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Roter Mond

37 Mondfinsternis

Fotos und Montage: Doc Baumann

Kurz vor 4 Uhr morgens aufstehen, um eine Mondfinsternis zu fotografieren? Lohnt sich das, wo – viel bessere – Bilder ohnehin am nächsten Tag massenhaft im Web stehen? Da ich auch ohne Wecker rechtzeitig aufgewacht bin, habe ich mich mit Stativ und Kamera für ein paar Stunden frierend ans offene Fenster gestellt.

Um ehrlich zu sein: Die fotografische Ausbeute lohnt nicht unbedingt. Der Autofokus spielt bei so schwacher Beleuchtung nicht mit, und meine Augen reichten nicht aus, um die dämmrig-rote Mondscheibe wirklich scharf einzustellen. (Kurz nach fünf, als der linke Rand des Mondes wieder von der Sonne beschienen wurde, war das kein Problem mehr, diese Fotos sind dann wieder scharf.)

Es gibt aber noch ein anderes Problem: Auch bei hoher ISO-Zahl musste ich rund 10 Sekunden lang belichten. In dieser Zeit bewegt sich der Mond aber ein ganzes Stück nach rechts. Auch das vermindert die Schärfe und ist nur mit einem Nachführmotor zu schaffen – aber so groß ist mein Interesse an Astrofotos dann auch wieder nicht.

Dass der Mond nicht nur dunkel und rot (durch in der Erdatmosphäre gestreutes Sonnenlicht) wurde, kommt nicht allzu selten vor. Dieses Mal stand er zusätzlich auch besonders nahe an der Erde und erschien etwa 10 % größer als üblich. Nicht, dass ich das mit bloßem Auge gesehen hätte.

Das Bild ist natürlich eine Montage: Der – viel zu große – Mond so, wie ich ihn mit Teleobjektiv plus Televerlängerung (und natürlich Fernauslöser auf „Bulb“) aufgenommen habe – das nächtliche Kassel mit einer halben Minute Belichtungszeit.

Das Ganze war bei weitem kein so gewaltiges Erlebnis wie die totale Sonnenfinsternis vom 11. August 1999 (derentwegen ich extra ein paar hundert Kilometer gen Süden gefahren bin); aber auch, wenn die Fotos wenig bringen, hat sich das frühe Aufstehen gelohnt.

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