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Alle Räder stehen still: Crucial MX300 SSD 2,5″

Crucial MX300 SSD 2,5″? Wenn es in Ihrem Computer noch summt und brummt, dann klingt das zwar sehr geschäftig, bedeutet aber auch, dass er nicht auf dem aktuellen Stand der Technik ist. Festplatten mit drehenden Magnetscheiben sind überholt und werden zunehmend durch die schnelleren und energiesparenden SSDs ersetzt. Was der Austausch einer Festplatte gegen eine SSD bringt, hat Michael J. Hußmann mit der Crucial MX300 auf die Probe gestellt.

Erinnern Sie sich an das Märchen vom Wettlauf des Hasen mit dem Igel? Obwohl der Igel tatsächlich gar nicht mitläuft, ist er als Erster am Ziel und ruft dem ausgepowerten Hasen zu: „Ick bün all dor“ („Ich bin schon da“).

dscf0833: Crucial MX300 SSD 2,5 Zoll

Crucial MX300 SSD 2,5 Zoll: Die Montage ist simpel: Schieben Sie die SSD in das Chassis, bis ihre Anschlussleiste mit dem ­Controller verbunden ist, und ­sichern Sie die obere Gehäuseschale mit zwei Schrauben.

Ähnlich verhält es sich mit Solid State Disks, kurz SSD: Diese Massenspeicher basieren auf Halbleitern, in denen sich zwar die Elektronen bewegen; bewegliche Teile gibt es darin aber nicht. Trotzdem sind die Zugriffszeiten von SSDs sehr viel kürzer als die von Festplatten mit einem noch so schnell rotierenden Stapel aus Magnetscheiben. Während der Igel den Hasen aber erst mit einem Trick besiegen konnte, ist die Halbleitertechnologie von Natur aus schneller – es dauert nicht einmal zwei Sekunden, um ein Gigabyte an Daten zu lesen oder zu schreiben. Dabei spart der Verzicht auf drehende Scheiben auch noch Energie: Die hier getestete Crucial MX300 SSD (www.crucial.de) verbraucht lediglich 0,075 W, etwa ein 90stel des Verbrauchs einer herkömmlichen Festplatte.

Mit der aktuellen 3D-NAND-Technologie werden immer höhere Speicherkapazitäten möglich: Die MX300 SSD ist in Versionen mit 275 GB (73,77 Euro), 525 GB (127,32 Euro), 750 GB (179,68 Euro), 1 TB (265,36 Euro) und künftig auch 2 TB (581,90 Euro) erhältlich. „3D-NAND“ bedeutet, dass die Speicherbausteine in allen drei Dimensionen wachsen, also nicht nur in die Länge und Breite, sondern auch in die Höhe. So wie man in Hochhäusern mehr Menschen auf gleicher Fläche unterbringen kann, bieten auch modernen SSDs mit 32 Schichten von  Speicherzellen mehr Daten Platz.

dscf0832: Crucial MX300 SSD 2,5 Zoll

Crucial MX300 SSD 2,5 Zoll: Für den externen Einsatz der SSD ist noch ein Gehäuse mit USB-3.0-Anschluss und SATA-III-6 Mbit/s-Unterstützung nötig.

Der Inhalt von 3D-NAND-Zellen bleibt jahrelang ohne Stromzufuhr erhalten, wobei der Verzicht auf bewegliche Teile die Datensicherheit erhöht. Auch Stöße und Vibrationen können den Speicherinhalten nichts anhaben. Durch den Fluss der Elektronen beim Lesen und Schreiben erwärmt sich die SSD zwar, aber der im Controller integrierte Überhitzungsschutz der Crucial MX300 kontrolliert die Temperatur im laufenden Betrieb und passt die Ansteuerung der Speicherzellen entsprechend an. Vor unbefugten Zugriffen schützt optional eine hardwarebasierte AES-256-Bit-Verschlüsselung.


