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Photoshop-Tipp: Bilder in Schrift und Formen platzieren

Vielleicht kennen Sie schon den Weg, einfach ein Bild als Schnittmaske über eine Text- oder Form-Ebene zu legen? Hier stelle ich Ihnen den anderen Weg über das Rahmen-Werkzeug vor, der einen großen Vorteil, aber – auf dem Stand von Photoshop 2023 – auch einige Nachteile bietet. Beide Wege ermöglichen es, Bilder in Schrift und Formen zu platzieren.

© Olaf Giermann. Photoshop-Tipp: Bilder in Schrift und Formen platzieren
Bilder in Schrift und Formen platzieren © Olaf Giermann

Der Weg über die Schnittmaske

Der erprobte Weg für den Bild-in-Text/Form-Effekt geht über die Schnittmaske:

  1. Legen Sie eine Fotoebene über eine Text- oder über eine Form-Ebene.
  2. Erzeugen Sie eine Schnittmaske (Alt-Klick zwischen beide Ebenen oder »Strg/Cmd-Alt-G« oder das Kontextmenü nutzen).
Das Bild liegt als eingerückte Ebene über einer Textebene. Der Pfeil zeugt an, dass eine Schnittmaske angelegt wurde. Dadurch sieht man das Bild nur noch dort, wo in der Text- oder Form-Ebene eine Füllung vorhanden ist. Photoshop-Tipp: Bilder in Schrift und Formen platzieren
Das Bild liegt als eingerückte Ebene über einer Textebene. Der Pfeil zeugt an, dass eine Schnittmaske angelegt wurde. Dadurch sieht man das Bild nur noch dort, wo in der Text- oder Form-Ebene eine Füllung vorhanden ist.
Das Foto liegt über der Textebene und verdeckt diese. © Olaf Giermann. Photoshop-Tipp: Bilder in Schrift und Formen platzieren
Das Foto liegt über der Textebene und verdeckt diese. © Olaf Giermann
Nach dem Anlegen der Schnittmaske sieht man das Foto nur noch an der Stelle der Buchstaben. Photoshop-Tipp: Bilder in Schrift und Formen platzieren
Nach dem Anlegen der Schnittmaske sieht man das Foto nur noch an der Stelle der Buchstaben.

Der Weg über das Rahmen-Werkzeug

Mit Photoshops Rahmen-Werkzeug (mehr Informationen in der Photoshop-Hilfe) können Sie nur einen Rechteck- oder einen Ellipse-Rahmen erzeugen:

Das sind alle Optionen, die beim Rahmenwerkzeug in Photoshop zur Verfügung stehen. Photoshop-Tipp: Bilder in Schrift und Formen platzieren
Das sind alle Optionen, die beim Rahmenwerkzeug in Photoshop zur Verfügung stehen.

Im Kontextmenü von Ebenen (Rechtsklick auf eine Ebene) können Sie jedoch den Befehl »In Rahmen konvertieren«:

Der Befehl »In Rahmen konvertieren« im Kontextmenü einer Ebene. Photoshop-Tipp: Bilder in Schrift und Formen platzieren
Der Befehl »In Rahmen konvertieren« im Kontextmenü einer Ebene.

Der Befehl ist vorwiegend bei Text- oder Form-Ebenen sinnvoll, auf denen Sie Bilder platzieren wollen.

So sehen die Rahmen-Ebenen dann aus: Das linke Thumbnail zeigt den Rahmen, das rechte das platzierte Bild – automatisch in ein Smartobjekt konvertiert, damit man es jederzeit non-destruktiv transformieren kann.
So sehen die Rahmen-Ebenen dann aus: Das linke Thumbnail zeigt den Rahmen, das rechte das platzierte Bild – automatisch in ein Smartobjekt konvertiert, damit man es jederzeit non-destruktiv transformieren kann.

Ein kleiner Vorteil ist, dass die »Ebenen«-Palette deutlich aufgeräumter bleibt, wenn Sie Rahmen-Ebenen anstelle von Schnittmasken nutzen.

Der große Vorteil von Rahmen-Ebenen

Sie können Bilder aus dem Windows-Explorer oder dem Mac-Finder einfach per Drag-and-drop auf die Arbeitsfläche in den Rahmen ziehen. Dabei wird das Bild, sofern es größer als der Rahmen ist, automatisch in ein Smartobjekt konvertiert, herunterskaliert, eingepasst und durch den Rahmenpfad maskiert. Das beschleunigt das Platzieren enorm. Sie brauchen nicht lange nach der richtigen Ebenenposition suchen, das Bild platzieren und eine Schnittmaske erzeugen. Eine erste Variante gefällt Ihnen nicht? Ziehen Sie einfach ein anderes Bild auf den Rahmen. Selbst aufwendige Layouts sind so schnell mit neuen Inhalten gefüllt. Wer kein InDesign oder Adobe Illustrator hat, kann so auch Photoshop für einfache Layout-Aufgaben benutzen.

