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Grafik für Nicht-Grafiker

Der Ratgeber fasst auf 260 Seiten so ziemlich alles zusammen, was man wissen sollte, bevor der erste Mausklick in Freehand, QurakXpress, Illustrator oder InDesign erfolgt.

Dank digitaler Alles-geht-Technik werden immer mehr grafische Arbeiten von grafischen Laien übernommen. In schlimmsten Fall betrauen Chefs, denen die digitale Welt selbst ein Buch mit sieben Siegeln geblieben ist, ihre Sekretärin damit, die Gestaltung der Unternehmenskommunikation zu übernehmen. Begründung: Sie könnte tippen und würde sich so schick anziehen; also eine Fügung von handwerklichen Fähigkeiten gepaart mit gutem Geschmack. Mehr als das und ein entsprechendes Computerprogramm braucht man heute schließlich nicht, um Visitenkarten, Briefpapiere, Einladungen, Geschäftsberichte, eine Webseite, ja möglichst das ganze Erscheinungsbild eines Unternehmens nach kurzer Einarbeitung nebenher zu gestalten.
Solche Illusionen (ich habe derartiges als DTP-Trainer mehr als einmal erlebt) zerschellen zwar recht bald an den rauen Kliffen der Medienproduktion, doch hält sich nach wie vor beim kostenbewussten Kleinunternehmer und manch wettbewerbsgebeuteltem Mittelständler die Idee, computererfahrenes Personal könne im Prinzip auch grafische Arbeiten erledigen.
Wer also als Angestellter jede Chance ergreift, sein Können zu beweisen, um sich unentbehrlich zu machen, oder wer als Selbständiger alles selbst erledigt und deswegen ständig Dinge tut, von denen er eigentlich nichts versteht, braucht Hilfe. Hilfe in Form eines klugen Buchs, das ihm ohne viel Geschwätz die Basics des Gestaltens nahe bringt und ihm gleich noch ein paar Rezepte mit auf den Weg gibt, um peinliche Geschmacksentgleisungen zu vermeiden.
Zwar gab es in der Vergangenheit schon mehrere solche Ansätze, doch ist dieser, der fernab der Computerverlagslandschaft bei Westend erschienen ist, meiner Ansicht nach der gelungenste. Frank Koschembars „Grafik für Nicht-Grafiker. Ein Rezeptbuch für den sicheren Umgang mit Gestaltung. Ein Plädoyer für besseres Design“ fasst auf 260 wirklich schön gestalteten Seiten so ziemlich alles zusammen was man wissen sollte, bevor der erste Mausklick in Freehand, QurakXpress, Illustrator oder InDesign erfolgt. Mehr noch: Hier profitiert der Leser vom grafikgeleiteten Ansatz eines Autors, der Bilder einsetzt, um nicht zuviele Worte bemühen zu müssen. Damit beschränkt sich die gesamte Erstlektüre auf wenige Stunden.
Inhaltlich geht es um Schrift, Farbe, Bilder und Layoutraster. Zudem findet sich ein technischer Exkurs zu Druckverfahren und eine Sammlung von Praxisbeispielen der wichtigsten Gestaltungsprojekte. Kurz: Ein Muss für jeden Gelegenheitsgrafiker mit ästhetischen Ambitionen.

Grafik für Nicht-Grafiker ?
Ein Rezeptbuch für den sicheren Umgang mit Gestaltung. Ein Plädoyer für besseres Design
Frank Koschembar
Gebundene Ausgabe, 260 Seiten
Westend, März 2005
EUR 39,90

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Christoph Künne

Christoph Künne ist Mitbegründer, Chefredakteur und Verleger der DOCMA. Der studierte Kulturwissenschaftler fotografiert leidenschaftlich gerne Porträts und arbeitet seit 1991 mit Photoshop.

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