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Infinite Texture: Überlagerungselemente per Mausklick finden

Infinite Texture
Abbildung: infinitetexturepanel.com

Mit dem Photoshop-Panel „Infinite Texture“ könnt Ihr Texturen per Mausklick anwenden. Das Panel habe ich jetzt ein paar Wochen im Einsatz und ich möchte Euch meine persönliche Meinung und ein Fazit dazu schreiben.

Für die Ungeduldigen gleich mal mein Kurz-Fazit: Braucht man das unbedingt? Nein. Ist das nützlich? Ja. Macht es Spaß damit zu arbeiten? Ja.

Wieso, weshalb, warum – das erfahrt Ihr im Folgenden.

Texturen in der Bildbearbeitung

Texturen – also Elemente, die man einem Foto überlagert – sind in der kreativen Bildbearbeitung ein Muss. Der einfachste Anwendungsfall: einen langweiligen, Studiohintergrund durch etwas Struktur interessanter gestalten. Andere Beispiele: Licht- und Partikeleffekte oder zufällige Elemente (Federn, fliegende Geldscheine und vieles mehr) hinzufügen.

Infinite Texture
Das Ausgangsfoto aus der (nicht mehr erhältlichen) RawExchange-Stock-Collection.
Infinite Texture
Hier habe ich vier verschiedene Texturen des Infinite Texture Panels angewendet und diese passend transformiert. Vielleicht ein bisschen übertrieben, aber Ihr erkennt das Potential. Tipp: Damit das Panel eine vorhandene Textur nicht ersetzt, solltet Ihr einfach die Ebene umbenennen!

Infinite Texture: Grundprinzip

Das Panel folgt dem gleichen Ansatz wie das Infinite Color-Panel, mit dem Ihr zufällige Farblooks erzeugen könnt: Man wendet nicht eine bestimmte Textur gezielt an, sondern weist mit jedem Mausklick auf den großen „Create“-Knopf in der Mitte eine andere Textur zu.

Infinite Texture
Das Infinite Texture Panel ist einfach und übersichtlich aufgebaut – und sieht auch gut aus. Vielleicht werde ich langsam ja doch alt, aber die Beschriftungen sind etwas zu winzig geraten, finde ich.

Was zunächst wie ein Nachteil klingt, erweist sich in der Praxis als kreative Spielwiese. Denn oft erhält man durch die Zufälligkeit der Texturauswahl (Zwischen-) Ergebnisse, an die man zuvor gar nicht gedacht hatte.

Ihr könnt dabei Elemente aus vier verschiedenen Kategorien (Elemente, Partikel, Lichter, Überlagerungen) erzeugen lassen oder mit der Option „All“ auch irgendeine Textur aufrufen.

Infinite Texture: Vorgehensweise

Die zugrunde liegende Datenbank beruht auf zehntausenden Stockfotos der ehemaligen RawExchange-Sammlung und wird ständig erweitert und verbessert. Alle Fotos liegen in sehr hoher Auflösung vor – das Panel nutzt aber für eine bessere Performance zunächst nur eine niedrig auflösende Vorschau. Habt Ihr die gewünschte Textur gefunden, klickt Ihr auf „High Res“ und die hochauflösende Version wird aus dem Internet geladen. Um das Panel zu nutzen, muss man also online sein.

Habt Ihr eine Textur gefunden, die schon in die Richtung geht, die Euch vorschwebt, aber noch nicht ganz so beschaffen ist, wie beabsichtigt, müsst Ihr nicht tausendmal auf „Create“ klicken, sondern könnt nach ähnlichen Texturen suchen, indem Ihr den Slider namens „Randomness“ (Zufälligkeit) nach links zieht. Je weiter nach links, um so ähnlicher wird die nächste erscheinende Textur zur aktuellen sein, wenn Ihr auf „Create“ klickt. Steht „Randomness“ auf 100 erhaltet Ihr bei jedem Klick dagegen irgendeine Textur aus der gewählten Kategorie beziehungsweise bei „All“ aus dem gesamten Stockbestand.

Infinite Texture: AI match

Alle durch das Panel eingefügten Stockfotos kommen mit uneingeschränkten Bildrechten für die private und auch kommerzielle Nutzung. Das macht das Panel auch für den gezielten kommerziellen Einsatz interessant, denn mitunter habt Ihr vielleicht eine bestimmte Struktur im Internet oder auf Stockfoto-Plattformen, bei denen die Bildrechte unklar oder eingeschränkt sind.

