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Runway zeigt neues Video-KI-Modell, das HD-Videoframes in Echtzeit generiert

Runway und NVIDIA haben auf der Entwicklerkonferenz NVIDIA GTC 2026 ein neues KI-Modell für Echtzeit-Video vorgestellt, das HD-Clips in weniger als 100 Millisekunden aus Textprompts erzeugen soll.

Das Modell läuft auf NVIDIAs neuer GPU-Plattform Vera Rubin und wird von Runway als „research preview“ beschrieben, die gemeinsam mit NVIDIA entwickelt und erstmals auf der Konferenz demonstriert wurde. HD-Videos sollen sich damit „instant“ generieren lassen; der erste Frame erscheine in unter 100 Millisekunden, was eine liveartige Interaktion mit der Szene ermögliche, schreibt Runway in einem Post auf X. Während die Sequenz läuft, können Nutzerinnen und Nutzer per Prompt neue Anweisungen geben, woraufhin sich das Video in Echtzeit anpasst – Runway spricht von einem „live creative loop“.

Die neue Technik baut auf Runways General World Model GWM‑1 auf, einem Physik-bewussten Weltmodell, das laut Unternehmen für interaktive Welten, Avatare und Robotik-Simulationen entwickelt wurde. Vera Rubin liefert dafür pro GPU bis zu 50 Petaflops Inferenzleistung und ist auf langkontextuelle, zeitlich ausgedehnte Workloads optimiert. Erst Anfang des Jahres hatte Runway sein Highend-Modell Gen‑4.5 in nur einem Tag von Hopper auf Vera Rubin NVL72 portiert, was NVIDIA als Beleg für die Produktionsreife der neuen Plattform wertet.

Mit der Demonstration positionieren sich Runway und NVIDIA im Wettlauf um generative Video-KI klar im Echtzeit-Segment, während konkurrierende Systeme wie OpenAI Sora oder Googles Veo bislang überwiegend mit höherer Latenz im Offlinebetrieb arbeiten. Branchenbeobachter sehen darin sowohl neue Möglichkeiten für interaktive Medien, Gaming, VR/AR und Live-Produktionen als auch zusätzliche Risiken, weil täuschend echte KI-Videos künftig in Echtzeit erzeugt und gesteuert werden könnten.

Johannes Wilwerding

Johannes Wilwerding hat bereits Mitte der Achziger Jahre und damit vor dem Siegeszug von Photoshop & Co. Erfahrungen in der Digitalisierung von Fotos und in der elektronischen Bildverarbeitung gesammelt. Seit 2001 ist er freiberuflicher Mediengestalter und seit 2005 tätig für das DOCMA-Magazin.

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