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Adobe und NVIDIA beschleunigen Photoshop, Premiere und Substance 3D

Adobe und NVIDIA bauen ihre Zusammenarbeit aus, um die Bildbearbeitung, Videoproduktion und 3D-Gestaltung zu beschleunigen. NVIDIA liefert dafür die Hardware und Technologien für künstliche Intelligenz (KI), während Adobe seine Anwendungen und Cloud-Dienste entsprechend optimiert. Im Mittelpunkt stehen Photoshop, Premiere, Substance 3D Painter und Frame.io. Auch KI-Agenten, die mehrere Arbeitsschritte innerhalb einer Anwendung übernehmen können, sollen von der höheren Rechenleistung profitieren. Das gaben beide Unternehmen im Vorfeld der Adobe MAX, die vom vom 10. bis 12. November in Miami stattfindet, bekannt gegeben.

Adobe passt Photoshop, Premiere und Substance 3D Painter an NVIDIAs RTX-Spark-Plattform an. Deren Prozessorarchitektur kombiniert Rechenkerne für allgemeine Aufgaben und KI-Berechnungen mit einem gemeinsamen Arbeitsspeicher. Dadurch können unterschiedliche Recheneinheiten auf dieselben Daten zugreifen, ohne sie ständig zwischen getrennten Speicherbereichen übertragen zu müssen. Laut NVIDIA laufen bestimmte KI-Funktionen und Bearbeitungsschritte auf RTX Spark dadurch bis zu doppelt so schnell. Die Angabe bezieht sich auf die optimierte Plattform und lässt sich nicht ohne Weiteres auf andere Rechner übertragen.

Remove-Tool von Photoshop

In Photoshop hat Adobe unter anderem die Berechnung mehrerer Bildebenen über den Grafikprozessor (GPU) verbessert. Davon profitieren beispielsweise das Entfernen störender Objekte und Effekte wie der Gaußsche Weichzeichner. Premiere nutzt die Hardwarebeschleunigung bei der Wiedergabe, beim Rendering, bei der Farbkorrektur und bei KI-Funktionen. Dazu gehören „Enhance Speech“ zur Verbesserung von Sprachaufnahmen und „Object Mask“ zur automatischen Maskierung von Bildobjekten. Substance 3D Painter verarbeitet rechenintensive Texturierungsaufgaben schneller.

Auch bei Frame.io übernimmt Adobe die Integration der NVIDIA-Technologien. Der Cloud-Dienst nutzt künftig unter anderem NVDEC zur hardwarebeschleunigten Videodekodierung sowie TensorRT und CUDA zur beschleunigten Datenverarbeitung. Damit lassen sich Videoinhalte schneller analysieren und für die inhaltsbasierte Suche aufbereiten. Das System wandelt erkannte Bildmerkmale in numerische Vektoren, sogenannte Embeddings, um. So können Anwender beispielsweise in einer umfangreichen Videobibliothek nach bestimmten Motiven suchen. Bei ausgewählten Tests beschleunigte sich die Berechnung dieser Suchdaten laut Adobe um den Faktor fünf. Die Verarbeitungszeit sank bei einem Messwert für 95 Prozent der Vorgänge um den Faktor vier bis fünf. Gleichzeitig benötigten die für die Suche verwendeten Proxy-Dateien rund 80 Prozent weniger Speicherplatz.

Ein weiterer Teil der Kooperation betrifft „Adobe Brand Concierge“, einen KI-gestützten Dialogdienst für Unternehmen. Adobe integriert dafür die offenen Nemotron-Sprachmodelle von NVIDIA. Sie sollen Kundenanfragen anhand vorhandener Unternehmensinformationen beantworten und personalisierte Gespräche ermöglichen. NVIDIA will Brand Concierge auch auf seiner eigenen Website einsetzen. Die neue Version soll noch 2026 für Unternehmenskunden verfügbar sein.

Die Zusammenarbeit knüpft an eine bereits im März angekündigte strategische Partnerschaft an. Weitere Entwicklungen wollen Adobe und NVIDIA auf der Adobe MAX vom 10. bis 12. November 2026 in Miami vorstellen. Konkrete Angaben dazu, wie stark Fotografen und Videoproduzenten mit herkömmlichen Rechnern von den Optimierungen profitieren, liegen bislang nicht vor.

Johannes Wilwerding

Johannes Wilwerding hat bereits Mitte der Achziger Jahre und damit vor dem Siegeszug von Photoshop & Co. Erfahrungen in der Digitalisierung von Fotos und in der elektronischen Bildverarbeitung gesammelt. Seit 2001 ist er freiberuflicher Mediengestalter und seit 2005 tätig für das DOCMA-Magazin.

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