Altglas

Beiträge zu alten und manuell fokussierenden Objektiven

Kaufentscheidung: Objektive und ihre Bauform

Nahe alle über lange Zeiträume produzierten Objektive wurden mit verschiedenen Gehäusen gefertigt. Mitunter orientierte sich die Bauform am Zeitgeist, aber auch Kosten- und Fertigungsaspekte spielten eine Rolle. All das kann sich auf die Kaufentscheidung auswirken. In den 50er Jahren waren hochglanzpolierte Aluminium-Gehäuse populär. Später dominierte die Farbe Schwarz, teilweise mit Kunstlederbesatz oder im sogenannten Zebra-Design, bei dem noch polierte Alu-Elemente hervorblitzten. Auch das Berg-und-Tal-Design hatte seine Zeit, hauptsächlich mit noppenartigen Wülsten und Vertiefungen auf dem Fokusring. Gegen Ende der Analog-Ära fanden gummierte und geriffelte Oberflächen weite Verbreitung. Das Helios-44 ist ein Klassiker aus UdSSR-Produktion. Die Aluminium-Ausführung stammt aus einer der ersten Baureihen, das 44M-6 aus der vorletzten. Zenit-Kameras mit „5linsigem Automatic-Objektiv Helios“ boten bei Neckermann den günstigsten Einstieg in die…

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Wichtig beim Kauf: Erhaltungszustand alter Objektive

Der Erhaltungszustand gilt als wichtigstes Kriterium beim Kauf alter Objektive. Sie haben Problemzonen, die man kennen sollte. Einen ersten Eindruck verschafft der äußere Zustand: Sind sichtbare Gebrauchsspuren vorhanden? Und wenn ja, wie stark? Was gibt es noch zu beachten? Kleine Lackkratzer am Gehäuse sind undramatisch, tiefe Abschürfungen oder Dellen deuten auf einen Sturz oder Schlimmeres. Etwas Staub im Inneren ist nahezu unvermeidbar, auch leichte Putzspuren auf den Linsen können tolerabel sein. Dennoch sollten Linsen klar und ohne erkennbaren Glaspilzbefall sein. Die feinen Verästelungen deuten mit hoher Wahrscheinlichkeit auf den Befall durch Glaspilz hin. Glaspilz Über die Gefahr von Glaspilz und mögliche Methoden der Behandlung gehen die Meinungen weit auseinander. Einerseits ist getrennte Aufbewahrung befallener Objektive sicher eine gute Idee. Andererseits…

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Überzeugte Altglas-Protagonisten und ihre Erfahrungen

„Was sind das für Menschen, die bewusst die Objektivhersteller austricksen und alte Linsen verwenden?“, fragte Winfried Warnke 2015 in seiner Kolumne im fotoMagazin. Warnke will drei Gruppen identifiziert haben, doch dazu später mehr. Altglas-Karrieren verlaufen sehr unterschiedlich. Manch einer sammelt mehrere hundert Objektive, doch die Bilder zeigen selten anderes als Tests und Vergleiche. Beliebt sind bei Altglas-Protagonisten auch Fotos von Ziegelmauern oder Wandfliesen, um Verzeichnungen sichtbar zu machen. Überzeugte Altglas-Protagonisten und ihre Erfahrungen Andere kaufen zehn verschiedene Exemplare, probieren sie aus, behalten die aus ihrer Sicht besten und verkaufen den Rest wieder. Ihre wenigen verbliebenen Objektive kennen sie nach einer Weile in- und auswendig. Wieder andere entdecken das Traumobjektiv ihrer Jugend im „Altglas-Container“ und brauchen nicht mehr als diese eine…

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Was darf Altglas kosten? Altglas-Preise früher und heute

