Technik

Tilt-Optik für Lensbabies

Der neue Lensbaby-Objektiveinsatz ermöglicht kreative Tilt-Aufnahmen mit selektiver Schärfezone in Verbindung mit dem Composer, Scout, Muse und Control Freak.

Die Lensbaby Inc. hat das Angebot mit der „Edge 80 Optik“ um einen Objektiveinsatz für praktisch alle hauseigenen Objektivbodys erweitert. Als Tilt-Optik erweitert sie  den Einsatzbereich der Lensbaby-Objektivfamilie um ein korrigierendes Objektiv, dessen Schwerpunkt auf Kreativität liegt. Normale Foto- und Filmszenen lassen sich damit beispielsweise in Spielzeuglandschaften verwandeln. In der künstlerischen Porträtfotografie können interessante Schärfe- und Unschärfe-Effekte erzielt werden.
Der Edge80-Objektiveinsatz ist mit den Lensbaby-Objektivbodys Composer Pro, Composer, Muse, Scout und Control Freak kombinierbar. Die Neige-Funktionalität der Lensbaby-Bodys ermöglicht es, den Fokus- bzw. Schärfebereich der Edge80-Optik selektiv setzen zu können. Der Bereich der schärfsten Zone lässt sich sowohl vertikal, horizontal als auch diagonal im Bild festlegen und wird durch das Kippen der Optik und die Größe der Blendenöffnung bestimmt. Das Feintuning erfolgt durch das Drehen am Fokusring – so kann präzise die Positionierung des Schärfebereichs beeinflusst werden.
Im Gegensatz zu den 35 mm- und 50 mm-Brennweiten von Lensbaby ist das Edge80 ein Objektiveinsatz, der – gerade ausgerichtet – bis zu den Rändern hin scharf abbildet. Und das wölbungsfrei, was bedeutet, dass gerade Kanten auch gerade im Bild erscheinen. Deshalb bezeichnet man diese Optik auch als Flatfieldoptik.
Wie die Lensbaby Sweet 35-Optik verfügt auch der neue Edge80-Objektiveinsatz über eine interne verstellbare Blende mit 12 Lamellen. Die Blende kann manuell geöffnet und geschlossen werden. Der dafür notwendige Blendeneinstellring befindet sich vorne an der Edge80-Optik und ermöglicht die Einstellung von Blendenwerten zwischen f/2,8 mit einer geringen Schärfentiefe bis hin zu Blende f/22 mit einem weit ausgedehnten Schärfebereich. Die 12 Blendenlamellen schließen kreisrund, womit das gewohnt harmonische Bokeh auch bei geschlossener Blende erhalten bleibt. Die lichtstarke Optik mit 80 mm Brennweite besteht aus fünf mehrfach beschichteten Glaselementen, arrangiert in fünf Gruppen.
Wer will, kann den Schärfeverlauf auch zu weniger kreativen Zwecken einsetzen, etwa um bei Makroaufnahmen die Schärfe entlang des Objekts verlaufen zu lassen. Auf diese Weise werden unscharfe Partien des fotografierten Objekts vermieden. Zum Betonen wichtiger Bildelemente, wie etwa in der Produktfotografie, ist der gezielte Einsatz selektiver Schärfe ebenfalls sehr hilfreich. Die Schärfentiefe lässt sich durch die interne Blende genau justieren und lenkt den Blick auf die wichtigen Details im Bild. Die Naheinstellgrenze der Edge80-Optik liegt in der Normaleinstellung bei ca. einem Meter. Zieht man das bewegliche Frontelement der Optik ein Stück heraus, wird es sogar makrofähig und die Naheinstellgrenze verringert sich auf 43 cm. Die geeignete Belichtungszeit lässt sich manuell an der Kamera einstellen oder wird im Zeitautomatik-Modus situationsbedingt passend berechnet.
Zur Befestigung wird die Optik einfach im bevorzugten Body eingesetzt und durch leichtes Drehen arretiert. Anschließend werden Body und Optik wie ein normales Objektiv an die Kamera montiert.
Wer den Edge-Effekt ausgiebig testen und simulieren möchte, kann dies mit einem Online-Simulator auf den Internetseiten des Herstellers tun.
Die Lensbaby Edge80-Optik kostet 300 USD. Weitere Informationen finden Sie auf den Internetseiten von Hapa-Team.

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Johannes Wilwerding

Johannes Wilwerding hat bereits Mitte der Achziger Jahre und damit vor dem Siegeszug von Photoshop & Co. Erfahrungen in der Digitalisierung von Fotos und in der elektronischen Bildverarbeitung gesammelt. Seit 2001 ist er freiberuflicher Mediengestalter und seit 2005 tätig für das DOCMA-Magazin.

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