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Perspektivgitter anlegen

Olafs Tipp zum Wochenende

Wer DOCMA liest, kennt aus Doc Baumanns Bildkritiken die unzähligen, selbst in scheinbaren High-End-Werbungen vorkommenden Perspektivfehler bei Fotomontagen. Fluchtlinien helfen bei der Einschätzung der korrekten Ausrichtung und Größe von Objekten. Aber wie legt man diese am besten an?

Credits: Olaf Giermann. Perspektivgitter anlegen
Credits: Olaf Giermann

Perspektivgitter – Perspective Tools Panel

Credits: Sergey Kritskiy. Perspektivgitter anlegen
Credits: Sergey Kritskiy

Ich selbst nutze und bevorzuge die Photoshop-Erweiterung »Perspective Tools«, die noch mehr Möglichkeiten bietet, als nur Flucht- und Horizontlinien anhand von zwei erzeugten Hilfspfaden anzulegen. Das Panel hatte ich hier bereits vorgestellt, weshalb ich nicht noch einmal tiefer darauf eingehe.

Perspektivgitter anlegen. Perspektivgitterzeugung in mehrere Richtungen und perspektivische Transformationen sind mit den Perspective Tools schnell und unkompliziert.
Perspektivgitterzeugung in mehrere Richtungen und perspektivische Transformationen sind mit den Perspective Tools schnell und unkompliziert.

Leider läuft das Panel, wie alle CEP-Panels dieser Art, nicht auf M1-Macs, wenn man Photoshop im nativen Apple-Silicon-Modus betreibt. »Fenster > Erweiterungen« taucht dort nur auf, wenn man Photoshop im Intel-Modus startet (hier zeige ich den schnellsten Weg, Photoshop im sogenannten Rosetta-Modus zu starten). Bedauerlicherweise ist Photoshop in diesem Modus nicht mehr ganz so flink, weshalb ich vorerst nach einer Alternative suche. Sergey Kritskiy, der Programmierer der Perspective Tools, antwortete mir auf meine Nachfrage auf Discord, dass ein neues, auf der UXP-Plug-in-Architektur basierendes Panel zwar in Arbeit ist, dass aber für den vollen Funktionsumfang UXP enttäuschenderweise noch nicht die nötigen Möglichkeiten bietet. Hier ist Adobe gefordert, die Entwicklung von UXP voranzutreiben.

Eine Alternative zum CEP-Panel

Natürlich kann man sich einfach das »Linienzeichner-Werkzeug« greifen und die nötigen Fluchtlinien von Hand einzeichnen. Man kann diese auch kreisförmig um einen Fluchtpunkt duplizieren – aber das dauert alles viel zu lange.

Eine schnellere Möglichkeit für ein Perspektivgitter bietet das »Polygon-Werkzeug« im Stern-Modus. Darauf muss man erst einmal kommen:

Das »Polygon-Werkzeug« ist gruppiert mit den anderen Formwerkzeugen.
Das »Polygon-Werkzeug« ist gruppiert mit den anderen Formwerkzeugen.
Wählen Sie als Modus »Form«, um eine eigene Formebene zu erzeugen. Schalten Sie die Füllung der »Fläche« aus und wählen Sie eine »Kontur« in der Farbe und Stärke, die Sie gut im Bild erkennen können.
Wählen Sie als Modus »Form«, um eine eigene Formebene zu erzeugen. Schalten Sie die Füllung der »Fläche« aus und wählen Sie eine »Kontur« in der Farbe und Stärke, die Sie gut im Bild erkennen können.
Der Trick: Wählen Sie einen hohen Wert für die Anzahl der Polygon-Eckpunkte (hier: 100) und stellen Sie den Wert für das »Sternseitenverhältnis« auf 1%. Dadurch werden zwischen den Polygonpunkten Einzüge erzeugt und Sie erhalten einen Stern mit einhundert Strahlen. »Vom Mittelpunkt aus« erzeugt den Mittelpunkt (also in dieser Anwendung den Fluchtpunkt) dort, wo Sie mit der Maus klicken. Ziehen Sie dann den Stern so groß wie nötig auf. Mit dem »Verschieben-Werkzeug« lässt sich der Stern nachträglich frei positionieren und mit »Frei transformieren« skalieren oder auch drehen (um etwa die Linien an markante Kanten zu legen).
Der Trick: Wählen Sie einen hohen Wert für die Anzahl der Polygon-Eckpunkte (hier: 100) und stellen Sie den Wert für das »Sternseitenverhältnis« auf 1%. Dadurch werden zwischen den Polygonpunkten Einzüge erzeugt und Sie erhalten einen Stern mit einhundert Strahlen. »Vom Mittelpunkt aus« erzeugt den Mittelpunkt (also in dieser Anwendung den Fluchtpunkt) dort, wo Sie mit der Maus klicken. Ziehen Sie dann den Stern so groß wie nötig auf. Mit dem »Verschieben-Werkzeug« lässt sich der Stern nachträglich frei positionieren und mit »Frei transformieren« skalieren oder auch drehen (um etwa die Linien an markante Kanten zu legen).

Es gibt auch verschiedene Pinselspitzen für solche Fluchtlinien-Sterne, aber so eine Formebene hat den Vorteil, dass Sie jederzeit Farbe und Dicke der Kontur einfach anpassen und das Perspektivgitter so immer gut sehen können.

Perspektivgitter anlegen

Ich hoffe, Ihnen/Dir mit dieser Information weitergeholfen zu haben (Textbaustein ;-)) und wünsche Ihnen ein schönes Wochenende.

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Olaf Giermann

Sein Erstkontakt mit Photoshop erfolgte 2003 an der Uni, an der das Programm als reine Scanner-Software eingesetzt wurde. Inzwischen gilt Giermann sprichwörtlich als das »Photoshop-Lexikon« im deutschsprachigen Raum und teilt sein Wissen in DOCMA, in Video­kursen und in Seminaren.

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