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RAW Photo Festival Worpswede: Eröffnung gegen Fotomesse

Das RAW Photo Festival Worpswede startet am Samstag, 3. Oktober 2026 unter dem Motto „Zurück in die Zukunft“ in seine fünfte Ausgabe. Am selben Wochenende läuft im Messezentrum Nürnberg die Imaging World. Zwischen beiden Orten liegen rund 600 Kilometer.

Wer weit nach vorne blickt, übersieht manchmal Naheliegendes
Wer weit nach vorne blickt, übersieht manchmal Naheliegendes

Der Auftakt in Worpswede ist dicht gepackt. Um 16 Uhr eröffnet Festivalkurator Jürgen Strasser das RAW Photo Festival auf der Marcusheide die Open-Air-Ausstellung „Zeichen des Wandels“ mit acht Fotoprojekten zu Klimawandel und Nachhaltigkeit, großformatig ins Teufelsmoor gehängt. Um 18 Uhr folgt in der Galerie Altes Rathaus die offizielle Festivaleröffnung samt der Schau „Director’s Choice“, Strassers Best-of aus den Jahrgängen 2016 bis 2023. Die Laudatio hält Ditmar Schädel. Am Sonntag um 14 Uhr zeigt das RAW Projektbüro im Philine-Vogeler-Haus „Fotokunst zum Blättern“, die prämierten Dummies des Photobook Dummy Award aus zehn Jahren, gemeinsam mit dem PhotoBookMuseum Köln. Danach laufen die Ausstellungen vier Wochen weiter.

Den Termin hat beiden der Kalender diktiert. Der 3. Oktober ist Feiertag, das Wochenende dadurch lang, die Anreise für Besucher einfacher. Genau deshalb hat Ringfoto die Imaging World auf den 2. bis 4. Oktober gelegt, und das schon im November 2025 öffentlich angekündigt. Nach dem Ende der Photokina ist Nürnberg der einzige Ort geblieben, an dem sich die deutsche Fotobranche einmal im Jahr komplett trifft: über 120 Marken, im Vorjahr rund 15.000 Besucher.

Verschieben hätte nur einer von beiden können, und es war nicht die Messe. Den Preis zahlen die Leute, um die das Festival wirbt: Fotografinnen und Fotografen, Galeristen, Buchmacher, Fachpresse. Die Ausstellungen sind bis Anfang November zu sehen, der Eröffnungsabend mit den anwesenden Künstlerinnen und Künstlern nur einmal. Wer beides will, verbringt den Samstagmorgen auf der Autobahn.

Christoph Künne

Christoph Künne, von Haus aus Kulturwissenschaftler, forscht seit 1991 unabhängig zur Theorie und Praxis der Post-Photography. Er gründete 2002 das Kreativ-Magazin DOCMA zusammen mit Doc Baumann und hat neben unzähligen Artikeln in europäischen Fachmagazinen rund um die Themen Bildbearbeitung, Fotografie und Generative KI über 20 Bücher veröffentlicht.

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