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Als die Bilder laufen lernten

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Foto: Fujifilm

Wer heutzutage fotografiert, nimmt oft auch Videofilme auf. Dem Fotobuch als beliebtem Medium zur attraktiven Präsentation der Standbilder würde man solche Videos gerne zur Seite stellen, doch war das bislang nur durch einen Verweis auf zusätzliche Inhalte im Internet möglich. Der Fujifilm Fotoservice bietet nun das „Fotobuch brillant Video“ an, das HD-Videomaterial mit Stereoton auf einem integrierten Touchscreen abspielen kann. 

Aktuelle Kameras sind gleichermaßen für die Fotografie wie für die Aufzeichnung von Filmen geeignet, aber nach der Aufnahme stellt sich die Frage, wie man bewegte und unbewegte Bilder gemeinsam präsentieren soll. Desktop- oder Tablet-Computer wären dazu in der Lage, nur sind sie keine Lösung, die multimedialen Inhalte in einer attraktiven physischen Form zu verbreiten, so wie das bei reinen Standbildern in Gestalt eines Fotobuchs möglich ist.

Das Fotobuch ist mehr als der Nachfolger des guten, alten Fotoalbums; es bietet die Qualität aufwendig gedruckter Bildbände und erlaubt dabei eine Gestaltung, die alle Freiheiten lässt und daher auch professionellen Ansprüchen genügen kann. Wenn Sie Ihre Fotos oder Bildmontagen effektvoll zur Geltung bringen wollen, ist ein auf Fotopapier belichtetes Fotobuch eine empfehlenswerte Lösung.

Wie jedes Buch zeigt ein gewöhnliches Fotobuch aber nur Standbilder; um dem Betrachter auch thematisch damit zusammenhängende Videos zu zeigen, blieb bislang nur die Möglichkeit, auf ergänzende Inhalte im Internet zu verweisen. Die zu betrachten setzte dann aber wieder einen Computer oder wenigstens ein Smartphone und eine stabile Verbindung zum Server voraus.

Das Buch zum Film

Der Fujifilm Fotoservice pro zeigt nun, wie man bewegte und unbewegte Bilder zusammen bringen kann (www.ffspro.de). Das neue „Fotobuch brillant Video“ basiert auf dem schon bisher angebotenen klassischen Fotobuch, für das die vom Auftraggeber gestalteten Doppelseiten auf glänzendes oder mattes Fotopapier belichtet werden. Mit einer Leporellobindung entsteht daraus ein Buchblock: Die Rückseite einer rechten Seite wird jeweils mit der Rückseite der nächsten linken Seite vollflächig verklebt. So gebundene Fotobücher sind nicht nur sehr robust; sie bieten zudem den Vorteil, dass jede aufgeschlagene Doppelseite plan liegt, was diese Bindung auch für Panoramabilder empfiehlt.

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Zugeklappt sieht ein „Fotobuch brillant Video“ nicht anders als ein gewöhnliches Fotobuch aus. Die zur Filmwiedergabe nötige Elektronik verbirgt sich im etwas dickeren Einband.

Die um Video erweiterte Variante sieht zunächst wie ein gewöhnliches Fotobuch aus; erst wenn man es aufschlägt und auf der Innenseite des Covers ein Video zu spielen beginnt, zeigt sich, was in ihm steckt. In die naturgemäß nur als Hardcover-Ausführung erhältlichen Video-Foto­bücher ist ein 7-Zoll-Touchscreen mit 1280 × 720 Pixeln integriert, also ein Bildschirm einer Größe, wie man sie von kleineren Tablet-Computern kennt. Mit dem Display ist es natürlich nicht getan; dazu gehören im Umschlag verborgene Stereo-Lautsprecher, ein Prozessor, ein Flash-Speicher mit einer Kapazität von 1 GB und ein Lithium-Akku, so dass zum Betrachten von Videos weder das Internet noch das Stromnetz nötig ist. Eine USB-Schnittstelle dient zur Datenübertragung wie auch zum Laden des Akkus. Auch Power-Packs lassen sich hier anschließen.

Anwendungsgebiete

Für ein Fotobuch mit integriertem Videoplayer fallen einem immer neue Anwendungsmöglichkeiten ein, je länger man darüber nachdenkt. Hochzeitsfotografen  bekommen damit ein attraktives Produkt, das den Kuss nach dem Ja-Wort auch in bewegten Bildern dokumentiert, während Eltern die Entwicklung ihrer Kinder in Bild und Film festhalten und daraus ein Fotobuch für die Großeltern machen können. Ein Making-of-Video zu einer Serie von Bildmontagen wäre als aussagekräftiger Leistungsbeweis für die Eigenwerbung einer Postproduk­tions­-Agentur geeignet. Und wenn nicht alle Bilder im Buch Platz finden, machen Sie aus den übrigen eine Dia-Show und fügen sie als Video hinzu.

