Bildmontage

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Bilder der vergehenden Zeit

Definitionsgemäß ist ein Foto etwas Statisches – wie jedes Bild, das nur einen Augenblick einfrieren, aber keine zeitliche Entwicklung wiedergeben kann. Eigentlich. Denn immer wieder versuchen Künstler auf unterschiedliche Weise, Bilder der vergehenden Zeit zu schaffen. Doc Baumann hat sich den neuen Bildband „Day to Night“ von Stephen Wilkes angeschaut, in dem der Wechsel der Tageszeiten mit Photoshop-Montagen sichtbar gemacht wurde. Ein Paar umarmt sich inmitten des Flusses von Fußgängern auf Londons Trafalgar Platz, 2013   © 2019 Stephen Wilkes Es ist verwirrend: Auf der einen Seite des großformatigen Fotos bricht gerade die Morgendämmerung an – in der Mitte sehen wir dieselbe Szene im hellen Mittagslicht – und auf der gegenüberliegenden Seite ist bereits die Nacht aufgezogen. Doch das wird uns…

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Bildkritik

Bildkritik: Billige und teure Montagefehler

Wenn Sie glauben, schlimme Montagefehler gäbe es nur bei den unterbezahlten Grafikern von Möbel- und Baumarktprospekten, so irren Sie sich. Selbst mit hochspezialisierter 3D-Software schaffen es manche Leute offenbar, die Perspektive zu ignorieren. Doc Baumann nimmt diesmal zwei Bildmontagen auseinander zum Thema „Pfusch am Bau(ch)“. Eine weitere Einsendung dagegen spricht er vom Pfusch-Vorwurf frei. Unseren ersten Montagefehler entdeckte Horst Fenchel aus Marburg: „Von Architekten sollte man eigentlich keine bildkritik-würdige Montage erwarten. Jaja, die lieben Fluchtlinien und der Horizont. Und abgesehen davon: wie kommt man ins Becken rein und wieder hinaus? Per Hubschrauber?“ Nun, solchen konstruktiven Kleinigkeiten möchte ich mich hier nicht zuwenden, dafür bin ich nicht zuständig. (Eine Antwort findet sich übrigens auf dieser Webseite.) Zum allerselbstverständlichsten Grundwissen für Grafiker…

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Bildkritik

Letzte Meldung: Die Erde ist eine Kugel!

Für unsere Bildkritik hat uns DOCMA-Leser Frank Sebold diese schöne Werbe-Montage eines Kreuzfahrt-Anbieters geschickt. Diese Branche bemüht sich in letzter Zeit ernsthaft, der Autoindustrie den ersten Rang bei misslungenen Compositings abzulaufen. Immerhin widerlegt das Bild wilde Hypothesen von einer flachen Erde – die Erde ist eine Kugel: Hier sieht man deutlich, dass die Schiffe bergab fahren. Doc Baumann nimmt die Montage unter die Lupe. Die Erde ist eine Kugel – die bergab fahrenden Schiffe beweisen es und widerlegen die Hypothese einer flachen Erde. Beim ersten Blick überkommt den Betrachter nur ein vages Unwohlsein. Irgendwas stimmt hier nicht! Aber was? Die beiden Schiffe passen nicht wirklich zur Perspektive der Szene. Dabei hat sich der Bildbearbeiter durchaus Mühe gegeben: Der rote Bogen…

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Bildkritik

Bildkritik: Fluchtpunkte auf der Flucht

Wieder einmal hat uns ein DOCMA-Leser ein schönes Beispiel dafür geschickt, wie „Bildbearbeitungs-Profis“ mit Perspektive und Schattenwurf umgehen. Diesmal haben wir beide Arten von Fehlern in einer Montage vereint: falsche Fluchtpunkte und eigenwillige Schlagschatten. Tatsächlich? Doc Baumann zeigt Ihnen auf, was an diesem Bild nicht stimmt … und was vielleicht doch. Fluchtpunkte: In diesem Fall bedarf es eigentlich gar keiner detailierten Analyse. Ein weiteres Bild auf derselben Webseite zeigt, dass die Grills bei identischem Hintergrund einfach ausgetauscht wurden und nicht in die Szene passen. Man muss etwas genauer hinschauen, um die falsche Perspektive in dieser Anzeige für einen Gasgrill zu entdecken. Immerhin ist einer der beiden Fluchtpunkte des Gerätes fast richtig platziert. Was allerdings auf den ersten Blick auffällt, sind…

