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Hautretusche: seidig-samtige Haut

In diesem Gastbeitrag von PSD-Tutorials erfahren Sie, wie seidig-sanfte Haut mit feiner Porenstruktur in der Hautretusche entstehen kann.

Bildquelle: Amir Kaljikovic @ Fotolia.de
Die Hautretusche setzt sich aus drei Arbeitsschritten zusammen. Zum ersten wird die Haut von Unreinheiten befreit, zum zweiten werden Farbunterschiede in der Haut ausgeglichen und zum dritten wird die Haut geglättet unter Berücksichtigung der natürlichen Hautporen. Der dritte Schritt ist der anspruchsvollste, denn da geht es darum, die groben Strukturen weichzuzeichnen und die Poren nach wie vor scharf darzustellen.

Die Hautretusche ist empfehlenswert, wenn Pickelchen, Flecken und Lichtreflexionen die Haut unruhig und unrein wirken lassen. Der Effekt der Retusche ist seidig-sanfte Haut, die noch natürlich wirken soll. In diesem Tutorial zeige ich, wie seidig-sanfte Haut mit feiner Porenstruktur in der Hautretusche entstehen kann.
Vorbemerkung: Die Bebilderung aus diesem Tutorial wurde einem Video-Training entnommen, bei dem die Bearbeitung in Abwägung der notwendigen Sorgfalt und der für ein Video-Training gebotenen Kürze erfolgte. Daher konnte nicht in jedem Fall die erforderliche Sauberkeit bei der Bearbeitung gewährleistet werden.

1. Schritt: Hautunreinheiten entfernen

Das Ausbessern-Werkzeug und der Reparatur-Pinsel eignen sich sehr gut für das Retuschieren von Hautunreinheiten. Das Reparatur-Pinsel-Werkzeug arbeitet ähnlich wie der Kopierstempel. Bereiche werden mit der ALT-Taste als Quelle fokussiert und danach können die Hautbereiche bearbeitet werden. Der Unterschied besteht darin, dass anders als beim Kopierstempel ein Ausgleich bei Helligkeit, Kontrast, Farbton und Sättigung erfolgt. Somit verzeiht der Reparatur-Pinsel Abweichungen bei Farbstimmigkeit der Quelle zum Zielbereich etc.
Das Ausbessern-Werkzeug ist eine Mischung aus Lasso-Werkzeug und Reparatur-Pinsel-Werkzeug. Eine Quelle wird dabei mit dem Werkzeug ausgewählt und anschließend ein besserer Bereich in die Auswahl geschoben. Danach erfolgt die Anpassung der Helligkeit, des Kontrastes, des Farbtons und der Sättigung. Das Ausbessern-Werkzeug bietet sich bei der Hautretusche an, ist aber auch ein bewährtes Mittel bei der Fotobearbeitung, wenn Bildteile aus dem Bild unerkannt entfernt werden sollen.
Welches Werkzeug eignet sich genau wofür?
Mit dem Ausbessern-Werkzeug lassen sich schneller größere Bereiche wie Falten retuschieren. Das Reparatur-Werkzeug arbeitet intuitiver, weil vorab der Bereich nicht ausgewählt werden muss. Damit lassen sich also besser kleinere und detaillierte Bildteile bearbeiten. Ob Sommersprossen aus dem Bild entfernt werden sollen, ist immer abhängig vom Auftraggeber. Bei reinen Nachbearbeitungen von Fotos für Modells/Privatpersonen ist auf jeden Fall Rücksprache mit der betreffenden Person zu führen, weil Sommersprossen, Narben und Leberflecke auch Teil der äußeren Identität darstellen. Kleine Pickelchen sind kein Problem und können bedenkenlos entfernt werden. In diesem Beispiel zeige ich, wie ich mit dem Reparatur-Pinsel die kleinen Hautauffälligkeiten entferne.
Mit ALT wähle ich im angrenzenden Bereich zur zu bearbeitenden Stelle eine saubere Hautpartie. Mit einem kleinen, weichen Pinsel repariere ich dann die unreinen Hautpartien. Die Flecken verschwinden sehr schnell und einfach. So gehe ich durch das Gesicht und entferne die störenden Elemente.

2. Hautfarben angleichen

Die Haut kann unruhig wirken, wenn vereinzelte Stellen dunkler oder heller als andere sind. Das auszugleichen, lässt die Haut vitaler und sauberer aussehen. Wichtig ist, dass ich nicht Schatten, die für die Gesichtsform notwendig sind, verändere.
Optimal ist es, wenn ich farbliche Hautirritationen im Effekt verstärke, damit ich einen optimalen Gradmesser zum Ausgleich habe. Der schnellste Weg besteht darin, dass ich eine Einstellungsebene Dynamik anlege und beide Regler (Dynamik und Sättigung) näherungsweise zu + 100 bewege. Es kommt ganz darauf an bei der Einstellung der Regler, wie dunkel das Gesicht bereits ist. Je dunkler das Gesicht, desto weniger verschiebe ich die Regler nach rechts.

