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Topaz Mask AI – Lohnt sich die Anschaffung?

Von den Topaz-Filtern und deren Photoshop-Plug-ins halte ich ja große Stücke – vor allem von „Denoise AI“ (ein Entrauschungsprogramm) und „Sharpen AI“ (eine Software zum Schärfen und für das Entfernen von Verwacklungen). Beide liefern Ergebnisse, die so mit Photoshops Bordmitteln nicht, oder nur mit sehr hohem manuellen Aufwand zu erreichen sind. Auch „Gigapixel AI“ ist empfehlenswert, um kleine Fotos zu vergrößern – wobei das aber auch von der Art der zu vergrößernden Bilder abhängt; mehr darüber lesen Sie hier.

Nachdem ich zwischenzeitlich ziemlich frustriert von Photoshop »Auswählen und maskieren« war, hatte ich mir als Alternative von Topaz „Mask AI“ geholt.

Über ein paar Updates von Photoshop und auch von „Topaz Mask AI“ kann ich mein aktuelles Fazit ziehen.

Die Funktionsweise von Topaz Mask AI

Topaz Mask AI bedient sich für das Freistellen einer sogenannten Trimap:

  • Bereiche, die entfernt werden sollen, markieren Sie rot, wie zum Beispiel den Hintergrund.
  • Das Subjekt, das beibehalten werden soll, markieren Sie mit Grün.
  • Zu verbessernde Kanten und Bereiche wie etwa Haare markieren Sie mit Blau.
Topaz Mask AI – Lohnt sich die Anschaffung?
Topaz Mask AI bedient sich einer Trimap (oben links), um die Maske (Mitte unten) für den Freisteller (rechts oben) zu erzeugen.

Der manuelle Ablauf im Filter sieht also so aus, dass Sie zunächst die Kanten mit Blau nachmalen, dann den Hintergrund mit dem „Eimer“-Werkzeug mit rot und das Innere des Hauptmotivs mit blau füllen. Klicken Sie auf „Compute Mask“ werden die blau markierten Bereiche optimiert.

In der aktuellen Version von Mask AI können Sie sich beim Erzeugen der Trimap helfen lassen. Dafür stehen zwei Funktionen zur Verfügung:

  1. Subject (das Objekt wird automatisch erkannt und ausgewählt
  2. Sky (der Himmel wird automatisch erkannt und ausgewählt.

Fazit I: Der Workflow von Topaz Mask AI

Die automatischen Auswahlfunktionen sind nützlich, aber nicht so schnell und auch nicht so genau wie beispielsweise das Photoshop-Pendant »Auswahl > Motiv« (das ebenfalls auf Machine Learning basiert und von Version zu Version immer besser wird). Bei Topaz muss man viel manuell nachbessern, um ein gutes Resultat zu erhalten. Mit Künstlicher Intelligenz (AI) hat das gefühlt sehr wenig zu tun.

Das manuelle Malen der blauen Auswahlkante ist nervig – zumindest für Anwender mit einer anderen Tastatur als einer mit englischem Tastenlayout. Denn um die Größe der Pinselspitze anzupassen, gibt es keine interaktive Funktion wie in Photoshop und die Standard-Tastaturkürzel (Eckige Klammer auf/zu) lassen sich auf einer deutschen Tastatur nicht nutzen und auch nicht ändern.

Das Berechnen der Maske dauert ebenfalls recht lange. Zum Vergleich in Photoshops »Auswählen und maskieren« passiert das in Echtzeit!

Fazit II: Die Resultate von Topaz Mask AI

Die von Mask AI erzeugten Freisteller sind nicht schlecht, halten aber einem Vergleich mit denen von Photoshop nicht stand. Schon das Ergebnis von »Auswahl > Motiv«, das mit nur einem Klick innerhalb von ein bis zwei Sekunden zur Verfügung steht, ist in vielen Fällen besser als das mit aufwendiger Trimap in Mask AI erzeugte. Wendet man in Photoshop dann noch »Auswählen und maskieren« an und malt mit dem »Kante-verbessern-Pinsel« über kritische Bereiche (Haare zum Beispiel), gerät Mask AI deutlich ins Hintertreffen.

Topaz Mask AI – Lohnt sich die Anschaffung?
Links: Photoshops Resultat von »Auswahl > Motiv« braucht nur einen Klick und steht ohne weiteres Zutun in wenigen Sekunden bereit. Rechts: In »Auswählen und maskieren« einmal schnell mit dem »Kante-verbessern-Pinsel« über die Haare gemalt, liefert deutlich bessere Ergebnisse als Topaz Mask AI – und das in Echtzeit.

Fazit III: Topaz Mask AI kaufen?

Falls Sie Photoshop CC (in der aktuellen Version 2020) nutzen, können Sie sich die 80 Euro für Mask AI getrost sparen. Mit den Bordmitteln von Photoshop sind Sie schneller und erhalten dabei auch noch bessere Ergebnisse.

Schlecht sind die Ergebnisse von Topaz Mask AI jedoch nun wirklich nicht. Anwender von Photoshop CS6 oder von Affinity Photo sollten einmal die Testversion ausprobieren, denn hier hat wahrscheinlich Topaz im Resultat die Nase vorn.

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Olaf Giermann

Sein Erstkontakt mit Photoshop erfolgte 2003 an der Uni, an der das Programm als reine Scanner-Software eingesetzt wurde. Inzwischen gilt Giermann sprichwörtlich als das »Photoshop-Lexikon« im deutschsprachigen Raum und teilt sein Wissen in DOCMA, in Video­kursen und in Seminaren.

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