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Muster entfernen per FFT

Während ich am Premium-Workshop rund um das Thema „Störungen und Störenfriede aus Bildern entfernen“ (Arbeitstitel 😉 ) für die kommende DOCMA schrieb, erreichte mich die Anfrage eines Lesers, der Probleme mit gescannten Familienfotos hatte. Diese hatten alle eine geprägte Papieroberfläche, die durch die Scanbeleuchtung sehr störend in Erscheinung trat.

Muster entfernen per FFT
Erstaunlich, was mit dem Pattern Suppressor v2.5 möglich ist!

Muster entfernen per Filter

Nun gibt es verschiedene Strategien, dieses Problem in den Griff zu bekommen. Man könnte die Bilder in verschiedenen Drehwinkeln mehrfach scannen und dann in Photoshop im Stapelmodus »Median« kombinieren, wodurch sich die Störung ausmitteln sollte. Es gibt auch Scanner, die das Problem durch angepasste Beleuchtung schon im Ansatz vermeiden. Aber wenn das alles nicht mehr möglich ist, bleibt nur noch die Retusche.

Mit einem sogenannten FFT-Filter (FFT steht für fast Fourier transform) kann man regelmäßige Muster ziemlich gut aus einem Bild herausrechnen, ohne dass es zu einem wesentlichen Schärfeverlust kommt. Das Dumme ist nur: Photoshop, der Platzhirsch der Bildbearbeitungsprogramme hat von Haus aus keinen solchen Filter an Bord (Affinity Photo dagegen schon).

Eine hochwertige, kostenlose Lösung für Photoshop

Auf der Suche nach einer Lösung bin ich über das großartige Plug-in/Aktionen-Paket zur Musterentfernung von Ronald Chambers, Francesco Pierfederici und Jonas M. Rogne gestolpert. Deren „Pattern Suppressor v2.5“ funktioniert für alle Photoshop-Versionen ab Photoshop CS5, und es gibt ihn sowohl für Windows als auch für macOS.

Muster entfernen per FFT
Auf der Suche nach verschiedenen Beispielbildern schickte mir Doc Baumann dieses Selbstporträt mit einer künstlichen Musterüberlagerung als Challenge …
Muster entfernen per FFT
… eine Challenge, die ich mit dem Pattern Suppressor v2.5 sehr gut meistern konnte. Ohne FFT-FIlter wäre hier nur eine Kombination verschiedener Weichzeichner zur Reduzierung der Muster möglich gewesen – die in einem ziemlichen Pixelmatsch geendet hätten. In der Praxis sind Prägemuster nicht so perfekt angeordnet wie die künstliche Struktur in diesem Beispiel. Die Ergebnisse aber genauso beeindruckend, wie Sie in DOCMA 88 sehen werden. 😉

In der kommenden DOCMA 88 zeige ich die Anwendung und Vorgehenweise an einem Beispiel aus der Praxis. Hat man den Workflow einmal verstanden, ist die Vorgehensweise schnell und durchdacht – und vor allem deutlich flexibler in der Abstimmung als viele vorgefertigte Plug-ins – und mit wirklich sehr guten – an Artefakten armen – Ergebnissen.

Falls Sie regelmäßige Muster aus Ihren Bildern entfernen müssen (zum Beispiel auch Druck- oder Bildschirm-Muster) stellt der kostenlose Pattern Suppressorv2.5 für mich derzeit die Referenz dar, an der sich alle anderen Plug-ins messen lassen müssen. Unter diesem Link finden Sie den Download sowie eine englische Beschreibung der Anwendung der Filter und Aktionen.

Muster entfernen per FFT: Empfehlung!

Beste Grüße und ein schönes Wochenende!
Olaf


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Olaf Giermann

Sein Erstkontakt mit Photoshop erfolgte 2003 an der Uni, an der das Programm als reine Scanner-Software eingesetzt wurde. Inzwischen gilt Giermann sprichwörtlich als das »Photoshop-Lexikon« im deutschsprachigen Raum und teilt sein Wissen in DOCMA, in Video­kursen und in Seminaren.

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3 Kommentare

  1. Ja super! Die “Seidenraster”-Oberfläche auf Portrait- und Familienfotos ist ein gewisser Kopierschutz der Portraitfotografen. Leider sind unsere Kunden nicht mehr gewillt, die Bildrechte der Fotografen anzuerkennen und scannen alles ein, obwohl sie nur das einfache Recht zur Nutzung des Abzugs erworben haben. Dies schließt nicht das Recht zur Vervielfältigung ein. Doch warum soll man beim Fotografen Geld für einen professionellen Abzug bezahlen, wenn es im Drogeriemarkt für einen Bruchteil des Betrages geht. Die Qualität ist dabei egal. Nun ist dies leider für den privaten Gebrauch vom Gesetzgeber geduldet. Für den Erwerb der erweiterten Nutzungsrechte in Form von Dateien sind viele zu geizig. Es gab schon viele “Reklamationen” wegen der schlechten Scans. Erklärungen zu den Urheberrechten werden meist nicht verstanden. Schade, dass der Untergang der kommerziellen Portraitfotografie nicht mehr aufzuhalten ist, sie hat ihren Wert komplett verloren.
    Christa Kusterer, Fotografenmeisterin, Gott sei Dank im Ruhestand

    1. Ja wunderbar, ich habe viele alte Familienbilder der Fotograf oder das Studio existiert schon lange nicht mehr, nur über kopieren lassen sich die Bilder vervielfältigen und allen Interessenten zugänglich machen.
      Mich würde mal interessieren was mit den Archiven dieser Studios geschehen ist?
      Reinhold Seher

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