Jetzt sehe ich deutlicher, wo es farbliche Dysbalancen gibt. Übrigens: Über die Einstellungsebene Dynamik lassen sich auch sehr gut Farbstiche im Bild beurteilen.

Ich lege mir eine neue Ebene mit 50-prozentigem Grau im Modus Ineinanderkopieren an. Der Modus sorgt für einen Konstrastausgleich, je heller oder dunkler die gemalten Farben in der Grauebene werden. 50 Prozent Grau ist dabei quasi der Originalbildwert. Male ich mit dunklen Farben in die Ebene, werden diese kontrast- und sättigungsverstärkend im Bild multipliziert. Bei hellen Farben wird kontrast- und sättigungsmindend das Bild negativ multipliziert.

Jetzt gleiche ich die Farbdysbalancen mit einem weichen Pinsel und sehr geringer Deckkraft (5-15 Prozent) aus. Optimal ist es, sich als Vordergrundfarbe einen dunkelgrauen und als Hintergrundfarbe einen hellgrauen Farbton einzustellen. So kann man sehr schnell mit X die Farben wechseln und die Haut in den Tiefen und Lichtern ausgleichen.

Genau passiert ist jetzt Folgendes – man sieht es im Modus Normal:

Die Einstellungsebene Dynamik kann anschließend deaktiviert bzw. gelöscht werden.

Die Einstellungsebene Dynamik gibt es erst seit Photoshop CS4. Alternativ kann ich bei der Arbeit in Vorversionen der CS4 auch eine Einstellungsebene Kanalmixer wählen. Dort stelle ich Monochrom ein und regle den Rot- und Grünkanal herunter und den Blaukanal, welcher die Informationen über die groben Strukturen im Bild enthält, herauf. So habe ich einen ähnlichen Effekt in Schwarzweiß wie bei der Einstellungsebene Dynamik.

3. Schritt: Haut glätten und Poren bewahren

3. 1   Der Klassiker: Weichzeichnung und Reduzierung der Deckkraft
Den Gaußschen Weichzeichner gibt es schon seit sehr langer Zeit in Photoshop, und er wurde daher schon frühzeitig für Retuschezwecke, insbesondere zum Glätten von Haut eingesetzt. Mit diesem Filter lässt sich eine Person auf leichte Weise etwas auffrischen.

Ich kopiere alle sichtbaren Ebenen reduziert zu einer neuen Ebene mit STRG+SHIFT+ALT+E und konvertiere diese in ein Smart-Objekt. Das hat den Vorteil, dass ich jederzeit den Grad der Weichzeichnung variieren kann.

Jetzt wähle ich das Menü Filter => Weichzeichnungsfilter => Gaußscher Weichzeichner.

Ich wähle einen Radius, der den Bildbereich auch richtig unscharf macht.

Die Smartfiltermaske fülle ich mit schwarzer Farbe, damit noch kein Bereich von der Weichzeichnung erfasst wird. Anschließend male ich mit einem weichen weißen Pinsel mit mittlerer Deckkraft alle Hautpartien ab, die weichgezeichnet werden sollen. Konturen im Bild und insbesondere Haare, Augen und Mund spare ich dabei aus.

Jetzt verringere ich die Deckkraft der Ebene auf einen Wert zwischen 40 und 70 Prozent. Dadurch habe ich die groben Hautstrukturen etwas abgemildert, ohne dass dabei die gesamte Struktur zerstört wurde. Durch die Deckkraftreduzierung kommen die Poren wieder zurück ins Bild. Bei Bedarf kann ich den Smartfilter für die Weichzeichnung anpassen.
Der Gaußsche Weichzeichner kann zum Glätten von Haut durchaus eingesetzt werden. Allerdings werden mit dieser Bearbeitung immer Detailinformationen verloren gehen, die gerade bei hohen Auflösungen auffallen. Für eine feine Hautretusche empfiehlt sich eine Kombination mit anderen Werkzeugen und Filtern.

3. 2   Weichzeichnung und Schärfung in einer Ebene
Bei der normalen Weichzeichnung und der Reduzierung der Deckkraft werden die Sanftheit der Haut und die Sichtbarkeit der Poren mit einem Regler bzw. in einer Ebenenmaske austariert. Je weichgezeichneter die Haut, desto weniger Strukturen bleiben von den Poren sichtbar.

Eine weitere beliebte Methode zur Hautglättung kombiniert die Weichzeichnung mit einer Schärfung.

Ich wähle alle meine sichtbaren Ebenen aus und füge diese kopiert in einer eigenen Ebene ein (STRG+ALT+SHIFT+E).

