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Uralter, rückwärtsgewandter Kram

32 Raspe_Stich1

Grafik: Doc Baumann

Wie kann die DOCMA-Redaktion rausfinden, ob unser Themenspektrum bei den Leserinnen und Lesern ankommt? Ab und zu müssen auch wir uns Gedanken über so was wie Marketing machen. Momentan im Fokus der Diskussion: Meine Tutorials zu traditionellen künstlerischen Techniken. Da brauche ich mal Ihre Hilfe: Bin ich der Einzige, den so was interessiert? Oder sollte man so altes Zeug aus dem Heft rauswerfen?

Ich hatte immer gedacht, Retro sei in. Normalerweise ist für mich bereits die Feststellung, etwas sei „in“ oder gar „angesagt“, Grund genug, schreiend die Flucht zu ergreifen und möglichst das Gegenteil zu tun. Dass derzeit zum Beispiel ein Vollbart „in“ sein soll, sehe ich überall, in den Medien, aber auch realiter. Nach nahezu fünfzig Jahren gehört meiner zwar so fest verwurzelt zu mir, dass ich ihn deswegen nicht abrasieren würde – obwohl es mir eigentlich egal ist, erweckt allein die Vorstellung, jemand könnte annehmen, ich trüge ihn deshalb, weil er „in“ ist,  in mir das Gefühl heftigster Abneigung.

Beim Nachdenken darüber, was unsere Leser/innen von DOCMA erwarten (und was nicht), schrieb ein Kollege, er würde „in Frage stellen, ob die Beiträge mit (kunst-) historischen Bezügen (,Digitaler Kupferstich‘, ,Tabletop‘, ,Boschs Höllenhäuser‘) dem Heft wirklich guttun. Er zumindest empfände diese Workshops als rückwärtsgewandt und gehe davon aus, dass sie das DOCMA-Image in dieser Hinsicht ein Stück weit prägen.“)

Na, hoffentlich, war meine erste Reaktion. Aber man kann das auch anders sehen. Tabletop ist sicherlich ziemlich retro; Kupferstich und Hieromymus Bosch erst recht. Wahrscheinlich sind die schon prä-retro. Für mich wäre nun gerade das ein Grund (wenn ich mal für ein paar Augenblicke annehme, ich sei nicht Doc Baumann, aber stark an digitaler Bildbearbeitung interessiert), DOCMA zu kaufen. Aber ich gebe zu, dass das nicht für alle von Ihnen gelten muss.

Um wieder einmal auf meinen Roman zurückzukommen, an dem ich derzeit arbeite (wahrscheinlich müssen Sie die nächsten zwei Jahre damit leben, dass ich dieses Thema in meinem Blog erwähne): Den werde ich mit alten Stichen illustrieren. (Das hat zwar Eco schon in seinem „Friedhof in Prag“ gemacht, aber da ich die Idee dazu Jahre vor dessen Erscheinen hatte, mache ich deswegen keinen Rückzieher.) Nun gibt es leider nicht von allem, was ich im Bild zeigen will, einen Stich. Zum Beispiel ist keiner von Rudolf Erich Raspe bekannt, nur ein Medaillon. (Machen Sie sich keine Sorgen, falls Sie den Namen nicht kennen. Sofern es doch irgendwo klingelt, kommt Ihnen vielleicht noch der Name „Münchhausen“ in den Sinn. Obwohl ausgerechnet dieser Teil seines Lebens, dessentwegen man sich gelegentlich seiner erinnert, in meinem Buch keine wichtige Rolle spielt.)

Wie auch immer: Es gibt nur das Medaillon, keinen Stich – aber da ich den brauche, habe ich ihn eben selbst gemacht. Wie das geht, will ich in der übernächsten DOCMA (Heft 68) zeigen. Und ausgerechnet da funkt nun diese störende Einschätzung dazwischen, solche kunsthistorischen und rückwärtsgewandten Themen täten dem Heft nicht gut – mit anderen Worten: Sie wollten sich so alten Kram nicht ansehen oder gar die vorgestellten Techniken selbst nachvollziehen.

Also, raus mit der Sprache! Offen und ehrlich: Ist so was für Sie ein Bestandteil von DOCMA, den Sie schätzen – oder meinen Sie eher, derlei sei völlig überflüssig und wir sollten diese Seiten lieber mit moderneren Themen füllen?

 

 

  1. pite

    nicht die Bohne! auf keinen Fall rausschmeissen!
    das sind die Themen di in hohem Mase dazu beitragen, dass ich regelmäßig in den Kiosk renne und mir die DOCMA hole.
    Das Hippe und Aktuelle gibt´s genug im Heft, mit solchen Themen unterscheidet Ihr Euch zum Rest des Marktes.
    Weiterso DOC, ich warte schon auf einen Fortsetzung.