Solche Bilder könnt Ihr durch ein ähnliche Fotos aus dem Infinite-Foto-Fundus ersetzen lassen, indem Ihr einfach auf „AI match“ klickt. KI-basiert sucht das Panel dann nach einem möglichst ähnlichen Bild und platziert dieses als eigene Ebene.

Ein Wolkenfoto aus meiner Fotosammlung …
… und ein bei mittleren Werten für „Randomness“ durch AI match gefundenes ähnliches Foto.

Infinite Texture: Hidden Feature – ein Textur-Browser

Für das schnellere Finden von geeigneten Texturen, gibt es eine Funktion, die Ihr derzeit noch nicht direkt über das Panel aufrufen könnt (eine entsprechende Schaltfläche ist aber in Planung): den A.I. visualizer.

Ihr müsst Euch hier einloggen und dann auf „A.I.visualizer“ klicken. Es öffnet sich ein neues Browserfenster, in dem Ihr Euch intuitiv zur gewünschten Textur durchklicken könnt. Auch dabei gibt es einen Randomness-Slider, so dass Ihr bestimmen könnt, wie ähnlich die gefundenen Texturen zur Textur in der Mitte sein sollen. Den ganzen Prozess schaut Ihr Euch am besten in diesem Video an (englisch).

Infinite Texture
Der browser-basierte A.I.-visualizer zeigt die aktuelle Textur in der Mitte, ähnliche Bilder um dieses herum angeordnet. Alternativen wählt man einfach per Mausklick, die Zufälligkeit der Textur über den vertikalen Slider links.

Infinite Texture: Vor- und Nachteile

Vorteile

  • Zufällige Texturauswahl = Inspiration
  • Ähnliche Texturen bei geringer „Randomness“ finden = mehr Variation bei den Texturen
  • AI match ermöglicht das Finden von ähnlichen Bildalternativen inklusive aller Bildrechte
  • Mit dem AI visualizer klickt man sich intuitiv zur gewünschten Textur durch.

Nachteile

  • Der Rechner muss online sein und die Verbindung schnell, da die Texturen in hoher Auflösung vorliegen und heruntergeladen werden müssen (nach einem Klick auf „High Res“).
  • Der AI visualizer kann (noch) nicht direkt über das Panel aufgerufen werden, sondern nur durch manuelles Aufrufen der Webseite im Webbrowser.

Infinite Texture: Fazit

Meiner Meinung nach richtet sich das Panel vor allem an die kreativen Bildbearbeiter, die sich mit normalen Fotos nicht zufrieden geben. Durch das Element des Zufalls stößt man auf ganz neue Ideen für Hintergründe und Lichteffekte – und das kann vielleicht auch aus dem einen oder anderen Kreativloch heraushelfen. Durch AI match lassen sich gezielt ähnliche Texturalternativen. Durch die einfache Bedienung (ein Klick pro Textur) und die einschränkbare Zufälligkeit der Folgetexturen, macht das Panel im Einsatz viel Spaß. Der AI visualizer ist vielleicht das beste Feature des Panels, aber kurioserweise noch nicht direkt über dieses aufrufbar. Ich denke mal, das wird noch nachgerüstet.

Aber doch, ich kann das Panel guten Gewissens empfehlen!

Eine Trial-Version mit eingeschränkter Funktionalität, mehr Informationen und ein Übersichtsvideo gibt es hier (Panel und Webseite sind nur auf Englisch verfügbar). Das Panel kostet aktuell 149 $. Der zunächst für ein Panel als ziemlich hoch erscheinende Preis relativiert sich etwas angesichts des riesigen und hochauflösenden Bildbestandes, der ja darin enthalten ist.

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Olaf Giermann

Sein Erstkontakt mit Photoshop erfolgte 2003 an der Uni, an der das Programm als reine Scanner-Software eingesetzt wurde. Inzwischen gilt Giermann sprichwörtlich als das »Photoshop-Lexikon« im deutschsprachigen Raum und teilt sein Wissen in DOCMA, in Video­kursen und in Seminaren.

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