Buchmacher

Die Gestaltung eines Video-Fotobuchs unterscheidet sich zunächst nicht von der eines Fotobuchs ohne Videofunktion. Dazu benötigen Sie Fujifilms kostenlose Software FFSpro, die in Versionen für Windows (ab XP mit SP2) und Mac OS X (ab 10.7) verfügbar ist. Diese Anwendung dient jedoch nicht der Gestaltung: Falls Sie nicht allein Fotos verwenden wollen, öffnen Sie damit die Seiten, die Sie zuvor in einer Grafik- oder Layout-Software vorbereitet und als PDF-Dokument exportiert haben (siehe DOCMA 62, Seite 88 ff.). Nach einer Kontrolle der Farbwiedergabe mit der Softproof-Funktion von FFSpro (siehe DOCMA 61, Seite 82f.) laden Sie das PDF auf den Server von Fuji­film hoch.

Dort stehen auch zu allen Buchformaten Vorlagen für Photoshop und InDesign zum Download bereit, die Ihnen die präzise Gestaltung erleichtern. Die gewünschte Ausführung und die Stückzahl wählen Sie schließlich wieder in FFSpro aus und schicken dann die Bestellung ab.

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Fujifilm bietet Vorlagen für InDesign und (wie hier gezeigt) Photoshop an, die auch den Beschnitt anzeigen und so die präzise Platzierung der Bilder und Texte erleichtern. Die Hilfsebenen mit den Layout-Hinweisen blenden Sie vor dem Export als PDF aus.

Verfilmung

Der zusätzliche Content kommt erst hinzu, nachdem der Fotoservice die bestellten Video-Fotobücher geliefert hat. Sie schließen die Bücher über deren USB-Schnittstelle an den Computer an und können dann Video­dateien in den Formaten MPEG4 oder AVI in den Speicher des Buchs kopieren – eine Anleitung hierzu wird mitgeliefert. Je nach verwendeter Kompression fasst dieser bis zu 30 Minuten Filmmaterial. Natürlich lässt sich der Speicherinhalt jederzeit ändern.

Zur Steuerung der Wiedergabe dient der Touchscreen. Über optional eingeblendete Schaltflächen startet und stoppt der Betrachter einzelne Filme, springt zwischen mehreren Videos und kontrolliert die Lautstärke. Prinzipiell können mehrere ansonsten identische Foto­bücher auch ganz unterschiedliches Videomaterial enthalten.

Produktauswahl

Ein Fotobuch mit integrierter Videofunktion können Sie zu Preisen ab 138 Euro mit mattem beziehungsweise 148 Euro mit glänzendem Fotopapier in Leporellobindung bestellen. Die Software FFSpro ist nur nötig, um die Seiten als PDF-Dokument heraufzuladen und die Optionen auszuwählen. Zum Befüllen des Videospeichers schließen Sie das Buch nach der Lieferung an Ihren Computer an.

Ausführungen

Da das Fotobuch einem Display, Lautsprechern und der dazugehörigen Elektronik Platz bieten muss und jedes Format konstruktiv unterschiedliche Lösungen erfordert, sind die verfügbaren Varianten gegenüber dem normalen Fuji-Fotobuch etwas eingeschränkt. Als Einband steht derzeit „Quinell Nubuck“ in den Farbvarianten Schwarz oder Milchkaffee zur Wahl. Die Zahl der Seiten aus mattem oder glänzendem Fotopapier können Sie von 24 bis 40 in Zweierschritten erhöhen. Die verfügbaren Formate sind 30 ×30 cm und das etwas kleinere A4-Panorama-Format (30 ×20 cm), dessen Querformat sich auch, aber natürlich nicht nur für Panoramabilder mit bis zu 60 ×20 cm empfiehlt.

Als zusätzliche Kosten für die Videofunktion fallen gut 90 Euro an – in Relation zur gebotenen Leistung erscheint das angemessen. Für ein „Fotobuch brillant Video“ im Format A4-Panorama mit 24 Seiten berechnet Fujifilm 138 beziehungsweise 148 Euro, je nachdem, ob Sie sich für mattes oder glänzendes Fotopapier entscheiden. Mit dem größeren Format 30 ×30 cm steigen die Preise auf 198 beziehungsweise 218 Euro. Platz für noch mehr Bilder fällt dagegen kaum ins Gewicht; je nach Format entsteht ein Mehrpreis um einen Euro pro weiterer Seite.

 

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