Blackmagic Design erweitert DaVinci Resolve um spezielle Fotoseite mit Raw-Unterstützung

Blackmagic Design hat DaVinci Resolve 21 als öffentliche Beta veröffentlicht. Die finale Version soll voraussichtlich zur IBC 2026 erscheinen. Das bisher auf Videopostproduktion ausgerichtete Programm erhält erstmals eine eigenständige Arbeitsumgebung für Standbilder — die sogenannte Photo page. Damit vereint DaVinci Resolve Montage, Colorgrading, visuelle Effekte, Motion Graphics, Audiopostproduktion und jetzt auch die Fotobearbeitung in einer Anwendung.
Eine eigene Seite für Fotos
Die Photo page ist keine nachträglich eingefügte Zusatzfunktion, sondern eine vollwertige Arbeitsumgebung, die direkt mit der node-basierten Farbkorrektur-Engine von Resolve verbunden ist. Fotografen können damit auf dasselbe Werkzeugset zugreifen, das Coloristen seit Jahren für die Filmbearbeitung nutzen: primäre Farbkorrektur, Kurven, Qualifier, Power Windows und den vollständigen Node-Editor — jetzt auf Standbildern.
Nodes lassen sich dabei in Reihe oder parallel schalten. Das ermöglicht es, verschiedene Korrekturen gleichzeitig auf unterschiedliche Bildbereiche anzuwenden — etwa den Himmel kühler zu stimmen, während die Hauttöne im Vordergrund warm bleiben. Geteilte Nodes erlauben es außerdem, dieselbe Korrektur mit einem Schritt auf ein ganzes Album anzuwenden.

Die Photo page unterstützt native Raw-Formate der wichtigsten Kamerahersteller — darunter Canon, Fujifilm, Nikon und Sony. Lightroom-Kataloge lassen sich direkt importieren. Für die Bildverwaltung stehen Bewertungen, Fahnen, Farbmarkierungen und Alben zur Verfügung. Eine LightBox-Ansicht zeigt das gesamte Album mit angewendeten Korrekturen in der Vorschau; Änderungen an einem Bild aktualisieren sich dabei in Echtzeit über die gesamte Sammlung.
Neu ist auch die Möglichkeit, Sony- und Canon-Kameras direkt per Tethering — also per Kabelverbindung — in Resolve einzubinden. ISO, Belichtung und Weißabgleich lassen sich so direkt aus der Software steuern; aufgenommene Bilder landen unmittelbar im Album.
KI-Werkzeuge und selektive Bearbeitung
Resolve 21 bringt acht neue KI-gestützte Werkzeuge mit. Darunter IntelliSearch, das Medienmaterial nach Objekten, Dialoginhalten oder Personen durchsucht. CineFocus simuliert Schärfeverlauf und Blendeneffekte und erlaubt — per Keyframe — auch Rack-Focus-Bewegungen. Hinzu kommen Werkzeuge zur Gesichtsbearbeitung, darunter ein Age Transformer und ein Face Reshaper.
Die KI Magic Mask, die mit einem Klick eine Person oder ein Objekt freistellt, funktioniert nun auch auf Standbildern. Das vereinfacht selektive Eingriffe erheblich: Wer etwa nur die Jacke einer porträtierten Person in der Sättigung anpassen will, ohne den Hintergrund zu berühren, kommt mit einem Klick zur Maske — statt mit Stift und Pfadwerkzeug.
Weitere Neuerungen
Jenseits der Fotofunktionen bringt Resolve 21 nach Herstellerangaben über 100 neue Motion-Graphics-Effekte sowie die Krokodove-Bibliothek mit mehr als 70 zusätzlichen Compositing-Werkzeugen in der Fusion-Seite. Auf der Color-Seite kommen MultiMaster-Trim-Passes und Gruppen-Versionen hinzu. Fairlight, die Audioabteilung des Programms, erhält eine Ordnerfunktion für übersichtlicheres Spurmanagement.
Versionen und Preise
DaVinci Resolve 21 ist in zwei Varianten erhältlich. Die Basisversion ist kostenlos. DaVinci Resolve Studio 21 kostet 295 US-Dollar als Einmalkauf — ohne Abonnement und ohne Upgradegebühr für bestehende Nutzer. Einzelne Funktionen, darunter die KI Magic Mask und der Film Look Creator, sind der Studio-Version vorbehalten.
Beide Versionen stehen ab sofort als öffentliche Beta zum Download bereit.
Weitere Informationen finden Sie auf den Internetseiten von Blackmagic Design.