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Bildkritik

Bildkritik: Schräge Möbel

Schräge Möbel: Mit den vier Tischen aus einer Werbung von XXXLutz stimmt doch irgendetwas nicht … Perspektivefehler gehören zu den häufigsten Mängeln bei Bildmontagen. In diesem Fall war die Konstruktion zugegebenermaßen nicht ganz einfach, da es tatsächlich um schräge Möbel geht: Beistelltischchen mit einer rautenförmigen Platte. Das Ergebnis der XXXLutz-Werbung lässt den Betrachter jedenfalls an seiner Wahrnehmung zweifeln. Doc Baumann erklärt, warum das so ist. Wie so oft stellt sich bei dieser Montage die Frage: Warum haben die Leute die vier Beistelltischchen links unten nicht gleich mit fotografiert, statt sie mühsam und falsch in die Szene zu montieren? Denn so sind ziemlich schräge Möbel entstanden, die man eigentlich nicht im eigenen Wohnzimmer stehen haben möchte – die Gefahr, dass darauf…

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Blog

Bildkritik: (Kn)Autschzone

Den DOCMA Bad Pixel Award, bei dem Einsender der gruseligsten Montagen gewinnen können, setzen wir aus Aktualitätsgründen jetzt auch hier im Web fort. Doc Baumanns Bildkritik wird in der gedruckten Ausgabe künftig seltener erscheinen, dafür kann er hier schneller auf daneben gegangene Bildmontagen eingehen. Den Anfang machen wir mit zwei Bildern von der Facebook-Seite von Kenwood. Wahrlich verunglückte Montage von der Facebook-Seite von Kenwood „Autsch!“ möchte man laut ausrufen, wenn man die oben präsentierte Montage von Kenwood betrachtet, die uns unser Leser Murat zugesandt hat. Die Aufgabenstellung dabei war wohl gewesen, eine Verkehrssituation zu zeigen, bei der Aufnahmen einer Dashcam bei der Rekonstruktion eines Unfalls helfen können. Die Glassplitter auf dem Asphalt sind denn auch in aller Klarheit zu bewundern.…

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DOCMA Artikel

Sprechstunden-Tipp: Aschewolken darstellen

DOCMA-Leser Walter wendete sich mit folgender Frage an mich: Hallo Doc Baumann, ich habe gestern den Historienfilm „Pompeii“ im TV gesehen und würde gern die kompakten Staubwolken des Vulkans nachbauen. Wissen Sie, wie das in Photoshop geht? Danke und viele Grüße, Walter Aschewolken darstellen: Mein Lösungsvorschlag   01 Ausgangsfotos Ich habe zunächst drei Fotos für die Montage zusammengesucht: Himmel, Steine für den Vordergrund und einen Düngerhaufen auf einem Acker, aus dem später der Vulkan werden soll. 02 Aschewolken per Beleuchtungseffekt Die noch fehlenden Aschewolken sehen nun in der Tat ganz anders aus als die am Himmel, die kann man nicht übernehmen. 3D-Programmie­rer sind hier sicherlich weiter als Photoshop, aber auch hier gibt es Wege zu diesem Ziel. ­Füllen Sie die Arbeitsfläche neutralgrau…

