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JPEG-Artefakte retuschieren

jpeg-artefakte1 Bilder, die fürs Internet stark verkleinert und komprimiert wurden, wieder druckbar zu machen, ist eine Herausforderung. Vergrößern Sie das kleine JPEG zunächst auf die Druckgröße. Wählen Sie als Interpolationsmethode „Bikubisch“, dann rechnet Photoshop das Bild mit leichter Weichzeichnung hoch. Bei mittleren Kompressionsqualitäten kann allein diese Interpolation schon einen Großteil der Artefakte entfernen. Ein optionaler Trick besteht darin, das Bild in zwei Schritten hochzurechnen. Zunächst errechnen Sie die doppelte bis dreifache Endgröße. Im zweiten Durchgang erst reduzieren Sie das nun viel zu große Bild auf die endgültigen Druckmaße.

jpeg-artefakte2Das folgende Verfahren hängt im Detail sehr vom Motiv ab. Prinzipiell geht es darum, zunächst durch den Einsatz einer zweiten, weichgezeichneten Ebene die Ausgangsbasis zu verbessern. Hier habe ich die Hintergrundebene dupliziert und die Kopie dann auf den in Photoshop 7 neu hinzugekommenen Verrechnungsmodus „Strahlendes Licht“ gesetzt. Nach der Verrechnung rufen Sie den Filter „Gaußscher Weichzeichner“ auf. Den Radius erhöhen Sie soweit, bis nur noch wenige Artefakte zu sehen sind. Um die jetzt sehr kräftigen Farben wieder auszugleichen, legen Sie eine Korrekturebene des Typs „Farbton/Sättigung“ an.

jpeg-artefakte3Es gibt natürlich auch Korrekturen, die nicht so extrem sind wie im vorigen Beispiel. Die bearbeiten Sie etwa mit einer Kombination aus dem Einsatz des Weichzeichnungswerkzeugs und dem des Wischfingers. Den Weichzeichner verwenden Sie, um farbliche Übergänge zu glätten. Den Wischfinger, wenn Sie Gepixeltes wieder in die Ursprungsform bringen möchten. Weitere Werkzeuge zur Anpassung von farblichen Übergängen sind der Abwedler und der Nachbelichter. Zum Schluss sieht das Ergebnis wie eine Mischung aus Foto und Gemälde aus. Wie sehr die Gemäldeelemente hervortreten, hängt davon ab, mit welchem Druck Sie den Wischfinger einsetzen.

jpeg-artefakte4In diesem Fall gab es zur Feinabstimmung nicht mehr zu tun, als das Bild mit der Gradationskurve zu überarbeiten. Durch das Anheben der Mitten lassen sich viele Details einfach ausblenden. In anderen Fällen kann hier aber auch der punktuelle Einsatz des Scharfzeichnungswerkzeugs angebracht sein. Sie können zudem über die Ebeneneinstellungen bestimmte Helligkeitsbereiche ausblenden. So lassen sich zum Beispiel ausschließlich die Lichter schärfen. Wenn das Ergebnis nicht gefällt, ist auch die Nachbearbeitung mit einem Störungsfilter zumindest einen Versuch wert. Dabei werden die rechteckigen Artefakte durch für das Auge gefälligere Punkte ersetzt.


 

14_RetuschierenDieser Tipp stammt aus Band 14 der Photoshop-Enzyklopädie, den Sie in unserem Webshop als e-Book kaufen können.

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