Vor 20 Jahren kannte Altglas keinen Preis. Kaum jemand interessierte sich für die analogen Hinterlassenschaften der Fotografie, und falls doch, wurde das Zeug häufig verramscht. Auf Flohmärkten und Fotobörsen fand man Grabbelkisten, gefüllt mit M42-Objektiven. Sie wirkten wie aus der Zeit gefallen und es sah aus, als schleppten ihre Besitzer sie von einer Veranstaltung zur nächsten, nur um sie anschließend wieder mit Schwung ins Auto zu wuchten. Der Kisteninhalt war angeschlagen, verkratzt, schmierig und roch nach Vergangenheit. Altglas-Preise? Eigentlich ein Fall für den Wertstoffhof, der damals noch Müllkippe hieß. Heute hat Altglas seinen Preis. Gestiegene Nachfrage treibt die Altglas-Preise mehr oder weniger attraktiver Angebote nach oben. Zeitweise erzielte ein Trioplan 100/2.8 aus den 60er Jahren bei eBay Preise von 500…

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Tilt-Adapter für Vollformat-Objektive

Ein Tilt-Objektiv weicht die üblichen Grenzen der Schärfentiefe auf. Durch Kippen der Optik (tilten) lässt sich der Schärfeverlauf beispielsweise diagonal im Bild ausrichten oder in die Tiefe ausdehnen. Die Schärfe reicht so über einen größeren Bereich, als es mit Abblenden möglich wäre. An Großformatkameras war das, neben der Shift-Funktion zur Vermeidung stürzender Linien, eine Selbstverständlichkeit. Kleinbildkameras benötigen dazu spezielle Tilt-Shift-Objektive, die unter anderem in der Architektur-Fotografie zum Einsatz kommen. Das bekannte Lensbaby erschloss diesen Effekt für kreative Anwendungen und schuf das Marktsegment sogenannter Funlinsen. Vergleichsweise neu sind Squeezerlenses. Sie ermöglichen den Anschluss verschiedener Kleinbild- und Mittelformat-Objektive an unterschiedliche Kamerasysteme. Lensbaby Die Idee stammt von Craig Strong, der das Objektiv einer alten Großformatkamera über einen flexiblen Schlauch mit einer modernen Kamera…

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Attraktive und günstige Normalbrennweiten

Neckermann, Porst und Quelle haben analoge Spiegelreflexkameras in Deutschland für Fotografierende erschwinglich gemacht. Während viele Objektive eher optisches Mittelmaß bieten, finden sich unter den Normalbrennweiten attraktive und günstige Ausnahmen. Wenn sie einem über den Weg laufen und man sie erkennt, lässt sich manches Schnäppchen machen. Normalbrennweiten sind langweilig? Nicht wenn man sie einzusetzen weiß und seine Bilder bewusst gestaltet. Dazu ist etwas mehr Bewegung nötig als üblich – gezoomt wird mit den Füßen. Und „geh näher ran“ ist der erste Schritt in die richtige Richtung. Mit einer Vollformatkamera dürfen die Schritte gern etwas größer sein, für Micro-Four-Third Kameras reichen auch kleine. Es dauert nicht lange, bis sich das Gespür für den besten Bildausschnitt und die passende Perspektive entwickelt. Große Blendenöffnungen…

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Pentax-110-Objektive an MFT-Kameras

Die Pentax-110 galt als kleinste Spiegelreflexkamera der Welt. Ihr Pocket-Bildformat ist nahezu identisch mit heutigen MFT-Sensoren und dort zeigen die Objektive von damals respektable Leistungen: Ihre zentrale Schärfe überzeugt. Chromatische Aberration ist kaum vorhanden, was in der Praxis bedeutet, dass spiegelnde Metallkanten nur selten „glühen“ und unschöne Farbsäume zeigen. Pentax-110er-Objektive wirken wie aus der Puppenstube und machen an MFT-Kameras eine gute Figur. Das weltweit kleinste Weitwinkelobjektiv zeigt – um eine Stufe abgeblendet – respektable Abbildungsleistungen (Pentax-110 18/2.8). Pentax-110 18/2.8: Auch die Schärfe im Nahbereich ist mehr als akzeptabel. Das Pentax-110 50/2.8 wird an MFT-Kameras zur leichten Telebrennweite im Miniaturformat. Pentax-110: Adapter Empfehlenswert sind Adapter mit eigener Blende, die Objektive haben keine. Um eine Stufe abgeblendet nimmt die Randschärfe sichtbar zu.…