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Blog

Frühe Montage-Probleme

In jeder DOCMA-Ausgabe stellt Doc Baumann in seiner „Bildkritik“ fehlerhafte Montagen vor. Dabei geht es meist um Perspektive, Schatten oder Plausibilität, selten um falsche Proportionen. Dass Grafiker bereits um 1880 frühe Montage-Probleme hatten, fiel ihm kürzlich auf, als er zwei Holzstiche aus dieser Zeit erwarb. Genau genommen lässt sich der Begriff „Montage“ nicht wirklich auf Grafiken anwenden, schon gar nicht in der Zeit vor 1900. Natürlich haben Maler und Zeichner in ihren Bildern schon immer Elemente zusammengebracht, die aus unterschiedlichen Quellen stammten. Ein frühes Beispiel aus dem Bereich der antiken Malerei war der Auftrag der süditalienischen Stadt Kroton an den Maler Zeuxis, ein Bildnis der schönen Helena für den Juno-Tempel zu malen. Da er die gewünschte ideale Schönheit bei keinem…

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Tolle Bilder! Auch für Rennsport-Muffel

Wenn jemand, den Autos wenig interessieren und Rennsport überhaupt nicht, einen dicken Bildband über die Geschichte dieser Technik-Leidenschaft begeistert durchblättert und stundenlang – scheinbar – historische Fotos ausgiebig studiert, dann müssen sie schon bemerkenswert sein. Doc Baumann hat sich die Montagen aus Fotos und 3D-Objekten des Buches „When Motor Racing was bloody dangerous“ für Sie genauer angeschaut. Zu allem in diesem Buch, was mit der Geschichte des Rennsports zu tun hat, werde ich hier nichts schreiben. Das ist natürlich eine merkwürdige Herangehensweise an ein Buch, welches genau das zum Thema hat. Aber erstens bin ich dafür völlig inkompetent und könnte dann auch gleich ein Buch über das Beschneiden von Rosen oder über die Musik der 30er Jahre rezensieren – und…

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Hallo? Wer seid Ihr?

Kürzlich haben Sie uns Ihre Meinung dazu mitgeteilt, ob Screenshots aus Photoshop hell auf dunkel oder dunkel auf hell abgedruckt werden sollten. Heute möchten wir gern von Ihnen wissen: Wie würden Sie sich in Bezug auf Ihre Arbeit mit digitalen Bildern selbst bezeichnen? Ist es Ihnen aufgefallen? Seit einigen Ausgaben steht auf der Titelseite von DOCMA unter dem Schriftzug nicht mehr „Magazin für Bildbearbeitung“. Nur noch oben drüber „Photoshop und Lightroom“. Für wen schreiben wir überhaupt? Diese Frage „Hallo? Wer seid Ihr?“ haben wir uns vor längerer Zeit schon einmal gestellt. Da gab es DOCMA bereits seit einigen Jahren, und das Heft wurde noch fast ausschließlich mit Beiträgen von Christoph Künne und mir gefüllt. Man sollte meinen, am Beginn eines…

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Falsche Bildkritik?

Seit zehn Jahren nimmt Doc Baumann in seiner DOCMA-Rubrik fehlerhafte Bildmontagen aus den Medien unter die Lupe. In Heft 73 kritisierte er eine Anzeige der Telekom – weniger wegen eines Montagefehlers, sondern aus astronomischen Gründen. Darf die Sonne an dieser Stelle stehen? War das eine falsche Bildkritik? Ein Gutachten der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA schafft nun Klarheit. Zur Vorgeschichte: Doc Baumann hatte behauptet: „Wieder einmal war es eine dieser großen, doppelseitigen und entsprechend teuren Anzeigen, in der sich ein gigantischer Montagefehler versteckte; diesmal im Stern und von der Telekom in Auftrag gegeben. »Gigantisch« ist hier wörtlich zu nehmen – das fragliche Objekt hat immerhin einen Durchmesser von fast 1,4 Millionen Kilometern. Und es steht an einer Stelle, wo es einfach nicht…

