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Photoshop CC 2019: Proportionales Transformieren

Im Update auf Photoshop CC 2019 hat Adobe eine einfache Funktion verwirklicht, die ich mir schon lange gewünscht habe: Proportionales Transformieren von Bild- und Textebenen, ohne, dass man dazu immer die Shift-Taste drücken muss. Leider hat die ganze Sache einige Haken.

Vor drei Jahren hatte ich hier in meinem Blogbeitrag bereits einen Workaround beschrieben, da Adobe es einfach nicht hinbekam oder wollte, dass sich das Verkettungssymbol zwischen »Höhe« und »Breite« in der Optionsleiste den gesetzten Zustand merkte. Also entweder proportional skalierte oder das Verzerren zuließ. Nach jedem Aufruf von » Frei transformieren« musste man die Option erneut setzen oder eben immer die Shift-Taste gedrückt halten, um das Verzerren einer Ebene beim Skalieren zu verhindern.

Proportionales Transformieren
Frei transformieren bewahrt nun ganz ohne Shift-Taste die Proportionen beim Skalieren von Texten und Bildern. Foto: Lasse Kristensen – Adobe Stock

Proportionales Transformieren – Halleluja! Oder doch nicht?


Jetzt hat Adobe das Problem endlich gelöst. Und was könnte man da schon falsch machen, was? Tja, so einiges, wie sich nun zeigt:

Denn Adobe hat nicht einfach die Verkettungsoption „sticky“ gemacht, so dass sich jeder Anwender das von ihm bevorzugte Verhalten mit nur einem Mausklick festlegen könnte. Nein, stattdessen ist das Verhalten nun komplett umgekehrt, Sie müssen nun die Shifttaste drücken, wenn Sie eine Ebene verzerren. Und das Verkettungssymbol hat nun gar keine sinnvolle Funktion mehr.

Aber das war noch nicht alles. Denn das Beschriebene gilt nur für Bild- (Pixel, Smartobjekte) und Textebenen und unsinnigerweise das Perspektivische Freistellungswerkzeug. Beim normalen Freistellungswerkzeug, bei Formebenen und Pfaden ist alles wie bisher. Sie müssen also ständig darauf achten, was für einen Ebenentyp und was für ein Werkzeug Sie aktiv haben.

Für Grafiker, die sowohl mit Bildern, Texten und Formen arbeiten, ist das ziemlich gruselig, da man ständig umdenken muss.

Aber das war noch nicht alles. Denn Adobe hat es auch noch komplett versäumt, den Anwendern zu ermöglichen, dieses neue Verhalten entweder auszuschalten oder es für alle Ebenentypen in gleicher Weise funktionierend zu machen.


Proportionales Transformieren – Eine Lösung


Falls Sie sich partout nicht mit dem neuen Verhalten anfreunden können, habe ich einen Hack gefunden, mit dem Sie es wieder loswerden. Ein findiger User beschrieb unter dem Link folgende Lösung:

  1. Erzeugen Sie mit einem Texteditor eine Datei namens „PSUserConfig.txt“.
  2. Schreiben Sie TransformProportionalScale 0 in die Datei.
  3. Speichern Sie die Datei im Photoshop-Settingsordner.
  4. Starten Sie Photoshop neu.
Proportionales Transformieren
Erzeugen Sie so eine Textdatei.

Den Ordner für Schritt 3 finden Sie

  • für Windows unter Installation Drive:Users[User Name]AppDataRoamingAdobeAdobe Photoshop CC 2019Adobe Photoshop CC 2019 Settings\
  • für macOSunter //Users/User Name/Library/Preferences/Adobe Photoshop CC 2019 Settings/

Danach funktioniert alles wie vorher. Sie verlieren jedoch die verbesserte Darstellung des Transformations- und des Freistell-Rahmens.


Proportionales Transformieren – Ich bleib dabei


Ich selbst werde beim neuen Verhalten bleiben, da ich ausschließlich mit Fotos arbeite und bei den paar Gelegenheiten, wo ich Formen transformiere kein Problem damit habe, „muskelgedächtnistechnisch“ 😉 umzuschalten. Denn nach einer kurzen Umgewöhnungsphase arbeitet es sich viel flüssiger und unkomplizierter, wenn man nicht ständig die Shift-Taste drücken muss. Außerdem bleiben die Proportionen auch dann bewahrt, wenn Sie die Transformieren-Anfasser an den Seiten benutzen (also nicht nur bei den Eckpunkten).