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ICM: Intentional Camera Movement

Intentional Camera Movement – ICM – ist nicht unbedingt altglasspezifisch, doch das Lichtrendering alter Objektive verspricht zusätzliche Reize und Schärfe spielt in diesem Fall keine Rolle. Darüber hinaus lässt die solide mechanische Konstruktion alter Optiken keine Schäden durch ruckartiges Bewegen erwarten. Bei dieser Art der Fotografie entsteht die Bildwirkung durch die bei der Aufnahme absichtlich bewegte Kamera. Eine Variante solcher Bilder sind die aus der Sportberichterstattung bekannten „Mitzieher“, die einen Läufer oder ein Auto scharf vor einem verwischten Hintergrund einfangen. ICM-Fans treiben den Effekt deutlich weiter, bis hin zur vollständigen Abstraktion. Belichtungszeit und Bewegungsgeschwindigkeit der Kamera bestimmen maßgeblich den Effekt. Ob es sich um eine Kunstform, kreatives Spiel oder den „Freejazz der Fotografie“ handelt, wie Herbert Zenz es poetisch ausdrückt,…

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Eine Zweitkamera zur Altglas-Nutzung?

Wenn sich nach den ersten Altglas-Experimenten zeigt, dass der Spaßfaktor hoch, aber die vorhandene Kamera noch nicht optimal ist, weil der Sucher größer sein könnte, Fokuspeaking wünschenswert oder ein Bildstabilisator gefragt ist, rückt möglicherweise eine Zweitkamera in den Fokus. Mit hoher Wahrscheinlichkeit fällt die Wahl auf ein spiegelloses Modell. Viel könnte für ein Sensorformat sprechen, das die vorhandene Ausrüstung sinnvoll ergänzt und neue Perspektiven eröffnet. Pixelverschwendung Alle neueren Digitalkameras vereint bei der Altglas-Nutzung eine Gemeinsamkeit. Egal wie hoch der Sensor auflöst: Es bleibt Pixelverschwendung. Objektive aus der analogen Ära reizen vorhandene Auflösungen nicht aus, was die Wahl einer Zweitkamera einfacher macht. Auch das Feature-Set für manuelles Fokussieren hat sich nur wenig verändert. Allenfalls die Implementation oder Anpassung einzelner Funktionen hat…

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Non-Ai-Objektive am Nikon FTZ-Adapter

Im Universum der Nikon-Abkürzungen finden sich die Kürzel Ai und AiS. In Typ-Bezeichnungen am Objektiv erscheinen sie nicht. Der in eBay-Angeboten gelegentlich genannte Terminus Non-Ai-Objektive ebensowenig. Die Buchstaben kennzeichnen technische Veränderungen an Objektiven und sind wichtig für die Kompatibilität zu Spiegelreflexkameras. Die Unterscheidung der Objektive über verschiedene Merkmale ist einfach und eindeutig. Am Nikon FTZ-Adapter spielen sie eine kleine und bei der Adaption an andere spiegellose Digitalkameras gar keine Rolle. Ein Non-Ai-Objektiv (links) ist erkennbar an der rundum glatten Bajonettauflage. Ai und AiS-Nikkore (rechts) haben am Rand deutlich sichtbare Aussparungen und Zapfen. Am FTZ-Adapter funktionieren beide Varianten. Diskussionen Am Nikon FTZ-Adapter eröffnen sich neue Möglichkeiten – wenngleich nur inoffiziell und auf eigenes Risiko. Nahezu alle Non-Ai-Objektive lassen sich anschließen und…

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Viel hilft viel: Große Sucher und Augenmuscheln

