Adobe aktualisiert Lightroom mit Generative Expand, präziserer Maskierung und KI-Suche

Adobe hat neue Versionen von Lightroom Classic, Lightroom für Desktop und Lightroom für Mobilgeräte veröffentlicht. Im Mittelpunkt der August Updates 2026 stehen je nach Variante unterschiedliche Neuerungen: Lightroom Classic erhält zusätzliche Werkzeuge für die Maskierung und einen neuen DNG-Workflow, die Desktop-Version und Lightroom Mobile bekommen die Funktion „Generativ erweitern“, Lightroom Mobile darüber hinaus eine Bildsuche in natürlicher Sprache. Die iPad-Version wird mit einer Entrauschungsfunktion für Raw-Dateien ausgestattet.
Lightroom Classic 15.5
Lightroom Classic 15.5 erhält mit „Feather“ und „Edge“ zwei neue Regler für Masken. „Feather“ steuert die Weichheit des Übergangs, während „Edge“ eine präzisere Kontrolle der Maskenkante ermöglicht. Damit lassen sich beispielsweise Motive vor unruhigen Hintergründen sauberer abgrenzen.
Auch das Zuschneiden wird transparenter. Lightroom Classic kann die Bereiche außerhalb des gewählten Ausschnitts mit veränderter Deckkraft anzeigen. Dadurch bleibt sichtbar, welche Bildteile beim späteren Export abgeschnitten werden.
Eine für Fotografen interessante Neuerung ist „Render to DNG“. Die Funktion speichert ein Foto mit allen aktuellen Bearbeitungen als gerenderte DNG-Datei (DNG steht für „Digital Negative“ und ist ein von Adobe entwickeltes Rohdatenformat. Das erzeugte DNG enthält allerdings keine ursprünglichen Rohdaten mehr, sondern ein bereits gerendertes Bild und dient damit als neuer, nicht mehr roher Ausgangspunkt für weitere Bearbeitungen.)
Darüber hinaus erkennt Lightroom Classic nun Probleme in den Katalogdaten („lrcat-data“) und fordert bei Bedarf zur Reparatur auf. Außerdem kommen Unterstützung für weitere GoPro-Kameramodelle sowie zusätzliche GoPro-, Laowa- und Sigma-Objektive hinzu.
Lightroom für Desktop 9.5
Die Cloud-basierte Desktop-Version von Lightroom erhält „Generative Expand“. Die Funktion erweitert ein Foto über seine ursprünglichen Grenzen hinaus und füllt die zusätzlichen Bereiche mithilfe generierter Bildinhalte. Das kann beispielsweise helfen, wenn beim Fotografieren zu wenig Raum oberhalb eines Motivs geblieben ist oder ein anderes Seitenverhältnis zusätzlichen Bildbereich erfordert.
Interessant für Fotografen ist die vergleichsweise breite Integration: Generative Expand funktioniert nicht nur beim direkten Erweitern eines Fotos, sondern auch beim Ändern des Seitenverhältnisses und in Verbindung mit dem Geometrie-Werkzeug. Auch Panoramafotos lassen sich auf diese Weise erweitern.
Die Desktop-Version übernimmt außerdem die neuen „Feather“- und „Edge“-Regler für Masken. Unter Windows verbessert Adobe zudem das Scrollen durch Alben, die Größenänderung des Programmfensters sowie den Wechsel zwischen Cloud- und lokalen Bereichen.
Lightroom Mobile 11.5
Auch Lightroom Mobile kann Fotos nun über ihre ursprünglichen Grenzen hinaus erweitern. Die Anwendung erzeugt für die zusätzlichen Flächen passende Inhalte auf Basis des vorhandenen Bildes. Damit lässt sich beispielsweise mehr Raum neben oder oberhalb eines Motivs schaffen, ohne das Foto zunächst in eine andere Anwendung übertragen zu müssen.
Neu ist außerdem die Suche in natürlicher Sprache. Statt einzelne Suchbegriffe oder Filter miteinander zu kombinieren, können Nutzer beschreiben, wonach sie suchen. Lightroom soll entsprechende Aufnahmen anhand dieser Beschreibung schneller in der eigenen Bildsammlung finden.
Bei der Maskierung verbessert Adobe die Kompatibilität: Lightroom Mobile kann nun Masken mit Kantenverfeinerungen korrekt anzeigen, die zuvor in der Desktop-Version von Lightroom angelegt wurden. Neue „Feather“- und „Edge“-Regler führt Adobe für Mobile damit aber nicht ein.
Denoise jetzt auch auf dem iPad
Eine Besonderheit des aktuellen Mobile-Updates ist „Denoise“ auf dem iPad. Die KI-gestützte Funktion reduziert Bildrauschen in Raw-Bildern und soll damit insbesondere Aufnahmen verbessern, die mit hohen ISO-Empfindlichkeiten oder unter schlechten Lichtbedingungen entstanden sind. Adobe führt Denoise in den Release Notes ausdrücklich für das iPad auf.
Damit erhält das iPad einen für Fotografen wichtigen Bearbeitungsschritt direkt in Lightroom. Wer beispielsweise eine bei wenig Licht aufgenommene Raw-Datei auf dem Tablet bearbeitet, kann die Rauschreduzierung dort vornehmen, ohne dafür zunächst auf einen Desktop-Rechner ausweichen zu müssen. Adobe bezeichnet Denoise dabei ausdrücklich als KI-gestützte Funktion; die Release Notes nennen jedoch keine weitergehenden Angaben zu einem neuen Modell oder einer geänderten Funktionsweise.
Ebenfalls auf Mobilgeräten ändert Adobe die Funktion „Animate“. Sie verwendet nun das Modell Veo 3.1 Lite, das laut Adobe eine schnellere und effizientere Umwandlung von Einzelbildern in flüssige, kurze Videoclips und Reels umzuwandeln soll.
Weitere Neuerungen auf Mobilgeräten
Adobe außerdem die Galerieansicht überarbeitet. Sie unterstützt jetzt ein „Justified Grid“, bei dem sich die Bildgrößen innerhalb des Rasters stärker an den verfügbaren Platz anpassen. Zusätzlich können Bereiche der Galerie eingeklappt werden. Die Änderungen sollen die Darstellung umfangreicher Bildsammlungen übersichtlicher machen.
Weiterführende Informationen finden Sie auf den Hilfeseiten von Adobe:




