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Alles nur zu unserem Wohl

69 500er und Messer

Montage: Doc Baumann

Vor ein paar Tagen hat die Europäische Zentralbank das Ende des 500-Euro-Scheins angekündigt. Apple baut in seine neuen Rechner keine Laufwerke mehr für optische Medien ein. Gibt es da einen Zusammenhang?

Die Gründe, welche die Europäische Zentralbank anführt, um die 500-Euro-Note aus dem Verkehr zu ziehen, klingen zunächst ganz plausibel: Eindämmung der Kriminalität, vielleicht auch der Korruption – Bereiche, in denen mit großen Geldscheinen schnell hohe Summen übergeben werden können. Dieselbe Summe in 50ern ist, in der Unterhose oder sonstwo verstaut, merklich aufwendiger zu transportieren.

Es gibt noch ein paar andere Argumente, die man teilen kann, aber nicht muss. Unglaubwürdig klingen alle Begründungen für diesen Schritt aber zum einen, weil längst effektivere Wege illegalen Werte-Transfers bekannt sind und praktisch genutzt werden, die gar nicht mehr auf Bargeld angewiesen sind, und weil diese Maßnahme zum anderen zu einer Zeit erfolgt, in der von interessierter Seite die grundsätzliche Abschaffung des Bargeldes propagiert wird. Ohne  lästige Münzen, mit denen sich die geplagten Menschen schon seit der Antike abschleppen müssen, und Geldscheine – die ursprünglich mal eher Gutscheine waren, gegen die man „echtes“ Geld eintauschen konnte – könnte der ganze Zahlungsverkehr doch viel effektiver und für uns alle bequemer laufen.

Ganz abgesehen davon, dass Kriminelle kleinen und großen Kalibers (die deswegen, weil sie Präsidenten oder hochrangige Regierungsmitglieder befreundeter Staaten sind, nicht direkt so genannt werden sollen), längst andere Wege nutzen, um unrechtmäßig erworbene Werte zur persönlichen Nutzung bereitzuhalten – mit dieser Begründung ließen sich alle Objekte, die auch zweckwidrig (was man beim Geld eigentlich gar nicht sagen kann) benutzt werden oder werden können, aus dem Verkehr ziehen. Angefangen beim prototypischen Küchenmesser, das zum Erstechen nicht schlechter taugt als gesetzlich verbotene Stichwaffen, bis hin zur voluminösen Bibel, mit der sich bei Bedarf Köpfe nicht nur vernebeln, sondern auch handfest einschlagen ließen.

Gegenstände ohne irgendwelche positive Nebenwirkungen hingegen, Schusswaffen oder Panzer etwa, die nur den einen Zweck haben, Menschen zu töten oder zu verletzen und Objekte zu zerstören, werden allen Anstrengungen zum nicht Trotz verboten, weil manche Politiker (Terroristen fairerweise nicht zu vergessen) Kriege noch immer für ein legitimes Mittel der Problembewältigung halten, und weil Großkonzerne Arm in Arm mit Metaller-Gewerkschaften alles dafür tun, die weitere Produktion zu sichern. Millionen US-Amerikaner nehmen lieber gelegentliche Massaker in ihren Städten in Kauf, als sich von ihren geliebten Schießeisen zu trennen.

Die komplette Digitalisierung des Geldes wäre für manche gewiss eine lukrative Angelegenheit. Ich habe ja auch gar nichts dagegen, mich freiwillig und im Einzelfall dafür zu entscheiden, einen Ebay-Kauf über Paypal zu bezahlen. Einerseits werden öffentlich Krokodilstränen darüber vergossen, dass jeder im Web immer transparenter wird, andererseits soll diese Transparenz bis zur Anschaffung von 1-Euro-Produkten ausgeweitet werden.

(Als Randbemerkung: Zudem sind die Web-Algorithmen auch noch dumm. Vor Wochen habe ich nach einer günstigen Quelle für einen Schubladenschrank gesucht. Die Information wurde gespeichert, und seitdem wird mir auf allen erdenklichen Webseiten dieser Schrank zum Kauf eingeblendet. Dass ich ihn aber bereits vor Wochen erworben hatte, haben die Datensammler nicht mitbekommen.)