Stunde der Wahrheit

Nach Herstellerangaben sollen die MX300-SSDs bei Lesezugriffen bis zu 530 MB/s und beim Schreiben 510 MB/s (beim kleinsten Modell mit 275 GB sind es 500 MB/s) erreichen. Diese Leistungsdaten gelten für sequentielles Lesen und Schreiben – typisch etwa für die Situation, in der Sie eine große PSD-Datei öffnen oder sichern.

Für den Test der MX300 SSD in der 1-TB-Version baute ich sie in ein externes Gehäuse mit USB-3.0-Anschluss ein, das den schnellen SATA-III-Standard mit 6 Gbit/s unterstützt. Die Software Disk Speed Test (nur für OS X über Apples App Store erhältlich; die Ergebnisse sind aber auf Windows übertragbar) zeigte nach dem wiederholten Schreiben und Lesen einer 1-GB-Datei teilweise bessere Werte an, als sie aufgrund der Herstellerangaben zu erwarten waren: 461,7 MB/s erreichte die SSD bei Schreibzugriffen, 671,2 MB/s bei Lesezugriffen. Beide Werte lagen auch noch über jenen, die ich vor zwei Jahren bei meinem ersten Artikel zu diesem Thema ermittelt hatte (siehe DOCMA 58, Seite 10f.): Mit der damals getesteten Samsung-SSD erreichte ich 392,0 beziehungsweise 493,2 MB/s.

diskspeedtest_2: Crucial MX300 SSD 2,5 Zoll

Crucial MX300 SSD 2,5 Zoll: Für den Geschwindigkeitstest haben wir die kostenlose Software „Disk Speed Test“ von Blackmagicdesign benutzt. Die gemessenen Leistungswerte bestätigten die in die SSD gesetzten Erwartungen.

 


Stresstest

So lange Sie mit kleinen Dateien arbeiten, machen unterschiedlich schnelle Massenspeicher keinen so großen Unterschied, aber je größer die Dateien werden, desto mehr kann eine langsame Platte den Arbeitsablauf verzögern. Für einen Stresstest wählte ich eine knapp 4 GB große PSB-Datei aus einem Panorama-Projekt. Dieses Dokument von einer herkömmlichen 2,5″-Platte mit 1 TB zu öffnen, beanspruchte 97 Sekunden, es zu sichern 100 Sekunden. Sehr viel schneller erledigte mein iMac mit einem Fusion-Laufwerk gleicher Kapazität diese Aufgabe – zumindest beim Öffnen, das nur noch 15 Sekunden dauerte. Zum Speichern waren aber immer noch 63 Sekunden nötig. Die Crucial MX300 ist beim Öffnen ebenso schnell wie der Fusion-Drive; den SSD-Vorsprung spielt sie dann beim Sichern aus, das bereits nach 11 Sekunden abgeschlossen war.

Gegenüber der herkömmlichen Festplatte ist die SSD also 547 % schneller, beim Schreiben sogar 809 %. Im Vergleich zum Fusion-Drive, der Plattenzugriffe durch die Kombination einer kleinen SSD mit einer Festplatte beschleunigen soll, konnte ich zwar keinen Unterschied bei Lesezugriffen feststellen; beim Sichern der Daten ist die SSD aber 5,6-fach schneller.


Crucial MX300 SSD 2,5 Zoll: Fazit

Der Vorteil einer reinen SSD-Lösung ist offensichtlich. Als Speichermedium ohne bewegliche Komponenten ist die SSD schneller als eine Festplatte, erzeugt im Betrieb keinerlei Geräusche und spart Energie. Beim mobilen Einsatz ist auch die große Robustheit eines Halbleiterspeichers gegenüber Stößen und Vibrationen nützlich. Aber auch wenn Sie bereits eine SSD nutzen, kann ein neues Modell noch einen zusätzlichen Geschwindigkeitszuwachs bringen.

 


Diesen Test inklusive einer Photoshop-Aktion, mit der Sie die Performanz Ihrer Hardware mit den von uns gemessenen Werten vergleichen können, finden Sie in der neuen DOCMA 73 (Ausgabe 6/2016)



 

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