgien. Ihr Bild „My Family“ zeigt eine Szene, die sie selbst im Haus ihrer Großmutter arrangiert hat, mit Onkel, Tante, Cousinen und Hund. Der Preis ist mit 1.000 Euro dotiert.

Für Bildserien vergab die Jury drei weitere Medaillen mit jeweils 1.000 Euro:

  • Antonio Denti (Italien) für „Il Mare in Mezzo (The Sea In Between)“ über eine Initiative bei Rom, in der Migrantinnen aus Afrika und ihre Kinder die Angst vor dem Wasser verlieren sollen.
  • Aleksandra Kossowska (Polen) für „The World by Touch“. Sie hat Schwarz-Weiß-Porträts blinder Kinder in Äthiopien mit Lichtpunkten ergänzt und die Abzüge von Hand perforiert, damit die Kinder sie ertasten können.
  • Mahmoud Abu Hamda (Palästina) für „Wings of Childhood and Peace“, eine Serie über Kinder in Gaza, die im Krieg weiterspielen und lachen.

Die Keynote hielt Schauspieler und Regisseur Cornelius Obonya, Ehrenbeauftragter von UNICEF Österreich. Lois und Silvia Lammerhuber (Edition Lammerhuber) haben den Award gegründet und organisieren ihn. Getragen wird er unter anderem von der PHG, der UNESCO, dem Österreichischen Parlament, World Press Photo, der DGPh und UNICEF Österreich. Hauptsponsor ist die Vienna Insurance Group. Benannt ist der Preis nach dem Wiener Pazifisten Alfred Hermann Fried, der 1911 den Friedensnobelpreis bekam.

Christoph Künne

Christoph Künne, von Haus aus Kulturwissenschaftler, forscht seit 1991 unabhängig zur Theorie und Praxis der Post-Photography. Er gründete 2002 das Kreativ-Magazin DOCMA zusammen mit Doc Baumann und hat neben unzähligen Artikeln in europäischen Fachmagazinen rund um die Themen Bildbearbeitung, Fotografie und Generative KI über 20 Bücher veröffentlicht.

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