Adobe-Studie: KI gehört für viele Kreative inzwischen zum Arbeitsalltag

Generative Künstliche Intelligenz (KI) hat sich für viele Kreative vom Experiment zum festen Bestandteil ihrer Arbeit entwickelt. Das zeigt der Creators’ Toolkit Report 2026 von Adobe. Für die Studie befragte das Unternehmen mehr als 16000 Kreative in acht Ländern. 87 Prozent der Teilnehmer geben an, dass KI zum Wachstum ihres Unternehmens oder ihrer Reichweite beigetragen hat; in Deutschland liegt dieser Wert bei 80 Prozent.
75 Prozent der weltweit Befragten bezeichnen KI inzwischen als integrierten oder unverzichtbaren Bestandteil ihrer Arbeitsweise. In Deutschland liegt dieser Anteil bei 74 Prozent. Gleichzeitig sagen 89 Prozent der deutschen Teilnehmer, dass sie mit KI Inhalte schneller produzieren können.
Schneller arbeiten, aber nicht ohne Überarbeitung
Der Zeitgewinn bedeutet jedoch nicht, dass KI-Ergebnisse unmittelbar veröffentlicht werden können. 49 Prozent der deutschen Befragten geben an, dass KI-generierte Inhalte meist mäßig oder umfangreich überarbeitet werden müssen.
Entsprechend möchten viele Kreative die gestalterische Kontrolle behalten. 77 Prozent der deutschen Teilnehmer halten es für unverzichtbar, dass die endgültige kreative Entscheidung beim Menschen liegt. 80 Prozent sehen ihre persönliche Handschrift trotz KI-Unterstützung in den fertigen Arbeiten wieder.
KI verändert den Wettbewerb
Die Studie zeigt auch, dass sich viele Kreative in einem zunehmend dichten Markt behaupten müssen. Von den deutschen Befragten, denen das schwerer fällt als vor einem Jahr, nennen 53 Prozent die wachsende Menge veröffentlichter Inhalte als Ursache, 41 Prozent führen dies auf KI-generierte Beiträge zurück.
Gleichzeitig geben 48 Prozent an, dass KI ihre Wettbewerbsposition gegenüber größeren Teams oder Studios verbessert habe.
Transparenz bleibt ein wichtiges Thema
Mit dem zunehmenden Einsatz sogenannter agentenbasierter KI-Systeme wächst der Wunsch nach Kontrolle. 41 Prozent der deutschen Befragten möchten Eingriffe jederzeit prüfen oder rückgängig machen können. 40 Prozent fordern mehr Transparenz über die Arbeitsweise der Systeme, 37 Prozent wünschen klare Grenzen beim Zugriff auf Daten und Werkzeuge.
Auch beim Umgang mit KI-Inhalten sehen viele Kreative weiteren Handlungsbedarf. 84 Prozent gehen davon aus, dass die Erwartungen des Publikums an Transparenz gleich bleiben oder steigen. Zwar glauben 72 Prozent, dass Nutzer KI-Beteiligung häufig erkennen, dennoch kennzeichnen nur 55 Prozent den Einsatz von KI immer oder häufig. Zehn Prozent verzichten nach eigenen Angaben selten oder nie auf eine entsprechende Kennzeichnung.
85 Prozent der Befragten halten zudem einen Urheberrechtsschutz für Werke mit KI-Unterstützung für wichtig. Insgesamt zeichnet der Report das Bild einer Kreativbranche, die KI zunehmend als Werkzeug nutzt, gleichzeitig aber großen Wert auf Transparenz, Nachvollziehbarkeit und die Kontrolle über den kreativen Prozess legt.
Adobe ließ für den „Creators‘ Toolkit Report 2026“ insgesamt 16.234 Kreative in Australien, Brasilien, Deutschland, Frankreich, Japan, den USA, dem Vereinigten Königreich und Südkorea befragen. Die Teilnehmer stammen aus unterschiedlichen Kreativberufen, darunter Fotografie, Design, Illustration, Film, Social Media, Marketing und Content-Produktion. Die Erhebung wurde zwischen dem 9. April und dem 2. Mai 2026 vom Marktforschungsunternehmen Advanis durchgeführt. Die Ergebnisse beziehen sich damit auf Kreativschaffende insgesamt und nicht ausschließlich auf Berufsfotografen.