  2. erige

    Wer sich nur auf das Neueste konzentriert, dem fehlt der Hintergrund. Es ist nicht nur interessant, sondern auch noch wichtig!

  3. gerke

    Wie sagte schon Wilhelm von Humboldt: Nur wer die Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft!

  4. pipof

    auf gar keinen fall!!!
    oder soll vielleicht der 1000 ste workshop zum them falltenglätung bei 20 jährigen gedruckt werden?

    wenn das geschieht lasse ich mir aus trotz einen vollbart stehen

  5. wharst

    Gerade solche Themen *erwarte* ich in der DOCMA, wenn man lediglich die „neuesten Looks“ nachbaut, kommt man schließlich nicht weiter. Die Beschäftigung mit älteren Bildwelten schärft m.E. den Blick und erweitert die kreativen Möglichkeiten über den angesagtesten Filter hinaus.

  6. dunkelmann

    Ich liebe „alten Kram“, und mein Vollbart ist auchch sschon 50 Jahre alt.

  7. Imagonos

    Dranbleiben an dem alten Kram, die Verbindungen zur verpixelten Gegenwart knüpfen und gerne Mengen an Hintergrundinformation zu den Altvorderen und ihren Künsten mitliefern!
    Bitte nicht die raren und wertvollen Seiten des Magazins an noch mehr Technikthemen zum neuesten Foto- und Computerschnickschnack verschenken. Infos wie etwa „Benchmarktests“ und die Auflistung der Gesamtpalette allerneuester Foto- und Computertechnik für Technik-Connaisseure sowie deren Erprobung im hauseigenen „Labor“ finde ich auch woanders zuhauf (deren Qualitäten mal aussen vor gelassen).
    Publikationen, die sich eher an Fotoapparate- und Objektivsammler mit zuviel Platz im Keller wenden gibt es schon zu viele. Vor Angst, das letztgültige Produkt, nämlich das Bild, bewerten zu müssen, werden lieber sinnfremde Testreihen produziert, die selbst in Engschrift kaum auf eine Tapetenrolle passen.
    Von der Sorte Lektüre sind die Auslagen der Zeitschriftenhändler zugekachelt. Vom Angebot im www ganz zu schweigen.
    So bitte nicht, daher:
    Dranbleiben!

  8. rollpu

    Bitte den alten Kram beibehalten und dabei bedenken: Nicht jeder hat die neuesten Programme!

  9. manfred

    Merkwürdige Sichtweise. Es ist doch kein „alter Kram“, sich mit alten Techniken zu beschäftigen. Das ist im Gegenteil sehr modern. Ich muss als Photoshop-Nutzer wissen, wie ich zu diesem oder jenem Ergebnis komme, wenn ich nicht auf der Stelle treten will. Die Technik des Kupferstiches zum Beispiel ist sehr alt. Die Umsetzung der gleichen Anmutung in Photoshop/digitalen Techniken ist dagegen noch relativ jung. Wer immer dasselbe in Photoshop macht, muss die Seiten doch auch nicht lesen. Er befindet sich aber eigentlich schon dort, wo die ewig gestrigen sind, die nichts Neues mehr probieren mögen. Und ich behaupte mal, dass es für die meisten etwas Neues ist, sich mit dem vermeintlich Alten zu beschäftigen. Lieber mal eine weitere „alte Technik“ etwas besser verstehen, als die tausendste Anleitung für einen „Grunge-Effekt“, der am Ende so aussieht, wie die meisten anderen vor ihm auch. Schlimm finde ich es allerdings, wenn man sich ausschließlich zurück wendet und dem „früher war alles besser“ frönt. Dann verpasst man so viele spannende Dinge, die uns das Leben heute und hoffentlich auch in Zukunft eröffnet.

  10. gisy

    der „alte Kram“ macht Euch sympatisch….
    der moderne „Kruscht“ wird auch woanders plattgetreten…

    Also Doc, mach weiter!

  11. coffy

    Nix raus nehmen! Ich habe hier diverse Magazine zu Photoshop und im Grunde ist es alles irgendwie gleich. Hoffnung hatte ich als mal angekündigt wurde sich etwas intensiver mit Matte Painting zu befassen aber nix da, es wurde ein Tutorial oder sonst was genommen.
    Das ist doch gerade das Tolle wenn auch mal Techniken vorgestellt werden die man so nicht kennt.
    Für den Einen ist es alter Kram für die Anderen Neuland.

