Technik

Sigma ergänzt die F1.2-Reihe um das 85mm F1.2 DG | Art

Sigma kündigt mit dem 85mm F1.2 DG | Art das dritte Art-Objektiv mit der hohen Lichtstärke f1.2 an. Das leichte und lichtstarke mittlere Teleobjektiv für spiegellose Vollformatkameras mit L-Mount und Sony E-Mount folgt auf das 50mm F1.2 DG DN | Art und das 35mm F1.2 DG DN | Art. Es soll sich durch eine sehr hohe Auflösung und ein attraktives, kreisrundes Bokeh sowie kompakte Abmessungen und ein vergleichsweise geringes Gewicht auszeichnen. Der Neuzugang ist ab Ende September für rund 1500 Euro 2026 erhältlich.

Die Kombination aus 85 Millimetern Brennweite und F1.2 dürfte vor allem Porträtfotografen ansprechen. Die große Öffnung ermöglicht eine sehr geringe Schärfentiefe und eine Blende mit 13 Lamellen soll dafür sorgen, dass unscharfe Lichtpunkte auch beim Abblenden annähernd rund bleiben.

Für das optische System, das aus insgesamt 17 Elementen in 12 Gruppen besteht, verwendet Sigma unter anderem zwei SLD-Glaselemente. SLD steht für „Special Low Dispersion“, also Spezialglas mit geringer Dispersion. Zusätzlich kommt Glas mit hoher anomaler Dispersion zum Einsatz. Damit sollen vor allem axiale chromatische Aberrationen reduziert werden, die sich bei lichtstarken Objektiven etwa als farbige Säume vor und hinter der Schärfeebene zeigen können.

Zudem komen asphärische Linsen zum Einsatz, die für die Korrektur sphärischer Aberrationen und sagittaler Koma zuständig sind. Letztere macht sich beispielsweise bei punktförmigen Lichtquellen am Bildrand bemerkbar, die dann statt eines Punktes eine kometenartige Form annehmen. Nach Angaben des Herstellers liefert das 85mm F1.2 bereits bei offener Blende eine hohe Auflösung.


Durch die effektive Anordnung asphärischer Linsenelemente innerhalb der Fokusgruppen konnte die Anzahl der Linsenelemente der Fokuseinheit deutlich reduziert werden, um die bewegte Masse beim Fokussieren klein zu halten. Dies trägt zum vergleichsweise geringen Gewicht des Objektivs von nur 905 Gramm und seinen geringen Abmessungen bei.

Den Autofokus treiben zwei HLA-Linearmotoren an. HLA steht für „High-response Linear Actuator“. Sigma verspricht damit eine schnelle und leise Scharfstellung bei Foto- und Videoaufnahmen. Gerade bei Offfenblende ist das relevant, weil schon kleine Fokusfehler durch die geringe Schärfentiefe deutlich sichtbar werden können.

Das Focus Breathing wird laut Sigma durch die optimierte Anordnung der Fokusgruppe und der asphärischen Form effektiv unterdrückt. Dadurch soll der der Bildwinkel und damit der Ausschnitt während einer Fokusfahrt weitgehend konstant bleiben.

Für einen hohen Bedienkomfort sorgen verschiedene Aufnahme- und Assistenzfunktionen. Am staub- und spritzwassergeschützten Gehäuse sitzen zwei AFL-Tasten, denen mit kompatiblen Kameras über das Kameramenü verschiedene Funktionen zugewiesen werden können, sowie eine AF/MF-Taste. Der Blendenring lässt sich verriegeln; seine Rastung kann mit einem Schiebe-Schalter abgeschaltet werden. Letzteres erlaubt bei Videoaufnahmen eine gleichmäßige Änderung der Blende ohne spürbare Klickstufen. Die Frontlinse besitzt eine wasser- und ölabweisende Beschichtung.

Zum Lieferumfang zählen eine Gegenlichtblende, Front- und Rückdeckel sowie eine Objektivtasche. Weitere Informationen finden Sie auf den Internetseiten von Sigma.

Johannes Wilwerding

Johannes Wilwerding hat bereits Mitte der Achziger Jahre und damit vor dem Siegeszug von Photoshop & Co. Erfahrungen in der Digitalisierung von Fotos und in der elektronischen Bildverarbeitung gesammelt. Seit 2001 ist er freiberuflicher Mediengestalter und seit 2005 tätig für das DOCMA-Magazin.

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