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Foto-App Perfectly Clear

Fotos aus dem Smartphone fehlt es oft an Brillanz. Ein Umstand, der zum Teil durch die Bauart bedingt ist, zum anderen Teil aber auch noch auf Fingerabdrücke auf dem Objektiv zurückzuführen ist, denn schließlich wird ein Telefon selten mit Samthandschuhen angefasst. Die Foto-App Perfectly Clear schafft da ein wenig Abhilfe und sorgt für etwas mehr Durchblick.

Kontrast und manchmal auch ein so genannter Mikro-Kontrast sind Werkzeuge, mit denen sich dunstige Bilder in RAW-Konvertern optimieren lassen. Dabei wird Dunst oder Nebel nicht beseitigt, wohl aber das Bild so angepasst, dass es klarer erscheint. Das ist prinzipiell auch am iPhone oder iPad möglich, allerdings meistens mit allerlei Unwägbarkeiten verbunden. Die Foto-App Perfectly Clear macht das Ganze einfacher, denn sie optimiert das Bild auf Knopfdruck. Außerdem gibt es noch einige sinnvolle manuelle Anpassungsmöglichkeiten.
Zaubern kann auch Perfectly Clear nicht und das „perfekt“ im Namen ist an sich eine kleine Übertreibung. Aber das Programm kann schon etwas. Außerdem ist es einfach zu bedienen, der User erhält beim ersten Öffnen eine Anleitung in Deutsch und obendrein bietet die Foto-App eine sinnvolle Vorher-Nacher-Funktion. Dabei kann einfach ein Schieberegler über das Bild gezogen werden, links davon ist die Originalversion zu sehen, rechts davon das verbesserte Bild. Das funktioniert in Echtzeit und ist deshalb ein großer Pluspunkt.
Auch sonst gibt es einige Werkzeuge zur Bildverbesserung, die ganz gut klappen. Man kann sein Bild aufhellen, Hauttöne sowie den Farbton anpassen (nicht zu verwechseln mit einem Weißabgleich, den gibt es nämlich nicht) und mit einer zusätzlichen Werkzeugleiste am rechten Bildrand weitere Anpassungen vornehmen. Die Anordnung der Werkzeuge ist durchdacht und simpel. Und wenn man erst einmal verstanden hat, dass blasse Werkzeuge nur deshalb inaktiv erscheinen, weil sie noch nicht auf ein Foto angewendet wurden, dann macht auch das Sinn.
So logisch die Anordnung ist, so mangelhaft ist die Bedienung der Schieberegler für die einzelnen Optionen. Zum einen werden Veränderungen nicht sofort übernommen, sondern erst, wenn der Regler wieder losgelassen wird. Man kann sich also nur schrittweise vortasten. Zum anderen muss man die einzelnen Buttons erst einmal treffen. Die erscheinen nämlich ziemlich groß, sind aber irgendwie schwer zu treffen und zu verstellen. Zumindest beim Test verschwanden die Einstell-Elemente immer wieder, weil der Fingertipp auf dem Foto statt auf dem Schieberegler erkannt wurde. Ein Update könnte da in Zukunft hoffentlich Verbesserungen bringen.
Keine Einschränkungen gibt es dagegen beim Speichern der Bilder. Ganz im Gegenteil: Perfectly Clear bietet in einer übersichtlichen, wenn auch kleinen Darstellung, verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl. So kann gleich die nötige Größe gewählt werden, man muss nicht hinterher das Bild wieder runterrechnen, um Speicherplatz auf dem Gerät zu sparen. Allerdings legt die Foto-App immer Kopien von Bildern an, wie immer bei iOS bleibt das Originalbild unangetastet gespeichert.
Eine komplette Bildbearbeitung ist Perfectly Clear dennoch nicht. Dazu fehlen einfach einige grundlegende Dinge, in erster Linie ein Werkzeug, um Fotos beschneiden zu können und eines, um Fotos auch drehen zu können – und wenn es nur in 90-Grad-Schritten ist. Auch ist es nicht möglich, nur Teilbereiche eines Fotos zu bearbeiten. Da wäre in jedem Fall also noch Luft nach oben, was die Ausstattung der App angeht.
Perfectly Clear für iPhone und iPad (2,79 Euro), ab iOS7.0
Downloadgröße 48 MB, Entwickler: Athentech Imaging, Aktuelle Version 3.8
Weitere Informationen im iTunes Store
Quelle: www.prophoto-online.de

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Johannes Wilwerding

Johannes Wilwerding hat bereits Mitte der Achziger Jahre und damit vor dem Siegeszug von Photoshop & Co. Erfahrungen in der Digitalisierung von Fotos und in der elektronischen Bildverarbeitung gesammelt. Seit 2001 ist er freiberuflicher Mediengestalter und seit 2005 tätig für das DOCMA-Magazin.

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