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Gehirn zu Drucker: Die Zukunft der Bildmanipulation?

Unter dem sperrigen Titel „Generative Visual Manipulation on the Natural Image Manifold“ wurde 2016 ein Paper der Berkeley University in Zusammenarbeit mit Adobe vorgestellt, in dem gezeigt wird, wie man durch fortgeschrittene Algorithmen Objekte durch einfache Pinselstriche beziehungsweise durch Übertragung analysierter Vorlagen verändern kann – sieht so die Zukunft der Bildmanipulation aus?

Gehirn zu Drucker: Die Zukunft der Bildmanipulation?


Die Zukunft der Bildmanipulation: Einfachere Möglichkeiten!


Das sieht jedenfalls sehr beeindruckend aus, wenn sie sich einmal diese Video-Demo anschauen:

Wenn Sie das mit den heute lernintensiven Bildmanipulationssoftwares vergleichen, sehen die Änderungen aus wie ein Kinderspiel. Wie weit sich das dann auf praktische Anwendungen oder gar in der professionellen Bildretusche einsetzen können wird, muss sich erst noch zeigen.

Wenn ich den Ausführungen in der ersten DOCMA glauben schenken darf, war die Einführung des Reparaturpinsels in Photoshop 7 schon ein kleine Sensation. Aber schauen wir uns einmal an, was seitdem hinzugekommen ist und was die Bildmanipulation alles deutlich vereinfacht hat: Verkrümmen/Verformen, Formgitter, die ganzen inhaltsbasierten Retusche- und Skalierungswerkzeuge …


Die Zukunft der Bildmanipulation: Bessere Qualität?


Das Inhaltsbasiert-verschieben-Werkzeug zum Beispiel ermöglicht schnelle und kinderleichte Bildmanipulationen, die an das im obigen Video gezeigte erinnern. Doch die Qualität der Ergebnis lassen dann doch zu wünschen übrig. Deshalb werden Sie dieses Werkzeug in wohl kaum einem professionellen Workflow finden.

Denn die kleinen Fehlerchen, die beim Ausflecken mit dem automatischen seine Kopierquelle suchenden Bereichsreparaturpinsel fallen oft gar nicht auf (weshalb das Werkzeug sehr praktisch ist; auch wenn man wiederum mehr Kontrolle mit dem Reparaturpinsel hat und dadurch bessere Ergebnisse erzielt), wirken sie sich beim Inhaltsbasiert-verschieben-Werkzeug deutlich sichtbarer aus, da größere Bereiche passend gemacht/angestrickt werden sollen.

Noch funktioniert kein Bilderkennungs- und -Bearbeitungs-Algorithmus so gut wie ein geschultes menschliches Gehirn. Zu diesem Fazit kam ich auch schon in meinem Blogbeitrag über die Zukunft des Freistellens.


Die Zukunft der Bildmanipulation: Mehr Kreativität?


Und nur weil die Bildbearbeitung/-Manipulation/-Montage einfacher wird, werden die daraus resutierenden Bilder ja nicht besser. Denn die entstehen immer noch im Kopf. Wobei Albträume kann Deep Dream schon ganz gut erzeugen. 😉

Aber ich bin überzeugt, dass neue technische Hilfen die Kreativität eher beflügeln als sie einschränken. Denn statt umständlich Linien in Position zu ziehen oder Motive von Hand freizustellen, und statt Zeit an technische Notwendigkeiten zu verschwenden, könnte sich der Künstler ganz auf seine angestrebte Vision konzentrieren.

Die höchste Form davon wäre wahrscheinlich eine Art Gehirn-zu-Drucker-Direktkabel. Dafür sollte es dann aber vielleicht so etwas wie einen Führerschein geben, damit nicht jeder einfach jedes noch so banale Bild-im-Kopf sofort auf irgendeine Plattform hochlädt. Aber bei Facebook und Instagram funktioniert das eigentlich schon dank Bewertungen und automatischen Filtern recht gut. Mal schauen, was?

Beste Grüße,

Olaf Giermann

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