Technik

Sigma FP2: Kompakte Vollformatkamera mit 6K-Video und verbessertem Autofokus

Sigma führt seine ungewöhnlich kompakte fp-Kameraserie mit der FP2 fort. Die neue spiegellose Vollformatkamera ist mit einem teilweise gestapelten CMOS-Sensor mit 24,5 Megapixeln, einem verbesserten Autofokus und einem neigbaren Touch-Display ausgestattet. Sie richtet sich gleichermaßen an Fotografen und Filmemacher. Wie ihre Vorgänger bietet sie einen L-Mount-Anschluss für Wechselobjektive und lässt sich mit Zubehör für unterschiedliche Aufnahmebedingungen ausbauen. Ein mechanischer Verschluss und ein beweglich gelagerter Sensor für die Bildstabilisierung sind sind auch bei der neuen FP-Kamera nicht vorgesehen.

Der neue Sensor soll durch seine schnellere Auslesung den Rolling-Shutter-Effekt verringern, bei dem sich beispielsweise senkrechte Linien während eines schnellen Kameraschwenks schräg abbilden. Serienaufnahmen sind mit bis zu 20 Bildern pro Sekunde und maximal 200 Bildern in Folge möglich. Der Autofokus erkennt Menschen, Tiere und nun auch Vögel. Für die Bildgestaltung stehen 13 Farbmodi bereit, die sich über eine eigene Taste aufrufen lassen.

Anders als bei den bisherigen fp-Modellen lässt sich das rückwärtige Display der FP2 nach oben um 90 Grad und nach unten um 45 Grad neigen. Damit können Fotografen auch bei bodennahen Aufnahmen oder beim Fotografieren über eine Menschenmenge hinweg den Bildausschnitt kontrollieren. Einen integrierten elektronischen Sucher besitzt die Kamera nicht. Sigma bietet dafür den optionalen EVF-21 mit einem 0,5 Zoll großen OLED-Display und 5,76 Millionen Bildpunkten an. Er wird über USB-C angeschlossen und lässt sich ebenfalls um 90 Grad nach oben schwenken.

Neben dem Steckplatz für SD-Speicherkarten verfügt die FP2 über 70 Gigabyte internen Speicher. Laut Sigma reicht eine Akkuladung für etwa 370 Fotos oder 130 Minuten Video. Das entspricht einer rund 30 Prozent längeren Akkulaufzeit gegenüber der ursprünglichen Sigma fp.

6K-Video im Open-Gate-Format

Über einen Schalter auf der Gehäuseoberseite wechselt die FP2 zwischen Foto- und Filmmodus. Beide Betriebsarten besitzen eine eigene Benutzeroberfläche. Im Videomodus zeichnet die Kamera mit bis zu 6K-Auflösung im Open-Gate-Verfahren auf. Dabei nutzt sie die gesamte Sensorfläche, sodass Filmemacher aus derselben Aufnahme beispielsweise einen breiten Kinoausschnitt oder ein vertikales Video für soziale Netzwerke gewinnen können.

Sigma gibt einen Dynamikumfang von bis zu 14,1 Blendenstufen bei 4K-Vollformataufnahmen mit dem Log-Profil L-Log an. Das Profil von Leica soll größere Spielräume bei der Farbkorrektur bieten. Daneben unterstützt die FP2 das Videoformat ProRes Raw. Für die Tonaufzeichnung mit 32-Bit-Gleitkommaformat benötigt sie zusätzlich den Blitzschuhadapter HU-21 und kompatibles Audiozubehör von Panasonic. Die Funktion soll sowohl sehr leise als auch laute Tonsignale mit großem Pegelspielraum erfassen.

Eine weitere Funktion ist der „Director’s Viewfinder“. Damit simuliert die FP2 die Bildausschnitte verschiedener Kinokameras, darunter ARRI ALEXA 35, Sony VENICE 2 und BURANO. Auch die entzerrte Vorschau für anamorphotische Objektive ist vorhanden.

Die Kamera besitzt seitliche Befestigungsgewinde für Zubehör. Sigma bietet unter anderem einen Blitzschuhadapter, eine Basisplatte, eine Sucherlupe für das rückwärtige Display sowie einen Anschluss für die externe Stromversorgung an.

Die Sigma FP2 soll im November 2026 für 2200 Euro auf den Markt kommen. Weitere Informationen finden Sie auf den Internetseiten von Sigma.

Johannes Wilwerding

Johannes Wilwerding hat bereits Mitte der Achziger Jahre und damit vor dem Siegeszug von Photoshop & Co. Erfahrungen in der Digitalisierung von Fotos und in der elektronischen Bildverarbeitung gesammelt. Seit 2001 ist er freiberuflicher Mediengestalter und seit 2005 tätig für das DOCMA-Magazin.

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