Software

Neurapix Flow bearbeitet Fotos bereits während der Aufnahme

Mit „Flow“ erweitert Neurapix seine KI-gestützte Bildbearbeitung um einen automatisierten Import in Adobe Lightroom Classic. Fotos gelangen wahlweise drahtlos direkt von der Kamera oder über eine Speicherkarte in das Programm. Anschließend übernimmt die künstliche Intelligenz (KI) die Bearbeitung im individuellen Stil des Fotografen. Im Idealfall stehen die fertigen Bilder bereits wenige Sekunden nach der Aufnahme zur Auswahl bereit.

Der Göttinger Softwareanbieter unterscheidet zwischen zwei Varianten: „Flow Live“ und „Flow Card“. Beide sollen den Weg von der Kamera bis zum bearbeiteten Foto verkürzen. Während Flow Live die Bilder unmittelbar nach dem Auslösen überträgt, automatisiert Flow Card den Import von Speicherkarten.

Automatische Übertragung per WLAN

Bei Flow Live verbindet der Fotograf seine Kamera einmalig mit dem Dienst. Anschließend überträgt sie jedes aufgenommene Bild automatisch über eine drahtlose Netzwerkverbindung (WLAN). Voraussetzung ist eine Kamera, die Dateiübertragungen über das FTP-Protokoll („File Transfer Protocol“) unterstützt, oder die Nutzung einer unterstützten Hersteller-Cloud.

Nach dem Hochladen bearbeitet Neurapix die Bilder mithilfe eines zuvor eingerichteten „SmartPresets“. Darin hat die KI den persönlichen Bearbeitungsstil des Fotografen gelernt. Die Software passt beispielsweise Belichtung, Farben und Bildausschnitt entsprechend an. Laut Neurapix stehen die Ergebnisse wenige Sekunden später in Lightroom Classic bereit.

Das kann etwa bei Sportveranstaltungen hilfreich sein: Während der Fotograf am Spielfeldrand weitere Szenen aufnimmt, landen die bereits fotografierten und bearbeiteten Bilder auf dem Computer. Eine Redaktion kann dadurch früher eine erste Auswahl erhalten. Auch Hochzeitsfotografen können noch während der Feier bearbeitete Aufnahmen an das Brautpaar übergeben.

Import über Speicherkarte

Die zweite Variante, Flow Card, richtet sich an Fotografen, die ihre Aufnahmen auf SD-Speicherkarten sichern und anschließend am Computer einlesen. Sobald sie eine Karte einstecken, beginnt der automatische Import in Lightroom Classic. Danach bearbeitet Neurapix die Bilder und bereitet sie für die Bildauswahl mit „Neurapix Culling“ vor.

Diese Variante soll sich insbesondere für große Bildmengen oder Situationen eignen, in denen keine direkte Funkübertragung möglich oder erwünscht ist. Beispielsweise kann ein Fotograf während einer Veranstaltung die volle Speicherkarte wechseln und die Aufnahmen bereits am Computer verarbeiten lassen, während er mit einer zweiten Karte weiterfotografiert.

Bearbeitung bleibt veränderbar

Neurapix verändert die ursprünglichen Bilddaten nicht dauerhaft. Stattdessen passt die KI die Entwicklungsregler und den Bildausschnitt in Lightroom Classic an. Fotografen können sämtliche Einstellungen anschließend selbst korrigieren oder ergänzen. Auch eine erneute Bearbeitung einzelner Aufnahmen bleibt möglich.

Flow erweitert damit den bisherigen Funktionsumfang von Neurapix. Während der Dienst bislang vor allem die eigentliche Bildbearbeitung automatisierte, übernimmt er nun auch Schritte beim Import und bei der Vorbereitung der Bildauswahl. Wie schnell die Ergebnisse tatsächlich vorliegen, hängt unter anderem von der Bildübertragung und der verfügbaren Internetverbindung ab.

Verfügbarkeit und Kosten

Neurapix Flow steht nach einer Aktualisierung beziehungsweise Neuinstallation des Lightroom-Classic-Plugins zur Verfügung. Der neue Funktionsumfang ist zunächst ohne Aufpreis nutzbar. Im Tarif „Neurapix Unlimited“ fallen keine zusätzlichen Kosten für Flow an. Beim nutzungsabhängigen Abrechnungsmodell „Pay per Picture“ berechnet Neurapix wie bisher vier bis maximal fünf Cent pro bearbeitetem Bild.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Anbieters.

Johannes Wilwerding

Johannes Wilwerding hat bereits Mitte der Achziger Jahre und damit vor dem Siegeszug von Photoshop & Co. Erfahrungen in der Digitalisierung von Fotos und in der elektronischen Bildverarbeitung gesammelt. Seit 2001 ist er freiberuflicher Mediengestalter und seit 2005 tätig für das DOCMA-Magazin.

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