Große und optimal angepasste Sucher sind immer noch eine der wichtigsten Voraussetzungen für treffsicheres manuelles Fokussieren. Zusammen mit gut abschirmenden Augenmuscheln wird die punktgenau gesetzte Schärfe noch besser erkennbar. Wer noch mit analogen Kameras fotografiert hat, weiß, wie einfach es gewesen ist, mit Mikroprismenfeld und Schnittbildindikator zu fokussieren. Ihre Sucher waren hell und groß. Gute Augenmuscheln gehörten bei Profi-Modellen zum Lieferumfang oder wurden als Zubehör angeboten. Die Olympus OM-1 von 1972 (links) bietet 0,92x Suchervergrößerung und 97 Prozent Sichtfeld, was manuelles Fokussieren einfach macht. Eine Augenmuschel war als Zubehör lieferbar. Eine digitale OM-D 10 II muss mit 0,62-facher Vergrößerung auskommen, die M1 wartet mit 0,74x auf. Dioptrien-Einstellung Grundlage für Bilder mit überzeugender Schärfe ist die präzise Anpassung der Dioptrien-Einstellung des…

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Zurück zu normal: Zhongyi Lensturbo II mit Altglas

Der Zhongyi Lensturbo II Adapter verkürzt über sein Linsensystem die äquivalente Brennweite um den Faktor 0,7 und erhöht gleichzeitig die Lichtstärke um eine Blende. Das eröffnet neue Perspektiven für Altglas. So erreicht ein 50-mm-Vollformat-Objektiv mit Blende f/2, das an einer APS-C-Kamera durch den Crop-Faktor die Bildwirkung einer 75er Brennweite liefert, mit dem Lensturbo wieder die typische Bildwirkung eines Normalobjektivs mit Lichtstärke f/1.4. Auch Weitwinkelobjektive zeigen an einer APS-C Kamera wieder nahezu den Bildwinkel ihrer physikalischen Brennweite. Auswahl-Kriterien Mit Preisen ab 150 Euro sind solche Adapter keine Schnäppchen. Von Metabones gibt es vergleichbare Produkte für deutlich mehr Kamerasysteme, zu Preisen um 500 Euro. Interessant sind solche Adapter, wenn man viele Objektive besitzt, die sich „beschleunigen“ lassen und den gleichen Anschluss haben.…

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Das geht auch: Nikon Spiegelreflexkameras und M42-Objektive

M42-Objektive lassen sich ebenfalls an Nikon Spiegelreflexkameras adaptieren, nur der Fokusbereich ist aufgrund der unterschiedlichen Auflagemaße begrenzt. Eine echte Einschränkung ist es nicht, innerhalb der Grenzen lassen sich echte Hingucker kreieren. Ein 50-mm-Objektiv lässt sich auf maximal zwei Meter scharf stellen und der passende Adapter muss nicht mehr als fünf Euro kosten. Mit einer 135er Brennweite erschließen sich fast zehn Meter und eröffnen weitere Möglichkeiten. Beides reicht auch für typische Trioplan-Aufnahmen. Mit Muße lässt sich das M42-Tessar 50/2.8 an der Nikon D700 besonders gut fokussieren. In Bezug aufs Bokeh kann das alte Helios 44 sich durchaus mit einem professionellen Nikkor-Zoom messen (Nikon D700, links Helios 44-M 58/2.0, rechts Nikon AF-S 24-70/2.8). M42-Adapter Der M42-Adapter für Nikon Spiegelreflexkameras ist nur einen…

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Elektrisch berechnete Objektive bei Leitz und Zeiss

