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Tabletop-Fotos – traditionell und digital

In DOCMA 61 lesen Sie, wie sich digitale Montagetechniken mit der Tabletop-Fotografie verbinden lassen.

Beim Auspacken meiner Umzugskisten fiel mir ein Kasten mit gerahmten Dias in die Hände, die ich vor Jahrzehnten aufgenommen hatte: arrangierte Szenen mit Modellfiguren und nachgebauten Landschaften, sogenannte Tabletop-Fotos. Ein passender Anlass, das Projekt nach so langer Zeit mit digitaler Unterstützung zu wiederholen.
Eine der beliebtesten Verschwörungstheorien befasst sich damit, dass die Amerikaner nie wirklich auf dem Mond gelandet seien. Die Aufnahmen der auf der Oberfläche des Erdtrabanten herumhüpfenden Astronauten sollen allesamt im Studio gefilmt worden sein. (Wunderbar in diesem Zusammenhang übrigens der Film von William Karel von 2002: „Kubrick, Nixon und der Mann im Mond“.) Viele Argumente der Verschwörungstheoretiker lassen sich leicht widerlegen – seltsam etwa, dass auf einigen Mondfotos die Markierungskreuze der Kamera hinter Felsen zu verschwinden scheinen; aber das lässt sich mit Bleeding-Effekten erklären.
Wie auch immer: Dass die Mondfotos in diesem Artikel gefälscht sind, ist allerdings unstrittig. Die Astronauten sind gar keine, sondern nur kleine Modellfiguren. Genau genommen ist es sogar nur eine, die mehrfach fotografiert und einmontiert wurde. Und die Mondoberfläche besteht aus Asche aus dem Kamin.
Dank digitaler Montagetechniken scheint das früher populäre Genre der sogenannten Tabletop-Fotografie überflüssig und daher ausgestorben. Dabei lässt sich das eine mit dem anderen gut verbinden. Mit meinen eigenen Bildern dieser Art, die ich kürzlich in einer Umzugskiste wiederentdeckte, hatte ich 1975 und 1982 versucht, Science-Fiction-Szenen umzusetzen. Mehr als eine Tischplatte brauchte es dazu nicht, dahinter eine schwarze Pappe mit Hunderten von kleinen und größeren Löchern; sie wurde von hinten angestrahlt und stellte den Sternenhimmel dar. Für den Boden nahm ich Blumenerde, schließlich noch die Raumfahrerfigur. Als Beleuchtung reichte eine Schreibtischlampe.

„Er kommt bei Anbruch der Nacht“ ist ein digital ergänztes, aktuelles Tabletop-Foto. Hinzugefügt habe ich Himmel und Nebelschwaden, für die Ebene wurde Asche aus dem Kamin auf einer Platte verteilt.

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