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Influencer 2.0

Authentisch sein. Das ist vielleicht die meist gebrauchte Phrase unter Influencern. Dabei ist vieles oft nur gestellt. Also Schein und nicht Sein. Denn wer schläft denn wirklich im Schlafsack auf einer Steilklippe direkt neben dem Abgrund? Und die wenigsten Aktivitäten führt man so leichtbekleidet aus, wie es die Influencerwelt vorgaukelt. Empfehlenswert ist in diesem Zusammenhang die Facebookseite „Perlen des Influencer-Marketing“, auf der Sie die skurrilsten und oft unfreiwillig komischen Auswüchse des Influencertums finden.

Influencer 2.0
Empfehlenswerte Facebook-Seite: Perlen des Influencer-Marrketings

Aber immerhin sind die Menschen und die mehr oder weniger subtil beworbenen Produkte echt. Oder?

Influencer 2.0

Menschen und Produkte echt? Nein – tatsächlich sind wir schon einen Schritt weiter. So wie in der Autowerbung oder im IKEA-Katalog bereits alle Filme beziehungsweise Abbildungen aus dem Rechner stammen, wird das auch bei Influencern sein. Wird? Nein, es ist schon so. Ein Beispiel: imma.gram eine künstliche Person mit über 230000 Followern auf Instagram. Bei den Fotos muss man schon sehr genau hinschauen, um überhaupt nur auf den Verdacht zu kommen, dass die junge Frau namens Imma nicht echt sein könnte. Sie wurde jedoch von der Firma ModelingCafe Inc. aus Tokyo am Computer erschaffen und kann dank Realtime-Rendering live in beliebige Szenen gesetzt werden.

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Die abgebildete Person gibt es nicht. Credit: www.instagram.com/imma.gram/
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Credit: www.instagram.com/imma.gram/
Credit: www.instagram.com/imma.gram/
Credit: www.instagram.com/imma.gram/

Nur in den Videos, zum Beispiel hier auf ihrem TikTok-Account, wird noch deutlich, dass die junge Frau samt Haar und Bekleidung am Rechner entstanden ist.

In den Videos wirkt Imma noch nicht ganz so real wie auf den Fotos. Credit: www.tiktok.com/@imma.tokyo

Sicher ist: Solche digitalen Personen werden in der Zukunft häufiger genutzt und vor allem deutlich realistischer werden. Schon die aktuellen Augmented-Reality-Features meines zwei Jahre alten Smartphones sind beeindruckend – zum Beispiel auch mit der Adobe App „Aero“.

Sicher ist auch: Die Zielgruppe interessiert es meist gar nicht, ob jemand authentisch oder echt ist. Hauptsache, die eigenen – vor allem auch ästhetischen Erwartungen werden erfüllt.

Auf jeden Fall lohnt sich heutzutage angesichts der Power von CGI, Deepfakes-Videos und Deepfake-Voice ein genauer, zweiter Blick und das Hinterfragen des Gesehenen oder Gehörten.

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Olaf Giermann

Sein Erstkontakt mit Photoshop erfolgte 2003 an der Uni, an der das Programm als reine Scanner-Software eingesetzt wurde. Inzwischen gilt Giermann sprichwörtlich als das »Photoshop-Lexikon« im deutschsprachigen Raum und teilt sein Wissen in DOCMA, in Video­kursen und in Seminaren.

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