Daran, dass die digitalen Zahlungsströme nicht nur von Geheimdiensten und dergleichen ausgewertet, sondern ebenso für kriminelle Zwecke missbraucht werden, dürfte wohl niemand zweifeln, der auch nur am Rande von solchen Vorfällen gehört hat. Und die großen Wirtschaftslenker könnten unsere Rücklagen so einsetzen, wie es gerade in ihre Programme passt. Wollten in bargeldlosen Zeiten Bankkunden ihre Rücklagen als Scheine unter den Handtüchern im Wäscheschrank verstecken, weil das Guthaben auf dem Konto mit Negativzinsen belastet würde, wären derlei Entscheidungen künftig Riegel vorgeschoben. Welche Wege sich Kriminelle ausdenken werden, um „Geld“ von unseren Plastikkarten verschwinden zu lassen, wird die Zukunft bald zeigen.

Die angebliche Bequemlichkeit von Zahlungsvorgängen weist jedoch in dieselbe Richtung wie Apples Entscheidung, neue Rechner nicht mehr mit optischen Laufwerken auszustatten oder – nicht nur – Adobes Mietmodell für Software. Vorgeblich soll alles für uns einfacher und praktischer werden. Praktisch ist vieles aber zunächst einmal für die Firmen, die sich immer weniger mit realen Objekten befassen müssen und nur noch Daten verkaufen. Mit Apples Begründung, die gegen optische Laufwerke und Medien sprechen soll, lässt sich ebenso gegen Festplatten argumentieren (wann ist es so weit?). Warum eine störungsanfällige, stromverbrauchende und prinzipiell entwendbare Festplatte laufen lassen, auf die in der Regel nur ein Rechner zugreift, wenn die Daten sicher in der Cloud ruhen und man von beliebigen Orten und mit beliebigen Geräten darauf zugreifen kann?

Neben allen persönlichen Gründen, weswegen ich meine Daten lieber auf meinem Schreibtisch und sicherheitshalber zusätzlich ausgelagert aufbewahre: Die Cloud spiegelt uns schon von der Bezeichnung her eine geradezu transzendente Natur der Datenaufbewahrung in himmlischen Gefilden vor. Aber auch diese Daten liegen irgendwo auf störungsanfälligen Speichermedien (die DOCMA-Website war mal tagelang nicht erreichbar, nur weil sich beim Provider ein Stecker gelockert hatte!), die mehr Strom verbrauchen als eine Kleinstadt, und sie können im Prinzip ebenso entwendet, zerstört oder sabotiert werden wie die in unseren Büros auch, dann nur in deutlich größerem Stil.

Wenn ein Hersteller von Hardware zugleich der Betreiber einer Cloud ist, deren vermeintliche Vorzüge er in den höchsten Tönen preist, und daran verdient, wenn Nutzer ihre Daten nicht auf eigener Hardware speichern, sondern kostenpflichtig bei ihm, dann ist damit schon ein wichtiger Grund dieser Propaganda gefunden.

Egal, ob es um die Abschaffung von optischen Laufwerken geht oder um die von Bargeld – unterm Stich steht unsere Entmündigung, die zentralisierte Erfassung von allem, was unser Leben ausmacht. Vielleicht mag das eine oder andere wirklich bequemer werden – aber Bequemlichkeit war noch nie eine Eigenschaft, die Menschen zum Nachdenken gebracht hätte.

 

  1. OttoHeinz

    Für diesen Artikel: Daumen hoch !

  2. gerke

    . . . weiterer interessanter (und bedenklicher) Kommentar zum Thema «Achtung: Monopolisten!»: http://publisher.ch/fachzeitschrift_detail.php?t=Adobe+&read_article=9227

  3. krauzack

    Was soll ich sagen?
    100% Zustimmung! Das Argument mit dem Terror kann ich seit 5 Jahren nicht mehr hören. Ein paar Handvoll Wahnsinniger können angeblich von der „Greatest Nation Ever“ nicht anders im Zaum gehalten – oder eigentlich besser – überwacht werden, denn darum geht es doch, oder? Stoppt man sie, gibt es kein Argument mehr für die globale Überwachung und Entmündigung.

    Wer stoppt Apple und Adobe, wer überwacht diese Wahnsinnigen, diese Wirtschaftsterroristen, die es geschafft haben, Millionen zu knechten,
    sie alle zu finden, ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden???

    Überwachen: Sicherlich die NSA & Co., Google und Facebook haben ihre Krakenarme wohl auch schon ausgestreckt, um die beiden ins Visier zu nehmen.
    Doch wer stoppt sie?

    Und wer reguliert den Zinsterroristen Draghi, der uns alle, die wir maximal 15 Jahre vor unserer mühsam ersparten Rente als Selbständige oder Freelancer stehen, in die Pleite führt? Der unser ganzes Streben nach einer kleinen Sicherheit ad absurdum führt?

