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Adobe CC 2019: Datenschutz und Farbmanagement überprüfen!

Unsere Kollegen von Cleverprinting.de sind über zwei bedenkliche Probleme gestolpert. Deshalb sollten Sie unbedingt die Einstellungen für Datenschutz und Farbmanagement überprüfen! Ich fasse den originalen Blogbeitrag von cleverprinting für Sie einmal kompakt zusammen und füge meine Meinung (und eine kleine Hypothese) zum Thema an.

Datenschutz: Worum geht’s?

Wenn Sie sich in Ihren Adobe-Account einloggen und in die Rubrik »Datenschutz« gehen, stellen Sie fest, dass die beiden dort befindlichen Checkboxen für die Datenübermittlung an und Datenverarbeitung durch Adobe aktiviert sind, obwohl Sie während der Installation nicht danach gefragt wurden und deshalb auch nicht explizit zugestimmt haben:

Adobe CC 2019: Datenschutz und Farbmanagement überprüfen!
In den Datenschutzeinstellungen sind zwei Optionen aktiviert, denen Sie zuvor nicht zugestimmt haben. Überprüfen Sie, ob Sie damit einverstanden sind.

Welche Daten genau verarbeitet werden, erfahren Sie unter „Häufige Fragen zu Nutzungsinformationen von Desktop-Anwendungen“(FAQ). Problematisch hierbei ist die Verarbeitung der „eindeutigen Dokumentkennungen“. Zwar wird der Inhalt der Dokumente nicht analysiert, aber über die Dokumentkennung ließe sich theoretisch der gesamte Workflow innerhalb einer Firma und die Online-Reichweite ihrer Publikationen rekonstruieren – auch wenn der Inhalt der Dokumente dabei – gemäß FAQ – gar nicht analysiert wird. Hier erfahren Sie mehr zu den Einzelheiten.

Adobe CC 2019: Datenschutz und Farbmanagement überprüfen!
In den FAQ erfahren sie, um welche Daten es genau geht. Problematisch ist hier vor allem die Dokumentkennung und deren Verknüpfung mit Ihrer Adobe-ID.

Datenschutz: Meine Meinung

Datenschutz ist ein hohes Gut, das – nicht unberechtigt – in Deutschland sehr hoch gehalten wird. Worüber wir uns echauffieren, erzeugt in anderen Nationen ja oft nur ein müdes Achselzucken. In Russland ist die Dash-Cam im Straßenverkehr Standard, in Deutschland (noch) undenkbar (dank des Diesel-Skandals und geplanter Fahrverbote wird die automatische Vollzeitüberwachung der Straßen aber schon mal diskutiert …). In Amerika war das Laden von Daten in die Cloud nie ein Problem (bis auf diesen iCloud-Hack vielleicht, der viele seeeehr private Fotos vieler Promis in die Öffentlichkeit brachte).

Ich sehe für mich persönlich in diesem Fall kein Problem darin, beiden Optionen zuzustimmen, falls ich dadurch bessere, leistungsfähigere Adobe-Software erhalte. Aber (erstens) möchte ich doch zumindest von vornherein nach meiner Zustimmung gefragt werden und nicht durch die Hintertür bei einem Update diese Option einfach untergeschoben bekommen. Und (zweitens) was für mich persönlich kein Problem ist, könnte es aber für einige Firmen durchaus sein, wenn deren Arbeitsabläufe gläsern und maschinell profiliert werden. Adobe hat – wahrscheinlich oder zumindest hoffentlich 😉 – gar nichts Böses mit den Daten vor, aber Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste! Deaktivieren Sie also die beiden Checkboxen oben in den Datenschutzeinstellungen Ihres Adobe-Profils, falls Sie mit der Datenübermittlung und deren Verarbeitung nicht einverstanden sind.

