Sammlung F.C. Gundlach bleibt weitere 20 Jahre in den Deichtorhallen

Die Sammlung F.C. Gundlach bleibt für weitere 20 Jahre als Dauerleihgabe in den Deichtorhallen Hamburg. Anlass für die Verlängerung ist der 100. Geburtstag des 2021 verstorbenen Fotografen, Kurators und Sammlers. Die Sammlung, die seit 2003 im Haus der Photographie untergebracht ist, wächst im Zuge der neuen Vereinbarung von rund 9.000 auf 14.000 Werke. Neben dem bisherigen Schwerpunkt „Das Bild des Menschen in der Fotografie“ werden künftig auch abstrakte, subjektive, Landschafts- und Objektfotografie stärker vertreten sein. Ergänzt wird die Leihgabe durch die Sammlerbibliothek F.C. Gundlach mit über 10.000 Bänden.

Parallel zur Verlängerung investiert die Stadt Hamburg weiter in die Sanierung und Modernisierung der Südhalle der Deichtorhallen, in der das Haus der Photographie beheimatet ist. Die Ausstellungsfläche wird erweitert, um die wachsende Sammlung angemessen präsentieren zu können. Zwei Ausstellungen zu Gundlachs Werk und Sammlung sind für das Jubiläumsjahr geplant: im Bucerius Kunst Forum und in der Halle für aktuelle Kunst. Zudem wird die von Gundlach initiierte Triennale der Photographie Hamburg erneut stattfinden.
Die Kooperation entspricht dem erklärten Wunsch Gundlachs, seine Sammlung dauerhaft in Hamburg und im Haus der Photographie zu verankern. Vertreter der Stadt, der Stiftung F.C. Gundlach und der Deichtorhallen betonen in ihren Statements die Bedeutung der Sammlung für die Weiterentwicklung des Hauses der Photographie und die Hamburger Kulturlandschaft.
Im Kontext der kreativen Fotografieszene ist die Verlängerung der Dauerleihgabe vor allem als Signal für den Erhalt fotografischer Kultur zu werten. Für Praktiker, die sich mit Bildbearbeitung oder Creative AI beschäftigen, bietet die Sammlung in erster Linie Anregungen. Ihr Wert liegt in der Möglichkeit, fotografische Entwicklungslinien und Bildsprachen im Original zu studieren,ein Aspekt, der für die eigene gestalterische Arbeit inspirierend sein kann, aber nicht zwingend muss.
Die laufende Sanierung schränkt den Zugang aktuell ein, doch nach Abschluss der Arbeiten, nach aktuellem Stand 2028, dürfte das erweiterte Angebot – insbesondere die größere Ausstellungsfläche und die umfangreiche Bibliothek mit 10.000 Bänden und 160 Zeitschriftentiteln – für historisch und konzeptionell interessierte Kreative attraktiver werden.