Proportionales Transformieren – Noch ein Tipp: Ach ja, warum auch immer – Adobe hat nun standardmäßig den Transformationsmittelpunkt deaktiviert. Keine Angst, es gibt eine Anzeige-Checkbox in der Optionsleiste von »Frei transformieren«! Und zwar ganz links.

Proportionales Transformieren
Ganz links in der »Frei transformieren«-Optionsleiste finden Sie eine Checkbox, mit der Sie den Transformationsmittelpunkt wieder einblenden können. Die Checkbox sieht unbenutzbar (ausgegraut) aus; anklicken lässt sie sich dennoch.

Lassen Sie sich nicht davon täuschen, dass die Checkbox größer ist als alle anderen Checkboxen und so wirkt, als könne man sie nicht aktivieren. Das ist nur ganz schlechtes Design – aber zumindest gibt es diese Option und damit den für gezieltes Skalieren, Drehen und Duplizieren-Effekte so wichtigen Transformationsmittelpunkt noch. Glück gehabt. 😉

Beste Grüße,

Olaf

Olaf Giermann
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Olaf Giermann

Sein Erstkontakt mit Photoshop erfolgte 2003 an der Uni, an der das Programm als reine Scanner-Software eingesetzt wurde. Inzwischen gilt Giermann sprichwörtlich als das »Photoshop-Lexikon« im deutschsprachigen Raum und teilt sein Wissen in DOCMA, in Video­kursen und in Seminaren.

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4 Kommentare

  1. Ich kann ehrlich gesagt nicht nachvollziehen, wo bisher das Problem beim Drücken der Shift-Taste gewesen sein soll (es sei denn, man hat nur eine Hand zur Verfügung). Da es in nahezu allen Programmen so funktioniert und auch keinerlei Verrenkungen, oder Umdenken erfordert, war das eine logische (und überaus einfache) Funktion, da sich die linke Hand (im Beispiel für Rechtshänder) eh ständig für Kurzbefehle auf der Tastattur befindet. Für mich ist eher befremdlich, dass man das als umständlich erachtet.

  2. Die ganze Shift und Alt – Tastendrückerei stört mich seit Jahren, ich kann es nur zu gut nachvollziehen! In eigentlich allen mir bekannten Grafikprogrammen ist es eine Selbstverständlichkeit, ein Bild proportional zu skalieren, nur in Photoshop muss zusätzlich die Shift-Taste betätigt werden. Ebenso gruselig ist der Rückgängig-Befehl, ab dem zweiten Schritt müssen selbst Klavierspieler für STRG-Alt-Z schon mit beiden Händen in die Tastatur greifen, während jedes(!) andere Programm mehrfache STRG-Z-Aufrufe im Sinne des Anwenders interpretiert. An intelligente Gründe scheint Adobe bei den Tastaturkürzeln selbst nicht zu glauben, während Strg-Mausrad in PS ein und auszoomt, muß man bei InDesign mit Alt-Mausrad zoomen. Wer wie ich beide Programme im Wechsel bedient kann wahnsinnig werden muß aber nicht. Mittlerweile überlege ich bei Fotobearbeitung und Grafik ganz gezielt, ob ich die Aufgaben nicht mit DXO, Corel oder AcDSee lösen kann und arbeite mit zunehmender Freude mit diesen Programmen, obwohl Photoshop das eigentlich auch könnte. Aber nervt. Wenn einfache Aufgaben unnötig verkompliziert werden, komplizierte (aber seltener benötigte) Dinge vereinfacht werden, führt diese Strategie langfristig zu immer weniger aber immer anspruchsvolleren Kunden. Mein Updateritis-Abo habe ich mittlerweile gekündigt und arbeite wieder mit CS 5.

  3. Ich habe mit der neuen Version 2019 das Problem, dass wenn man das Textwerkzeug wählt, kommt ein Bluescreen (Stopcode) und alles muss neu gestartet werden. Ist noch nicht ausgereift die neue Version, ich musste wieder die Version 2017 installieren, wobei in der Bridge 2017 wiederum die Bilder nicht scharf sind. (Trotz Bildschirmgrößeneinstellung und Cashe leeren)

  4. Danke Adobe, genau auf solche eine Neuerung habe ich seit Phtoshop 6.0 gewartet. Endlich werden meine Gehirnwindungen mal wieder gefordert und die Synapsen neu verkabelt. Schön auch, dass man die Shift-Taste nur in Photoshop nicht mehr drücken muss, das nenn ich mal eine Innovation die man unbedingt auf der Update-Seite bewerben muss. 2019 kommt dieses geniale Update dann für Indesign und voraussichtlich 2020 wird dies dann auch im Illustrator verbaut.

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