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Canon Dual Pixel 3D: Kostenlose Software verwandelt Fotos in 3D-Modelle

Canon bietet mit „Dual Pixel 3D Converter“ eine kostenlose Windows-Software an, die aus einer einzigen Fotoaufnahme dreidimensionale Bilder und Modelle berechnet. Voraussetzung sind eine kompatible EOS-Kamera und ein unterstütztes Objektiv. Spezielle 3D-Objektive oder mehrere Aufnahmen aus unterschiedlichen Blickwinkeln sind nicht erforderlich.

Die Technik nutzt die Tiefeninformationen, die Canons Dual Pixel CMOS AF bei der Aufnahme erfasst. Die sensorbasierte Autofokus-Technologie soll für einen besonders schnellen, präzisen und flüssigen Schärfeabgleich im Live-View-Modus und bei Videoaufnahmen sorgen. Bei diesem Autofokussystem besitzt jeder Bildpunkt des Sensors (Pixel) zwei Fotodioden unter einer gemeinsamen Mikrolinse. Beim Fokussieren empfangen die zwei Fotodioden eines Pixels das Licht aus leicht unterschiedlichen Blickwinkeln. Die Kamera vergleicht die beiden Signale (Phasendetektion), berechnet sofort die Distanz zum Motiv und stellt den Fokus ohne Suchläufe ein. Sobald das Auslösen erfolgt, werden die Signale beider Fotodioden zusammengefügt und als ein einziges Bildpixel ausgelesen.

Der Dual Pixel 3D Converter nutzt die Autofokustechnologie zweckfremd, wertet die Unterschiede zwischen den beiden Teilbildern aus und berechnet daraus die räumliche Struktur des Motivs. Die Bildinformationen der Aufnahme liefern die Oberflächentexturen.

Die Software kann sowohl das gesamte Bild einschließlich des Hintergrunds räumlich darstellen als auch das Hauptmotiv automatisch freistellen. So lässt sich beispielsweise eine fotografierte Blume oder ein Teller mit Speisen aus leicht veränderten Blickwinkeln betrachten. Anwender können die Tiefenwirkung regulieren und die Textur eines Modells durch ein separat bearbeitetes JPEG ersetzen. Für die Weiterverarbeitung, etwa in Blender, stehen die 3D-Dateiformate OBJ und GLB zur Verfügung. Außerdem lassen sich animierte Vorschauen mit eigenen Hintergründen und Effekten als MP4-Video ausgeben.

Da das 3D-Modell aus nur einer einzigen Aufnahme generiert wird, handelt es sich um eine kamerazugewandte 3D-Ansicht (Relief-3D). Der Converter kann nicht die Rückseite eines Objekts berechnen (anders als bei der echten 3D-Fotogrammetrie mit vielen Aufnahmen).

Der Converter unterstützt die Canon EOS R5, R5 Mark II, R6 Mark II, R6 Mark III, R7, R8, R8 Mark II und R10. Die meisten Modelle benötigen Aufnahmen im Dual-Pixel-Raw-Format (DPRAW), während die EOS R8 Mark II auch JPEG-Dateien mit gespeicherten Tiefeninformationen liefert. Canon beschränkt die Nutzung auf zwölf ausgewählte RF- und RF-S-Objektive. Für die Aufnahme empfiehlt der Hersteller niedrige ISO-Werte bis 1600 und eine ausreichend große Schärfentiefe. Bei Blendenwerten oberhalb von f/8 kann die Umwandlung fehlschlagen.

Dual Pixel 3D Converter 1.0.0 steht kostenlos für Windows 11 ab Version 24H2 in der 64-Bit-Ausführung bereit. Eine macOS-Version gibt es bislang nicht. Die Bedienoberfläche ist auch auf Deutsch verfügbar. Canon bietet auf seiner Website außerdem Beispielaufnahmen zum Ausprobieren an. Der Hersteller schreibt in seinen Lizenzbestimmungen ausdrücklich, dass die Software „zunächst kostenlos“ zur Verfügung gestellt wird. und behält sich vor, das Lizenzmodell oder den Funktionsumfang zu einem späteren Zeitpunkt zu ändern.

Weitere Informationen und die Möglichkeit zum Download gibt es hier.

Johannes Wilwerding

Johannes Wilwerding hat bereits Mitte der Achziger Jahre und damit vor dem Siegeszug von Photoshop & Co. Erfahrungen in der Digitalisierung von Fotos und in der elektronischen Bildverarbeitung gesammelt. Seit 2001 ist er freiberuflicher Mediengestalter und seit 2005 tätig für das DOCMA-Magazin.

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