Sowohl Leitz als auch Zeiss verfügten sehr früh über elektrische Rechenanlagen zur Objektivberechnung. Leitz erhielt 1953 die vom Computerpionier Konrad Zuse entwickelte Z5, seinerzeit „die größte Rechenanlage Europas“. Das Vorgängermodell Z4 kann heute noch im Deutschen Museum in München bestaunt werden. Bei Zeiss in Jena zog 1955 der erste DDR-Computer namens Oprema (Optik-Rechenmaschine) ein, an den heute nur noch eine Gedenktafel in Jena erinnert. Nur wenige Jahre später wurden beide Rechenanlagen durch leistungsstärkere Modelle für elektrisch berechnete Objektive ersetzt. Über die technischen Eigenschaften der ersten Anlagen wurde ausführlich berichtet: Wie viele Relais wie schnell rechneten und wieviel Zeit bei welchen Rechenoperationen gespart wurde. Zur Z5 gibt es eine Menge Berichte, die immer noch verfügbar sind, wie zum Beispiel dieser. Der…

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Sind Nikon Spiegelreflexkameras auch für Altglas geeignet?

Nikon Spiegelreflexkameras gelten als nicht besonders adaptierfreudig. Doch Objektive mit Nikon F-Bajonett und dem Zusatz Ai oder AiS funktionieren nach wie vor an den meisten digitalen Spiegelreflexkameras von Nikon. Bisher hatte nur die D7500 mit dieser Tradition gebrochen. Mit der D780 funktioniert wieder alles wie gewohnt. Ohne sich Gedanken um kollidierende Spiegel zu machen, können Nikon-Fotografen auf ein sehr umfangreiches Altglas-Sortiment zugreifen und wie gewohnt anschließen. Abgesehen vom manuellen Fokussieren sowie der Blendenbedienung direkt am Objektiv funktioniert alles wie gewohnt. Darüber hinaus haben auch andere Hersteller, beispielsweise Cosina, Soligor, Vivitar und andere, Objektive mit Nikon-Bajonett produziert. Das Nikon F-Bajonett Die ersten Nikon-Normalobjektive erschienen 1959, ihre Brennweite wurde anfangs noch in Zentimetern angegeben. 20 Jahre später wurde die preisgünstige Nikon E-Serie…

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Warum eine Streulichtblende für Altglas wichtig ist

Jedes Altglas profitiert von einer gut angepassten Streulichtblende. Alten Linsen mussten zunächst ohne Oberflächenvergütung auskommen. Auch in den 80er Jahren erreichte sie bei weitem nicht die Qualität heutiger Multicoating-Beschichtungen. Daher sollte eine Streulichtblende so groß und tief wie möglich sein, ohne Randabschattungen zu erzeugen. Das Ergebnis sind Aufnahmen mit besseren Kontrasten. Oft ist der Unterschied bereits im Sucher deutlich sichtbar. Manchmal würde es reichen, eine Hand als zusätzliche Abschirmung zu benutzen, doch beim manuellen Fokussieren ohne Stativ verlangt das Fingerakrobatik. Streulichtblenden werden hauptsächlich aus Metall oder Gummi gefertigt und üblicherweise ins Filtergewinde des Objektivs geschraubt. Adapterringe helfen, unterschiedliche Gewindegrößen zu vereinen. Auswahl und Angebot Faltbare Gummiblenden brauchen wenig Platz. Zylindrische Metallblenden bieten mehr Abschattung und sind oft miteinander verschraubbar, für…

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135er Teleobjektive, eine kleine Auswahl aus dem großen Angebot

Neben 50-mm-Standardbrennweiten hatte jeder Kamerahersteller auch 135er Teleobjektive im Programm, oft in mehreren Ausführungen. Daher existiert in diesem Segment viel Auswahl zu vergleichsweise moderaten Preisen. Mit Crop-Sensoren sind diese Objektive nicht ganz so universell einsetzbar, doch der äquivalente Bildwinkel von 200 oder 270 Millimeter eröffnet interessante Perspektiven, ohne dass ihre Ausmaße sie als Spanner-Linsen erkennbar machen. Eine wichtige Rolle spielt in der Praxis eine möglichst geringe Naheinstellgrenze. Der bekannte Klassiker Pentacon 135/2.8 ist ein bei Offenblende weich zeichnendes, gewichtiges und voluminöses Stück Zeitgeschichte aus der ehemaligen DDR. Vor 1971 hieß das Objektiv Orestor. Es war mit 15 Blendenlamellen ausgestattet, die auch leicht abgeblendet weitgehend runde Lichter im Bokeh garantieren. Vom Pentcon 135/2.8 existieren viele Bauformen, hier die Electric-Version. Teleobjektive –…