Jetzt wähle ich den Modus Strahlendes Licht und kehre den Ebeneninhalt mit STRG+I um.
Strahlendes Licht hat eine ähnliche Wirkung wie Ineinanderkopieren. Nur dass von der 50-Prozent-Grauebene heraus bei dunkleren Farben nicht multipliziert, sondern addiert wird und bei helleren Farben nicht negativ multipliziert, sondern subtrahiert wird.

Wichtig: Jetzt wird die Ebene in ein Smart-Objekt konvertiert, damit ich die Anwendung des Weichzeichners und des Hochpassfilters jederzeit variieren kann. Und so ist auch später besser nachvollziehbar, was passiert ist bzw. was gemacht wurde in dieser Ebene.

Ich wähle nun den Gaußschen Weichzeichner, um meine Strukturen wieder zurück in die Ebene zu holen. Bei einem Wert von 3-4 Pixel werden die Poren wieder sichtbar. Ich bestätige mit OK.

Mit dem Hochpassfilter bei einem Wert von 22 bis 30 Pixel Radius verstärke ich die Konturen im Bild.

Der Hochpassfilter wird gern zum Schärfen eingesetzt, indem die Ebene in eine 50-Prozent-Grauebene verwandelt, darin die Konturen geschärft und später im Modus Ineinanderkopieren mit dem bestehenden Bild verrechnet wird. Hier wird dieser Effekt umgekehrt. Der Hochpassfilter sorgt nach wie vor für die Schärfung, allerdings wandelt er das Bild wieder zurück von 50-Prozent Grau in die normale Ansicht und spielt so den vorab angewendeten Weichzeichner wieder ein. Mit dem Radius des Weichzeichners konnte ich die groben Hautstrukturen im angegebenen Radius, d. h. im eingestellten Pixelumkreis, glätten und die Poren mit dem Hochpassfilter herausarbeiten.

In einer zugefügten Ebenenmaske begrenze ich die örtliche Wirkung des Effekts.
Es bietet sich an, den jetzigen Effekt auch im Modus Ineinanderkopieren auszuprobieren, um zu schauen, ob die Multiplizierung der Grauebene besser wirkt als die Verrechnung mit Nachbelichten und Abwedeln (Addierung und Subtraktion).

Der Vorteil dieser Technik gegenüber der klassischen Weichzeichnung besteht darin, dass ich neben der Glättung auch noch die Hervorhebung der Poren bewirken kann.

3. 3  Weichzeichnung und Schärfung über Tonwertausblendungen
Alternativ zu der eben gezeigten Methode kann ich auch folgendermaßen vorgehen:

Ich kopiere wieder alle sichtbaren Bildelemente zu einer Ebene (STRG+ALT+SHIFT+E).

Die Ebene konvertiere ich in ein Smart-Objekt. Anschließend wende ich einen Weichzeichnungsfilter (Gaußscher Weichzeichner oder Matter machen) an. Nun rufe ich mit Klick rechte Maustaste auf die Ebenenminiatur die Fülloptionen auf und wähle den grauen Farbbereich.

Jetzt kann ich entscheiden, ob ich den Weichzeichnungseffekt einblenden und die groben Strukturen ausblenden möchte, dann wähle ich den oberen Regler, oder die Porenstrukturen der darunterliegenden Ebene hoch hole, dann wähle ich den unteren Regler.

Ich entscheide mich, den Weichzeichnungseffekt als Ebeneninhalt zu nehmen. Den schwarzen Schieber verschiebe ich nach rechts. Mit ALT kann ich das linke kleine Dreieck vom Regler trennen und den Übergang glätten. Ebenso gehe ich mit dem rechten Regler vor. Diesen verschiebe ich nach links und sorge mit ALT für einen weichen Übergang.

Wird die Ebene allein eingeblendet, sieht man, was passiert ist:

Zum Vergleich die Variante über die Weichzeichnung und Schärfung in einer Ebene:

Ein kleiner Abschlusstipp: Wenn die Poren in einem Bild nicht ganz so wollen wie gedacht, kann man diese auch separat in einer Ebene anzeigen lassen. Das geht, indem i.d.R. der Blaukanal ausgewählt (STRG+A), kopiert (STRG+C) und im Dokument eingefügt (STRG+V) wird.

In der Farbbereichsausblendung in den Fülloptionen kann ich alle hellen Bereich ausblenden lassen. Es bleiben nur noch die dunklen porigen Elemente erhalten. Die Ebenen setze ich in den Modus Luminanz, damit nur die Helligkeitswerte der Poren durchkommen.

So kann ich diese Ebene mit der passenden Ebenenmaske über bestehende Ebenen legen, um die Poren noch etwas zu verstärken. Man erhält einen sanfte Schicht Poren für die Haut. So sieht sie aus, wenn sie allein angezeigt wird.

Der Effekt ist eine leichte Verstärkung des Porenbildes:

Vorher-Nachher-Vergleich der Hautretusche:

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