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Adobe und die Zukunft des Designs

Zwischen London und Paris machte Scott Belsky, Adobes Chief Product Officer, Station in Hamburg, und referierte über die Zukunft des Designs – mit Adobes Produkten und Diensten, versteht sich. DOCMA war vor Ort.

Adobe und die Zukunft des Designs
Wo der angekündigte Adobe-Event stattfinden würde, war schon von Weitem zu sehen, denn auf der programmierbaren Medienfassade des Klubhaus St. Pauli am Spielbudenplatz erschienen animierte Clips des Designers und Illustrators Sebastian Onufszak. Diese standen im Zusammenhang mit dem neuesten #AdobeHiddenTreasures-Projekt, alte, im Bauhaus Dessau entworfene Schriften zu neuem, digitalem Leben zu erwecken.

Wer gestern am Hamburger Spielbudenplatz vorbei kam und diese Clips fotografiert hat, kann übrigens noch bis heute (14.6.) um Mitternacht ein Adobe-CC-Jahresabo gewinnen.

Adobe und die Zukunft des Designs

Scott Belsky (Foto: Christoph Künne)

Im Zentrum der Präsentationen zur Zukunft des Designs stand Scott Belsky, einst Mitbegründer von Behance und jetzt Chief Product Officer sowie Executive Vice President von Adobe für Creative Cloud, der über die gewachsene Bedeutung des Designs redete und vier Monate vor der nächsten Adobe-MAX-Konferenz bereits Hinweise auf kommende Produkte und Dienste gab.

Adobe und die Zukunft des Designs

Scott Belsky: Design war noch nie so wichtig wie heute

Design, sei es Grafik- oder Produktdesign, ist nicht mehr länger eine nachgeordnete Tätigkeit, so Belsky, vielmehr sei es oft das Design, das überhaupt erst das Produkt ausmacht. Das würde bereits deutlich, wenn man Unternehmen befragt, nach welchen Fachkräften sie heutzutage vor allem suchten. Früher wären das BWLer gewesen, später Ingenieure, aber nun würden verstärkt Designer gesucht. Designer würden zunehmend auch Führungspositionen in Unternehmen einnehmen – man denke etwa an Jonathan Ive, Apples Chief Design Officer.

Design gilt nicht nur Produkten; auch die Erfahrung des Kunden mit einer Software oder mit Diensten muss gestaltet werden, und dieser Aspekt liegt Scott Belsky offenbar besonders am Herzen. Zu einer guten „user experience“ gehört die bruchlose Austauschbarkeit von Daten zwischen verschiedenen Geräten, Anwendungen und Kollaborationspartnern, wofür in Adobes Ökosystem die Cloud dient.

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Interessierte Zuhörer (Foto: Christoph Künne)

Für die Gestaltung und Simulation von Benutzerschnittstellen empfiehlt Scott Belsky die kostenlose Anwendung Adobe XD CC, mit der sich die entworfenen Interfaces für Geräte vom Computer bis zur Smartwatch auch interaktiv testen lassen, bevor man das Design zur tatsächlichen Implementierung an die Entwickler weitergibt.

Weiterhin stellte Belsky das Augmented-Reality-Projekt Aero vor, bei dem Adobe mit Apple zusammenarbeitet. Mit Photoshop CC und Dimension CC soll man dreidimensionalen Content erstellen und in das usdz-Format von Apples ARKit 2 bringen können. In Apples Programmierumgebung Xcode lassen sich die so geschaffenen virtuelle Objekten dann auch in Bewegung versetzen. Auf dem Display eines iPhones oder iPads sieht ein Anwender die Objekte in seiner Umgebung und kann sie von allen Seiten betrachten.

Auf der nächsten MAX-Konferenz wird mehr davon zu sehen sein. Scott Belsky deutete aber noch eine weitere bevorstehende Ankündigung an, die Photoshop-Anwender freuen dürfte: Es gibt ja schon länger iOS-Apps wie PS Express, Photoshop Mix und Photoshop Fix, aber Adobe ist klar, dass die Kunden nicht „Photoshop dies und Photoshop das wollen – sie wollen Photoshop“, wie es Belsky ausdrückte. Lange reichte die Rechenleistung von Mobilgeräten nicht dazu aus, dass Photoshop darauf hätte laufen können, aber nun scheint Photoshop auf dem iPad in Reichweite zu liegen. Auch zu diesem Thema dürfte die MAX-Konferenz im Oktober 2018 mehr Aufschluss bringen.

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Designer beim Chillen (Foto: Christoph Künne)

Zum Abschluss wurde noch das Projekt Adobe Hidden Treasures – Bauhaus Dessau vorgestellt. Erik Spiekermann hat mit einer Gruppe junger Designer fünf Schriftentwürfe von Bauhaus-Meistern rekonstruiert und digitalisiert, die Creative-Cloud-Abonnenten zur Verfügung gestellt werden – zwei Schriften sind bereits verfügbar, die übrigen drei werden folgen. Zu einigen Schriften gab es vollständige Entwurfszeichnungen, zumindest für die Buchstaben des lateinischen Alphabets, andere existierten nur auf Plakaten, deren Text nicht alle Buchstaben enthielt, so dass die Schriftdesigner die fehlenden Glyphen passend ergänzen mussten.

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Christoph Künne (links) im Gespräch mit Studenten

Adobe und die Zukunft des Designs

Die Medienfassade des Klubhaus St. Pauli (das übrigens nichts mit dem FC St. Pauli zu tun hat)

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Die Medienfassade des Klubhaus St. Pauli

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