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Bildmontage Wasserstrahl

In der gerade erschienenen DOCMA 74 beantwortet Doc Baumann in seiner Photoshop-Sprechstunde die Leserfrage, wie die Bildmontage eines Wasserstrahls so umgesetzt werden kann, dass das Ergebnis beim Einfügen vor einem neuen Hintergrund realistisch aussieht. Wasser ist transparent.  Wenn Sie einen Strahl Wasser in eine andere Umgebung versetzen wollen,  scheint es naheliegend, einfach die Deckkraft der oberen Ebene mit dem zuvor freigestellten Wasser herabzusetzen, so dass diese auf die neue Szene dahinter mehr oder weniger durchsichtig wird. Das hat auch unser Leser Claus Bunge versucht; er kam damit aber zu keinem befriedigenden Resultat: „Lieber Doc Baumann, ich möchte in eine Montage einen dicken Wasserstrahl einfügen. Natürlich soll der nicht deckend sein, sondern transparent, der Hintergrund also erkennbar bleiben, wie bei echtem…

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Blog

Postfaktisch: Jenseits der Wirklichkeit

Postfaktisch: Bildmontagen stellen in der Regel etwas dar, das es so in der sichtbaren Realität nicht gibt. Diese – geringe oder starke – Abweichung kommt überall in der Kunst vor. Solange niemand erwartet, ein solches Bild sei eine wirklichkeitsgetreue Wiedergabe, ist das unproblematisch. Kritisch wird es jedoch, wenn dieses Prinzip in den Alltag oder in die Politik übertragen wird. Dann spricht man, je nachdem, von Lügen oder Postfaktizität. Ein Kommentar von Doc Baumann. Vor ein paar Tagen mailte mir ein Kollege entsetzt, dass er gerade über einen für ihn neuen Begriff gestolpert sei: Postfaktizität. Unter einem anderen Namen ist uns dieser Sachverhalt geläufiger – alltagssprachlich nennt man entsprechende Aussagen schlicht „Lügen“. Werden sie in größerem gesellschaftlichen Zusammenhang verbreitet, in Politik…

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DOCMA Artikel

Im Reich der Schatten

Falsche Schlagschatten gehören bei Bildmontagen zu den häufigsten Fehlern. Die Beispiele in unserer Rubrik „Bildkritik“ zeigen das immer wieder. Was Sie beachten sollten und wie Sie brauchbare Ersatz-Schatten erzeugen, demonstriere ich Ihnen in diesem Beitrag. Schatten kommen als Thema immer wieder in DOCMA vor; um genau zu sein: Schlagschatten. Das ist unvermeidlich, denn ständig stößt man auf Montagen, in denen sie falsch konstruiert werden (wie das Beispiel in der „Bildkritik“ im vorigen Heft zeigt) … oder sie fehlen gleich ganz (siehe Seite 103). Da das Thema recht umfangreich ist, haben wir daraus eine kleine Serie in drei Teilen gemacht: Der erste befasst sich mit der Übernahme echter Schatten in Montagen sowie mit den verschiedenen Möglichkeiten, sie mehr oder weniger korrekt…

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DOCMA Artikel

Bildbearbeitung – Qualität hat ihren Preis

Bildbearbeitung – Qualität hat ihren Preis[/caption] Die Profis der Bildbearbeitung zeigen uns mal wieder, wie’s geht: Falsche Schatten und Beleuchtung, unmögliche Objekte, schlampige Freisteller, unplausible Montagen. Der vielleicht schönsten Vorschlag für den nächsten Bad Pixel Award stammt von unserem Leser Ralf Bode: „Die Präsentation eines Bauprojekts in einer Stadt ist mit Sicherheit ein Blick in die Zukunft, unter dem Motto ,So schön soll es aussehen, wenn es fertig ist!‘ Bei diesem Projekt für ein neues Kaufhaus im Herzen Kiels hat man sich nicht lumpen lassen und bei der ­Gelegenheit auch gleich das Sonnensystem mit umgebaut! Ein Blick auf die Visualisierung der Düsseldorfer ,Medienkontakt Comfort-Gruppe‘ (oben) offenbart komplett unterschiedliche Schattenrichtungen bei den Passanten, die anscheinend auf einen mehr oder minder gemeinsamen…

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