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Ausführlich und unaufregend

Adobe Photoshop Lightroom von Evening und das gleichnamige Buch von Gulbins/Steinmüller erklären das Programm ausführlich bis episch, kosten ähnlich viel und sind ähnlich unaufregend gestaltet.

Einfach soll es sein, intuitiv zu erfassen und sofort produktiv einsetzbar. Das war der Entwicklungsansatz hinter Lightroom, um es ? speziell für Fotografen von Photoshop und seiner hohen Komplexität abzugrenzen. Wenn man das Programm erstmals benutzt, ist der komplexitätsreduzierte Ansatz überall zu spüren. Fast jeder halbwegs Digitalbilderfahrene kommt sofort mit den Kernfunktionen klar.Was man nicht sofort begreift, ist auch nicht zwingen nötig zur Arbeit, mag man meinen. Das funktioniert natürlich nur solange, wie man nicht auf die Idee kommt, ganz bestimmte Dinge damit umsetzen zu wollen.

Es ist kaum zu glauben, Martin Evenings Buch zum komplexitätsreduzierten Lightroom umfasst geschlagene 330 Seiten. Zum Vergleich: Sein angekündigtes Werk zu Photoshop CS3 wird mit 700 Seiten auskommen. Man möchte sich also vorstellen, dass der Autor bei vergleichsweise geringen Funktionsumfang ganz tief unter die Oberfläche von Lightroom vordringt. Leider tut er das nicht. Zwar wird jede Funktion genauestens beschrieben. So genau, dass auch ein Anfänger mit der Erklärung klarkommt. Das ist gut, aber nicht so gut, dass man deswegen ein Buch auf mindestens den doppelten bis dreifachen Umfang dessen aufbläht, der nötig wäre, wenn man seinen Leser etwas mehr Anwendungserfahrung zumutet. Zum anderen muss man in all der Redundanz nach den Perlen, den Tipps, Tricks und Geheimnissen mühevoll suchen. Viel hilft nicht immer viel, zum Trost gibt es hier aber die Garantie, dass auch jeder Laie nach Lektüre des Buches mit Lightroom arbeiten kann. Die Diskrepanz zwischen der Version 1.0 und der funktional erweiterten 1.1 fängt Evening damit ab, dass er auf der Webseite seines Verlags ein PDF-Update zum kostenlosen Download anbietet. Zum Redaktionsschluss liegt es nur auf englisch vor, es soll aber im September dort auch auf deutsch zu finden sein.

Adobe Photoshop Lightroom
Martin Evening
Broschiert; 330 Seiten
Addison-Wesley (2007)
Euro 39,95

Uwe Steinmüller hat als deutscher Autor, auch wenn er in den USA lebt, nicht verlernt sich kürzer zu fassen. Sein Buch zu Photoshop kommt mit rund 170 Seiten aus, ist aber leider nur unwesentlich billiger als das von Martin Evening. Auch wenn Steinmüller sich erheblich kürzer fasst, fehlt es ihm nicht an Tiefe. Das Updateproblem hat man hier schneller gelöst. Wer das Buch besitzt, findet im Hardcover-Umschlag einen Aufkleber mit ID und Passwort. Auf der angegebenen Webseite führt ihn das zum rund 5 Megabyte großen, deutschsprachigen Ergänzungs-PDF, dass man ebenfalls kostenlos laden kann. Tipps, Tricks und tiefergehende Informationen wie der interne Aufbau von Vorlagendateien sind hier gesammelt ans Ende gerückt, so dass man nicht lange suchen muss.

Adobe Photoshop Lightroom
Jürgen Gulbins und Uwe Steinmüller
Gebunden 170 Seiten
Dpunkt (2007)
Euro 34,00

Fazit
Beide Bücher erklären die Funktionen von Ligthroom ausführlich bis episch, sie kosten ähnlich viel und sind ähnlich unaufregend gestaltet. Es gibt kein Kriterium, wegen dem man eine klare Empfehlung aussprechen könnte oder müsste. Am besten man nimmt beide Bücher in der Buchhandlung seines Vertrauens in die Hand und entscheidet nach der Sympathie des Moments. Inhaltlich kann man nichts falsch machen.

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Adobe Photoshop Lightroom von Martin Evening
Adobe Photoshop Lightroom von Jürgen Gulbins und Uwe Steinmüller


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