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FOF 17: Peter Bauza

FOF 17: Peter Bauza

FOF 17: Peter Bauza

Das Projekt „Copacabana Palace“, für das Peter Bauza über Monate hinweg die Besetzer eines heruntergekommenen Wohnkomplexes in Rio de Janeiro porträtiert hat, ist charakteristisch für die Themen dieses sozial engagierten Fotografen. In seiner fotografischen Arbeit für Zeitschriften wie GEO, LFI, Marie Claire, Paris Match, Stern, Vanity Fair und Zeit beschäftigt er sich unter anderem mit gesellschaftlichen Problemfeldern, Umweltzerstörung, Gesundheit und bedrohten Völkern.

Das Thema von „Copacabana Palace“ ist die Kehrseite des modernen Brasilien, wie es sich anlässlich der Fußballweltmeisterschaft und der Olympischen Spiele präsentierte. Peter Bauza interessierte sich vielmehr für die „sem teto, sem terra“ – Menschen, die „weder Land noch ein Dach über dem Kopf“ haben. Im sarkastisch „Copacabana Palace“ – eigentlich der Name eines Luxushotels am gleichnamigen Strand – genannten Gebäudeensemble, das vor 30 Jahren gebaut, aber nie fertiggestellt wurde, leben schon lange nur noch Hausbesetzer. Ihnen bleibt keine Wahl, als sich mit leeren Fensterhöhlen, bröckelndem Mauerwerk, fehlendem fließenden Wasser und Strom abzufinden, da sie als Tagelöhner, Straßenhändler oder Prostituierte keine Chance auf dem regulären Wohnungsmarkt haben. Peter Bauza hat mit diesen Menschen gelebt und ihr Vertrauen gewonnen, wodurch eine Reportage wie diese überhaupt erst möglich wurde. In solche von Banden und Drogenhändlern dominierten Slums gelangt kein Tourist, es sei denn, um schnell ein Erinnerungsfoto des pittoresken Elends zu machen und wieder zu verschwinden. Bauza dagegen schafft es, das Leben dieser Menschen zu vermitteln, ihre Träume und Wünsche, ihr Elend, aber auch ihre gelegentlichen Momente des Glücks.

Die Ausstellung „Copacabana Palace“ ist noch bis zum 14. Juni 2017 im Marinekomplex zu sehen. Ein Bildband zu diesem Projekt ist in der Edition Lammerhuber erschienen.

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