  12. dieselross

    Bitte auf gar keinen Fall etwas ändern. Wie will jemand ohne Hintergrundwissen vernünftige Arbeit leisten? Und einen erklecklichen Teil eben dieses Hintergrundwissens beziehe ich allmonatlich aus der DOCMA. An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank dafür und für die vielfältigen Anregungen zum „besser werden“, die ich nicht mehr missen möchte.

  13. parma

    Auf keinen Fall rausschmeißen!!! Auch heute kann man aus diesen älteren Techniken noch viel lernen u. evtl. übernehmen. Aber warum nur alte Techniken? Was mir an DOCMA fehlt, ist ein stärkeres Eingehen auf zeitgenössische digitale Kunst. Für mich als freischaffender digitaler Künstler ist DOCMA zu sehr auf Fotografie fixiert, was sicherlich für die eigentliche Zielgruppe dieser Zeitschrift richtig ist.Aber vielleicht wäre eine DOCMA-Schwester eine interessante Alternative? Dort könnte Doc Baumann sich voll einbringen u. ich würde wieder die Zeitschrift abonnieren.

  14. mangiafazulla

    Ich schließe mich allen Vorkommentatoren an, lieber Doc Baumann… auf KEINEN FALL dem hippen Mainstream (z.B. dem 1001sten Workshop zur Faltenglättung bei 25-jährigen Models per Frequenztrennung, oder so) opfern!

    🙂

  15. mangiafazulla

    Ich schließe mich allen Vorkommentatoren an, lieber Doc Baumann… auf KEINEN FALL solche Techniken dem hippen Mainstream (z.B. dem 1001sten Workshop zur Faltenglättung bei 25-jährigen Models per Frequenztrennung, oder so) opfern!

    🙂

  16. macindursch

    Es ist gerade diese Mischung -modern und alt-
    weswegen ich DOCMA-Fan bin. Hintergrundwissen schadet nie. Bitte weiter so!

  17. albphoto4448

    Diese „alten Techniken“ sind das Salz in der Suppe der DOCMA. Noch mehr davon.

  18. inot

    Bitte behalten Sie diese ‚Retro-Sparte‘ unbedingt bei.
    Ich schließe mich uneingeschränkt allen Vorrednern an, die „… dem 1001sten Workshop zur Faltenglättung bei 25-jährigen Models …“ nicht mehr folgen wollen. Wenn ich so etwas zwei bis drei mal geübt habe, kann ich es. Der Rest ist Spielerei.

    Ihre Zielgruppe ist sicher auch ein wichtiges Argument – ich kenne zwar keine Zahlen, weiß nicht einmal ob es welche gibt – aber von der Altersstruktur her tippe ich auf eher ‚gestandene‘ Leser/innen, welche sich mit der Materie mit Sicherheit auskennen.

    In diesem Zusammenhang denke ich nicht nur an ‚Lerneffekte‘ (untergeordnet) sondern an eine „Entschleunigung“ die stattfinden kann.
    Ich habe früher s/w selbst entwickelt und bin in diesem Zusammenhang z.B. auf den Gummidruck gestoßen. Negativ aus belichten, Papier mit einer selbst hergestellten Emulsion beschichten, das Ganze dann u.U. stundenlang in der Sonne aus belichten: da gibt es keine Hektik und das Ergebnis befriedigt (meistens).
    Ich weiß sehr wohl, dass man diese Edeldruckverfahren heute auch in PS simulieren kann, aber die Befriedigung durch die ‚handwerkliche‘ Arbeit fehlt letztendlich.
    Vielleicht wäre eine Verbindung zwischen Retro-Themen, PS und Handwerk auch eine Idee?

    Deshalb, bitte auf jeden Fall weitermachen.

  19. nanudoc

    Hallo Doc, gerade wegen dieser Themen (u.a.) halte ich ein Abo der docma, weil es die besonderen Lektionen sind, die Neuerungen der Geräte interessieren mich z. B. gar nicht, bzw. verkürzt würde reichen … mir gefällt Ihre Art Sprache/Schreibweise auch, sowie der Kommentar vor mir -Zusammenhang mit Handwerk- ist auch sehr interessant, ich stelle z. B. Layout auch haptisch her und gerade diese Kombination ist wirklich entscheidend für Zufriedenheit …insofern ist der letzte Satz zu unterstützen -Retro+PS+Handwerk
    Inspirierende Grüße!

  20. peterbauersachs

    trad.künstl. Techniken: bitte beibehalten.
    Zum anderen Thema: bitte alles genau erklären, auch einfache Mausklicks abgeben und nicht immer davon ausgehen, dass alle auch das Einfachste wissen. Danke

  21. minzloff

    Der „alte Kram“ gehört zur Depesche wie Doc Baumann. Wenn wir den Kram rausschmeißen, muss er sich den Bart abrasieren.

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