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Yashica mit M42- und C/Y-Anschluss

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Im M42-Markt spielte Yashica eher eine Nebenrolle. Ab 1975 setzte Yashica im Rahmen einer Kooperation mit Zeiss auf das C/Y-Bajonett, kompatibel zu eigenen FX- und FR-Kameras und der Contax-RTS. Von beiden Herstellern finden sich heute interessante Objektive auf dem Gebrauchtmarkt.

Yashica 1. Yashica mit M42- und C/Y-Anschluss
Yashica mit M42- und C/Y-Anschluss: M42-Objektive wurden von 1962 bis Anfang der 1970er Jahre gefertigt und 1975 von Contax-RTS-kompatiblen Modellen abgelöst.
Yashica M42
Das Yashinon DX 50/1.7 zählt zu den frühen M42-Objektiven. Der fein geriffelte Fokusring aus Metall ist ein Merkmal der DX-Serie. Die Gelbfärbung könnte auf thoriumhaltige Linsen hindeuten.
G.Nothum. Yashica mit M42- und C/Y-Anschluss
Die Bilder von Gabi Nothum mit dem Yashinon DX 50/1.7 faszinieren mich immer wieder. Wie sie mir verriet, ist Bodennähe bei ihren Aufnahmen wichtig. Wenn nötig, robbt sie dafür auch früh morgens durch noch nasse Wiesen (G. Nothum).

Info-Puzzle

Informationen zu Yashica gleichen einem verstreuten Puzzle. Im Internet kursierende Prospekte verraten nur Brennweite, Lichtstärke und Linsenschnitt, ihre japanischen Texte sind nicht maschinenlesbar. Alles Weitere muss mehr oder weniger mühsam aus verschiedenen Quellen zusammengesucht und arrangiert werden. Das gilt insbesondere für M42-Objektive, für Modelle mit C/Y-Bajonett sieht es etwas besser aus.

Yashica Neckermann. Yashica mit M42- und C/Y-Anschluss
Yashica-Kameras fanden sich 1978 und 1979 zusammen mit verschiedenen ML-Objektiven bei Neckermann im oberen Preissegment (Deutsches Kameramuseum).

Weitwinkel-Wirrwarr

Für Verwirrung können 28er- und 35er-ML-Optiken sorgen. In verschiedenen Foren finden sich jeweils bis zu vier Versionen, deren optisches Innenleben nicht eindeutig identifizierbar ist. Vom 28er sind Konstruktionen im 8/7-, 7/6- und 5/5-Design bekannt. Gut gemeinte Versuche der nachträglichen Systematisierung von Merkmalen scheitern an eBay-Angeboten, die solche Objektive mit Features zeigen, die nicht ins Schema passen.

Yashica Kameras
Wann welche Kamera-Modelle auf den Markt kamen, ist gut dokumentiert. Oft erschienen zeitgleich neue oder modifizierte Objektive, deren Alter und Ausstattungsmerkmale sich darüber eingrenzen lassen.

Solide Fertigung

1968 hatte Yashica den OEM-Objektivhersteller Tomioka übernommen. Dass dort auch für Yashica produziert wurde, ist wahrscheinlich. Bis auf eine gut erkennbare Ausnahme zeigen die Objektive mit C/Y-Bajonett von Yashica und Zeiss unterschiedliche optische Konstruktionen. Das Zeiss Planar T 50/1.4 und ein ML-Pendant von Yashica lassen Ähnlichkeiten erkennen. Beide nutzen ein für diese Lichtstärke inzwischen übliches 7/6-Design. Yashica-Normalbrennweiten bieten mit 50 Zentimeter eine pragmatische Naheinstellgrenze. Unschöner Ausreißer ist die M42-Version vom DX 50/1.4 mit 70 Zentimeter. Hier kann ein Helicoid Abhilfe schaffen.

Yashica ML
Das Yashica ML 50/1.9 mit C/Y-Anschluss fällt mit 32 Millimeter Baulänge und 150 Gramm zierlich aus, Verarbeitung und Abbildungsleistung können gefallen.

Wissenswertes

M42-Objektive finden sich als Yashinon, Yashikor und Auto Yashinon. Letztere umfassen die Baureihen DX, DS und DS-M. Der Kadlubek-Katalog von 2009 listet über 40 Festbrennweiten und einige Zoom-Objektive. Eine lesenswerte Übersicht zu dieser Ära der Firmengeschichte findet sich hier. Informationen zu Yashica-Objektiven mit C/Y-Bajonett sind weit verstreut, einen Einstieg bietet Olypedia. Zusammengetragen wurden diese und weitere Details im Band 2 des E-Books „Digital fotografieren mit alten Objektiven“. Die 5. Auflage enthält ein eigenes Kapitel zu Yashica-Objektiven mit M42- und C/Y-Anschluss und weitere Hinweise für die Auswahl von Zeiss-T-Objektiven.

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Bernd Kieckhöfel

Bernd Kieckhöfel hat einige Jahre für eine lokale Zeitung gearbeitet und eine Reihe von Fachartikeln zur Mitarbeiterführung veröffentlicht. Seit 2014 schreibt er für Fotoespresso, DOCMA, FotoMagazin sowie c't Digitale Fotografie.

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