
OM System führt die PEN-Reihe unter eigenem Markennamen fort. Die neue OM System PEN ist zugleich die erste Kamera der Serie mit elektronischem Sucher und einem gegen Staub und Spritzwasser geschützten Gehäuse. Im Inneren der Micro-Four-thirds-Kamera stecken ein Live-MOS-Sensor mit 20,37 Megapixeln und der TruePic-IX-Bildprozessor. Die OM System PEN kommt am 1. Oktober für rund 1000 Euro in den Gehäusevarianten Silber/Schwarz und Schwarz in den Handel.
Der elektronische Sucher verändert das bisherige PEN-Konzept an einer entscheidenden Stelle. Fotografen sind bei hellem Sonnenlicht nicht mehr allein auf das rückwärtige Display angewiesen, das sich ausklappen und drehen lässt. Auch beim Wetterschutz rückt die PEN näher an andere OM-System-Kameras heran. Das Gehäuse besitzt einen nach IPX1 zertifizierten Spritzwasserschutz und ist gegen Staub abgedichtet. Der Schutz gilt zusammen mit einem entsprechend abgedichteten Objektiv.
Die Kamera stabilisiert den Sensor über fünf Achsen. OM System gibt eine Kompensation von bis zu 5,5 Belichtungsstufen in der Bildmitte und 4,5 Stufen am Rand an. Gemessen wurden diese Werte nach dem CIPA-2024-Standard mit dem ebenfalls neuen 14–42-Millimeter-Zoom bei 42 Millimetern.

Film-Looks direkt in der Kamera
Einen Schwerpunkt legt OM System auf die Farbgestaltung. Über einen eigenen „Profile Control“-Schalter an der Vorderseite gelangt man direkt zu Farb- und Schwarzweißprofilen. Bei Farbaufnahmen lässt sich die Sättigung von zwölf Farben jeweils in elf Stufen verändern. Hinzu kommen Einstellungen für Lichter und Schatten sowie Vignettierung. Vier Vorgaben reichen von „Film Rich Color“ mit kräftigen Farben bis zu „Film Soft Tone“ mit zurückhaltenderer Wiedergabe. Die Wirkung lässt sich bereits beim Fotografieren im Sucher beurteilen.
Für Schwarzweißaufnahmen kombiniert die Kamera unter anderem Farbfilter, Tonwertkorrekturen, Vignettierung und simuliertes Filmkorn. Auch dafür gibt es vier fertige Profile. Die Profile stehen mit Ausnahme von S&Q-Aufnahmen auch für Video zur Verfügung. S&Q bedeutet „Slow and Quick Motion“, also Zeitlupen- und Zeitrafferaufnahmen.

High-Res-Aufnahmen, Live ND und Focus Stacking
Eine eigene CP-Taste bietet Zugriff auf „Computational Photography“-Funktionen, bei denen die Kamera mehrere Aufnahmen oder interne Berechnungen kombiniert. Durch Gedrückthalten der CP-Taste und Drehen des Einstellrads lassen sich die verschiedenen Funktionen auswählen. Dazu gehören hochauflösende Aufnahmen vom Stativ und aus der Hand, Focus Stacking, Mehrfachbelichtungen und HDR. Live ND simuliert Neutraldichtefilter in den Stärken ND2 bis ND16. So lässt sich beispielsweise fließendes Wasser länger belichten, ohne einen echten Graufilter vor das Objektiv schrauben zu müssen.
Der Autofokus nutzt 121 Kreuzsensor-Phasendetektionsfelder auf dem Bildsensor. Erstmals innerhalb der PEN-Reihe erkennt er per KI Menschen sowie Katzen und Hunde. Der Modus „Starry Sky AF“ unterstützt das automatische Scharfstellen bei Sternaufnahmen. „Pro Capture“ puffert bereits vor dem vollständigen Drücken des Auslösers bis zu zwölf Bilder und erreicht eine Serienbildrate von bis zu 30 Bildern pro Sekunde; das funktioniert auch im Raw-Format.

Neues 14–42-Millimeter-Zoom mit Spritzwasserschutz
Zusammen mit der PEN stellt OM System das M.Zuiko Digital 14-42mm F3.5-5.6 III vor. An Micro Four Thirds entspricht sein Bildwinkel ungefähr einem 28–84-Millimeter-Objektiv an einer Kleinbildkamera. Damit reicht es vom gemäßigten Weitwinkel bis zum kurzen Tele und deckt typische Motive auf Reisen und im Alltag ab. Die optische Konstruktion besteht aus acht Linsen in sieben Gruppen, darunter drei asphärische Elemente. Beim Zoomen fährt der Tubus aus. Er lässt sich zum Transport durch einfaches Drehen am Zoomring einfahren. Das Objektiv ist gegen Spritzwasser und Staub abgedichtet.
Interessant ist das kleine Zoom auch für Nahaufnahmen. Im Weitwinkel liegt die Naheinstellgrenze bei 13 Zentimetern. Dabei kann sich die Frontlinse bis auf etwa vier Zentimeter dem Motiv nähern. Die maximale Vergrößerung gibt OM System mit 0,53-fach im Kleinbildäquivalent an. Das Objektiv unterstützt das kamerainterne Focus Stacking, bei dem mehrere unterschiedlich fokussierte Aufnahmen zu einem Bild mit größerer Schärfentiefe kombiniert werden.
Das M.Zuiko Digital 14-42mm F3.5-5.6 III soll ab Anfang Oktober für rund 400 Euro erhältlich sein. Die OM System PEN kostet rund 1000 Euro, für 100 Euro Aufpreis gibt es Kamera und Objektiv zusammen.
Weitere Informationen finden Sie auf den Internetseiten von OM System.