Maschinelles Lernen schuld am Photoshop CC-2019-Desaster? (M)Eine Hypothese

Übrigens – nur eine Überlegung am Rande: Was mich an der Sache mit dem maschinellen Lernen für die Produktoptimierung besorgt sein läßt, ist, dass auf diese Weise ja das Verhalten ALLER User analysiert wird. Und da die Masse beispielweise der Photoshop-Anwender nur Gelegenheitsuser sind und/oder sich da nur irgendwie durchwurschteln, könnte es sein, dass das Ergebnis des maschinellen Lernen eine „Verdummung“ der Software ist und diese weniger effizient für den professionellen Einsatz macht. Warum muss ich bei diesem Gedanken nur an das neue Transformieren und das extrem nervige automatische Bestätigen per Mausklick in Photoshop CC 2019 denken? Hat diese am professionellen Anwender völlig vorbeidesignte Änderung vielleicht gar kein Mensch bei Adobe abgesegnet (ein Photoshop-Anwender war es jedenfalls nicht), sondern eine KI (Adobe Sensei), die aus dem maschinellen Lernen leider die völlig falschen Schlüsse gezogen hat? Ich finde das tatsächlich gar nicht mal soooo unwahrscheinlich. 😉

Farbmanagement: Worum geht’s?

Das zweite von Cleverprinting geschilderte Problem der falschen Farbmanagement-Einstellungen kann ich nicht nachvollziehen, da es „nur“ eine komplette Neuinstallation betrifft. Aber in so einem Fall sollte man sowieso die Einstellungen den eigenen Bedürfnissen anpassen, da sämtliche Farbmanagement-Vorgaben nur „Vorschläge“ von Adobe sind. Aber zugegeben, das sind schon merkwürdige Vorschläge: InDesign mit ausgeschaltetem Farbmanagement und Acrobat mit Monitorfarben als CMYK-Standard sind schon bizarr. Da ist die Vorgabe für Photoshop, einfach mit sRGB als Arbeitsfarbraum zu starten, für die meisten Anwender doch gar nicht so verkehrt.

So, jetzt aber erst mal „Hoch die Hände, Wochenende!“ 😉

Beste Grüße,

Olaf

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Olaf Giermann

Sein Erstkontakt mit Photoshop erfolgte 2003 an der Uni, an der das Programm als reine Scanner-Software eingesetzt wurde. Inzwischen gilt Giermann sprichwörtlich als das »Photoshop-Lexikon« im deutschsprachigen Raum und teilt sein Wissen in DOCMA, in Video­kursen und in Seminaren.

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5 Kommentare

  1. Lieber Herr Giermann, bei den Änderungen der Transformations-Werkzeuge muss ich Ihnen widersprechen. Natürlich erfordert die Neuerung ein wenig Umgewöhnung, aber das Verhalten ist jetzt konsistent mit Illustrator und Indesign. Für Anwender, die nicht nur Photoshop benutzen, ist es daher einfacher zu verstehen.

  2. tja…
    Erst wettern, dass die Online-Cloud-Version aus Datenschutz-Sicht eine Katastrophe ist.
    Dann umschwenken und die neuen Fähigkeiten toll finden.
    Und jetzt jammern, dass Adobe vielleicht eventuell möglicherweise doch „böse“ sein könte?
    Da fällt mir nur ein: Selbstgemachtes Elend.
    Wer seine Freiheit (freiwillig) opfert, um sich Bequemlichkeit zu erkaufen, hat hinterher nicht das Recht, über die verlorene Freiheit zu wehklagen.
    Konsequenterweise gehören alle aktuellen Adobe-Produkte boykottiert.
    Ist wie mit dem bargeld, der Umweltzerstörung und allen anderen problemen – schuld sind immer irgendwelche andere, aber selbst mal verzicht zu üben, Unbequemlichkeit und Umwege in kauf nehmen, kommt ja so überhaupt gar nicht in Frage, nicht wahr?!
    Alles nur westliche Heuchelei – wasch mich, aber mach mich nicht nass…!

    1. Wettern > Toll finden > Jammern … … westliche Heuchelei.
      Liest sich ziemlich emotional und unreflektiert. Ja.
      Da würden mich aber jetzt doch die Quellen für diese Behauptungskette interessieren! 😉

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