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Dumme Photoshop-Fragen

4.DummeFragenKürzlich stellten mir meine Redaktionskollegen anlässlich von Na-Sie-wissen-schon-was (und wenn nicht, um so besser) einige Fragen, und forderten Sie, unsere Leserinnen und Leser, auf, bei Interesse ein paar eigene nachzuschieben.

Eine davon lautete:

„Hallo Doc,

ich bin ja auch öfter mal mit Fragen zu PS unterwegs bei euch. Gibt es auch Fragen, wo du sagen würdest ,Geht´s noch‘? Hoffentlich wird das jetzt kein Eigentor 😉

Viele Grüße, Franco“

Antwort: ein klares Nein. Sollte ich jemals auch nur den Anflug eines solchen Gedankens verspürt haben, würde ich mich bloß daran erinnern müssen, wie tief verstört ich war, als ich es nach einiger Zeit der Photoshop-Praxis zum ersten Mal wagte, einen neuen Alphakanal anzulegen. Großer Schock: Mein Bild war verschwunden, nur noch eine leere, weiße Arbeitsfläche starrte mich an. Wo war mein schönes Bild geblieben? Was hatte ich falsch gemacht?

Natürlich nichts, ich sah eben nur einen leeren Alphakanal, und ich musste lediglich den RGB-Kompositkanal wieder reaktivieren, um mein Bild, das nie wirklich weg gewesen war, erneut sichtbar zu machen. Das ist nun fast ein Vierteljahrhundert her, aber ich erinnere mich noch gut an diesen Schreck.

Nein, es gibt keinen Grund, arrogant die Augen zu verdrehen, wenn eine Frage kommt, die zu dem gehört, was Docmatiker üblicherweise als Photoshop-Grundwissen bezeichnen würden. Wir haben alle mal bei Null angefangen, und ich freue mich eher, wenn Anwender, die gerade dabei sind, das Programm kennenzulernen, dazu den Weg über DOCMA wählen. Natürlich gehören solche Fragen und Antworten nicht in meine „Sprechstunde“, sie lassen sich aber meist mit einer kurzen Mail klären (und wenn es der Hinweis auf ein Tutorial ist, indem wir das Problem umfassend behandelt haben).

So gesehen gibt es also keine dummen Fragen zu Photoshop, die eine „Geht’s noch?“-Reaktion rechtfertigen würden. So gesehen nicht, aber …

Einsteiger sind Einsteiger, mit allen Vorrechten des Nachfragen und Verstehenwollens; sie schätzen sich auch als ebensolche ein. Allerdings gibt es da noch die anderen, die man mitunter auf Messen oder Events trifft, die stolz erzählen, dass sie DOCMA fast seit der ersten Ausgabe lesen, genau genommen eigentlich Profis sind, aber halt ihren alten Broterwerbsberuf weiter ausüben, und die, wenn sie sich erst mal warm geredet und eine Atmosphäre nahezu freundschaftlichen Vertrauens aufgebaut haben, damit herausrücken, DOCMA sei ja nicht schlecht, aber auf gewisse Problembereiche wären wir eigentlich noch nie so richtig eingegangen.

Und wenn man dann nachfragt, welche das denn etwa seien, schlagen sie mit der Kennermiene jahrzehntelanger Dunkelkammererfahrung vor, wir sollten doch mal was über Ebenen bringen, der Umgang damit sei ihnen doch irgendwie rätselhaft …

Dann, ich gebe es zu, flüstert eine Stimme in meinem Hinterkopf schon mal „Geht’s noch?“

 

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