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Inside Trioplan: Einem Klassiker auf die Linsen geschaut

Triplet ist ein Gattungsbegriff für Objektive mit drei Linsen. Ihr Zusammenspiel basiert auf einem Patent von 1890. Trioplan ist der Markenname für ein Objektiv aus der Manufaktur von Hugo Meyer in Görlitz und wurde zum Synonym. Die Triplet-Konstruktion ist simpel und gleichzeitig genial. Über die Anordnung der Linsen zueinander lässt sich die Brennweite variieren. Die Verwendung verschiedener Glassorten und die Variation der Linsenradien, laienhaft ausgedrückt, ihre Dicke und Wölbung, erlauben eine vergleichsweise wirksame Korrektur von Abbildungsfehlern. Neue Glassorten ermöglichten die Entwicklung von Objektiven mit Lichtstärke f/2.8 für Kleinbildkameras und Projektoren. Lesen Sie hier mehr zum Thema „Inside Trioplan“. Das Trioplan war über Jahrzehnte das Standard-Objektiv für viele verschiedene Kameras. Heute ist sein einzigartiges Kringel-Bokeh gefragt. Scharf können andere Objektive auch.…

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Lichtstärke als Selbstzweck?

Objektive mit riesigen Blendenöffnungen versprechen wundervolles Bokeh, Schärfefreisteller auch bei großen Motiven und die Möglichkeit, selbst bei Kerzenschein noch zu fotografieren. Eine hohe Lichtstärke wird mehrfach erkauft, einerseits über den Preis, andererseits über optische Fehler. Oft, wenn auch nicht immer, sind lichtschwächere Versionen eines ansonsten identischen Objektivs optisch besser, weil weniger Abbildungsfehler korrigiert werden mussten. „Wer in seiner Fototasche nicht mindestens ein 1,4er hat, dem ist nicht zu helfen“, schrieb Winfried Warnke in seiner Kolume im FotoMagazin (11/2017) und dachte dabei nicht unbedingt an Altglas. Lichtstärke als Notwendigkeit Im Gegensatz zu früher, bei Filmempfindlichkeiten von ISO 400 oder 800, wird Warnkes Provokation heute zur philosophischen Frage. Objektive mit Lichtstärke f/1.2 waren damals kein schicker Luxus für Bokeh-Fetischisten, sondern in erste…

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50 Fünfziger im ausführlichen Bokeh-Vergleich

Wer selbst schon mal versucht hat, Objektive zu vergleichen, weiß, wieviel Arbeit es macht, brauchbare Vergleichsaufnahmen anzufertigen. Besonders schwierig ist ein Bokeh-Vergleich, wenn mit natürlichem Licht gearbeitet wird. Eine Wolke reicht, um die Lichtverhältnisse zu verändern und selbst bei wolkenlosem Himmel wandert die Sonne und ändert ihre Lichtfarbe im Laufe des Tages. Dem Zeitfenster für einen solchen Vergleich sind natürliche Grenzen gesetzt. Im Sommer ist es größer und auch die Wahrscheinlichkeit ist höher, seine Arbeit am nächsten Tag unter ähnlichen Bedingungen fortsetzen zu können. Aufwendiger Vergleich Vor diesem Hintergrund ist das von User Rob70 im Digicamclub präsentierte Ergebnis umso beindruckender. Seine Versuchsanordnung beschreibt er präzise und liefert zusätzliche Detailaufnahmen, die eine Beurteilung der Detailschärfe ermöglichen. Sein Ziel „ … Liebhabern…

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