    Bargeld ja, 500 €-Schein, ja, Mietsoftware, NEIN!!!

  4. pixhai

    Wie ist diese Montage entstanden?
    Ich wollte auch Montagen mit Banknoten machen, da hat mit Photoshop den Dienst verweigert. Es wurden Banknoten erkannt, Foto wurde nicht geöffnet.

    • Sporthuhn

      zu „Wie ist diese Montage entstanden?“ – hätte ich auch die gleiche Frage, ich wollte kürzlich auch eine Montage mit PS und einer Banknote machen – ab einem bestimmten Zoomfaktor weigert sich PS „Bearbeitung von Zahlungsmitteln ..“, zum anderen ging das mit „alter Software“ noch zu machen – doch der Drucker bricht dann nach 10 sec. einfach ab – wirft das Blatt ohne Kommentar aus….

      Also wie macht PS das Bild hier am Anfang mit ??

    • gerke

      Die verwendete Note ist keine eingescannte oder fotografierte Original-Note, sondern eine, auf die wesentlichen visuellen Elemente reduzierte Zeichnung/Grafik! Da reklamiert Photoshop noch nicht! Bei echten Noten hat es mehrere «versteckte» grafische Sicherheits-Elemente, unter anderem die «Kringel» (Eurion), die von aktuellen Scannern, Softwaren und Druckern als Code zur Erkennung von Banknoten/Geldscheinen erkannt werden.

  5. hgoetz

    Ich bin ja nicht in allen Dingen mit Doc Baumanns politischer Meinung einverstanden – aber ich beziehe Docma ja aus anderen Gründen. Aber dieser Kommentar trifft punktgenau ins Schwarze – Gratulation.

  6. Bildpanscher

    Ach ja, lieber Doc Baumann,

    ich habe doch fast immer ein wenig „Pippi inne Augen“, wenn ich mal wieder auf einen (der leider sehr seltenen) Menschen treffe, die noch wach geblieben sind.
    Wenn ich mir meine Mitmenschen so ansehe, sie halten sich alle für so viel intelligenter als alle anderen, peilen aber nichts mehr.
    Aus lauter Bequemlichkeit verkaufen sie ihre Seele. Die Umwelt nehmen sie kaum noch wahr, weil die Sinne meist auf´s Smartphone konzentriert sind.
    Ihre Meinung und ihr Wissen wird gezielt und wohl dosiert, von den Medien gebildet, für sie selbst bezahlen, die allerdings die Wahrheit, wie mir besonders seit Frühjahr 2014 auffällt, massiv verbiegen.
    Dass wir im großen Stil in ein neues, unfreies System geführt werden, müsste eigentlich doch jedermann so langsam erkennen. Leider werden die, die bereits erkennen und ihre Mitmenschen aufklären wollen, sofort diffamiert und in der Öffentlichkeit gebranntmarkt – da gehen sofort alle auf Distanz und schlagen sich eher auf die Seite des eigentlich Bösen, weil der seine Untaten gut verpackt.
    Die Menschen sind nicht wirklich intelligent. Sie begehen alle paar Generationen wieder die gleichen Fehler.
    Man müsste doch durch die Nazizeit genug Wissen haben, um zu merken, dass wir gerade von Wölfen im Schaffell regiert werden – bzw. inzwischen verliert der Wolf sogar langsam sein Schaffell und zeigt immer mehr seine wirkliche, hässliche Fratze.

    George Orwell hat damals eine Geschichte erfunden, die inzwischen schon fast zur Weissagung geworden ist – und die dummen Schafe liefern sich freiwillig ans Messer, ohne es zu merken!
    Ja, gebt das Bargeld auf – gebt eure Daten komplett preis – lasst noch mehr Überwachungskameras in den Strassen installieren, (zur Sicherheit – denn wo eine Kamera hängt, traut sich kein Selbstmordattentäter auf die Straße 😉 )

    Es hat sich 2014 eine Friedensinitiative gegründet, die viel recherchiert hat und in über 100 Städten Montagsdemos abhjielt, um die Menschen aufzuklären und gegen den Krieg in der Ukraine zu mobilisieren. als sie immer größer wurden, wurden sie in den Medien in den Schmutz gezogen und diffamiert, wo es nur ging. Ich bin einfach trotzdem mal mitgegangen und habe ganz andere Menschen kennen gelernt, als es die Medien berichteten – wundert es jemanden?
    Bald ist es soweit und das Thema Bargeldabschaffung kommt!
    CETA, TTIP, etc. …alles nur zu unserem Besten und für die Bequemlichkeit

    … würg …

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