Viltrox Air Serie: 159 Gramm, 189 Euro: Die Ausrede fürs Kit-Zoom wird dünn

Die Fullframe-Air-Serie von Viltrox gibt es jetzt auch für L-Mount. Vier leichte Festbrennweiten passen damit an Sony E, Nikon Z und das L-Bajonett.
Das AF 20mm f/2.8 von Viltrox wiegt ungefähr so viel wie ein Apfel. Im Fotorucksack fällt das Objektiv weniger auf als der Proviant. Es kostet 189 Euro und ist mit 159 Gramm das leichteste von vier Festbrennweiten, die der Hersteller jetzt auch für das L-Bajonett anbietet.
Zur Air-Serie gehören außerdem das AF 14mm f/4 (172 Gramm, 229 Euro), das AF 40mm f/2.5 (169 Gramm, 189 Euro) und das AF 50mm f/2 (205 Gramm, 229 Euro). Für Sony E und Nikon Z gab es alle vier schon, nun kommen die Besitzer von Panasonic-, Leica- und Sigma-Kameras hinzu. Der Autofokus arbeitet mit einem STM-Schrittmotor, der leise laufen soll und sich auch für Video eignet. Beim deutschen Vertrieb Rollei sind das 14er, das 20er und das 50er lieferbar. Das 40er fehlt dort noch, ausgerechnet jene Brennweite, mit der die Rollei 35 1966 vom üblichen 50er abwich.
Vom Kit-Zoom zur Festbrennweite
Die Serie zielt an allen drei Bajonetten auf dieselbe Gewohnheit: das Kit-Zoom. Vor dem Kit-Zoom gehörte in analogen Zeiten häufig ein 50er zur Grundausstattung einer Spiegelreflex, und wer damit fotografierte, lernte nebenbei, mit den Füßen zu zoomen. Das Kit-Zoom hat diese Schule abgeschafft, die Festbrennweite gilt seither eher als Aufstieg für Fortgeschrittene denn als Einstieg. Bei 189 bis 229 Euro wird der erste Versuch wieder zum Spontankauf: Wer wissen will, ob ihm 20 Millimeter liegen oder eher 40, riskiert einen Betrag, den man einem Fehlkauf verzeihen kann. Wer sagt eigentlich, dass ein Objektiv alles können muss?
Abstriche gibt es auch. Das 14er ist mit f/4 nicht lichtstark, und die Kamera übernimmt bei den Air-Objektiven die Objektivkorrekturen, was schlanke Bauweise und niedrigen Preis begünstigen dürfte. Beim Gegenlicht gehen die Meinungen auseinander. Wenn es bisher am Preis lag, dass es beim Kit-Zoom blieb, braucht es jetzt eine neue Ausrede.