Je nachdem, ob Sie bei den Ebenen-Miniaturen den Rahmen oder das Bild angeklickt haben, können Sie beide jederzeit unabhängig voneinander skalieren und drehen (»Frei transformieren«).

Bilder ziehen Sie einfach Explorer oder Finder in die Arbeitsfläche auf den Rahmen, um sie zu platzieren. © Olaf Giermann
Bilder ziehen Sie einfach per Explorer oder Finder in die Arbeitsfläche auf den Rahmen, um sie zu platzieren. © Olaf Giermann
In gefällt eine Variante nicht? Ziehen Sie einfach ein anderes Bild auf den Rahmen. © Olaf Giermann
Ihnen gefällt eine Variante nicht? Ziehen Sie einfach ein anderes Bild auf den Rahmen. © Olaf Giermann

Dem Rahmen können Sie über das »Eigenschaften«-Bedienfeld non-destruktiv eine Kontur zuweisen. Das war es aber auch schon. Denn jetzt kommen wir zu den Nachteilen.

Nachteile von Rahmen-Ebenen

Leider erkauft man sich diesen einen Vorteil mit einer Reihe von Nachteilen, die vermutlich dem unfertigen Auslieferungszustand der Funktion geschuldet sind:

  • Sie können zwar Ebenenstile zuweisen, die meisten bleiben aber ohne Funktion, da sie dem platzierten Bild und nicht dem Rahmen zugewiesen werden. Auf »Schlagschatten« oder »Abgeflachte Kante und Relief« müssen Sie dadurch verzichten oder diese per Übergangslösung über zusätzliche Ebenen realisieren. Dann können Sie aber auch gleich den Weg über die Schnittmaske wählen.
  • Ein Rahmen kann nach seiner Erzeugung nicht mehr geändert werden. Text und Formen werden also gewissermaßen gerastert. Haben Sie sich also bei Text vertippt, können Sie den gleich noch einmal eingeben und in eine Form umwandeln. Arbeiten Sie also am besten mit Ebenenkopien, oder – falls Ihnen die Flexibilität wichtiger als das schnelle Platzieren vieler Bilder ist – mit der Schnittmaskenfunktion.
  • Das Platzieren kann etwas fummelig geraten, wenn sich Rahmen-Ebenen überlappen. Bevor Sie lange herumprobieren, blenden Sie störende Ebenen einfach aus.
Ebenenstile kann man bei Rahmen-Ebenen leider nur sehr eingeschränkt nutzen. Der gezeigte Effekt lässt sich damit allein beispielsweise nicht umsetzen – bei einer Schnittmaske kein Problem!
Ebenenstile kann man bei Rahmen-Ebenen leider nur sehr eingeschränkt nutzen. Der gezeigte Effekt lässt sich damit allein beispielsweise nicht umsetzen – bei einer Schnittmaske kein Problem!

Bilder in Schrift und Formen platzieren: Fazit

Hier hat Adobe noch einiges nachzuholen, damit die Funktion eine wirkliche praktische Relevanz bekommt. Ich empfehle daher, vorerst weiterhin die Schnittmasken-Methode zu benutzen. Falls Sie keine Ebenenstile in einem Layout benötigen und regelmäßig viele Fotos platzieren müssen, sollten Sie aber einmal einen Blick auf die Rahmenfunktion werfen und diese nutzen. Gerade, wenn Sie verschiedene Buch- und Kalenderlayouts ausprobieren wollen, kann diese Funktion sehr nützlich sein. Ich nutze Sie beispielsweise auch, um Foto-Referenzen schnell in einer vorbereiteten Datei zusammenzustellen. Das geht per Drag-and-drop deutlich schneller und aufgeräumter als durch das vergleichsweise langsame Anordnen per Schnittmasken.

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Olaf Giermann

Sein Erstkontakt mit Photoshop erfolgte 2003 an der Uni, an der das Programm als reine Scanner-Software eingesetzt wurde. Inzwischen gilt Giermann sprichwörtlich als das »Photoshop-Lexikon« im deutschsprachigen Raum und teilt sein Wissen in DOCMA, in Video­kursen und in Seminaren.

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Kommentar

  1. hallo Olaf,
    danke für den interessanten Artikel, habe es gleich ausprobiert.
    Ich habe versucht, die Rahmen-Ebene auf Eine Ebene zu reduzieren. Das klappte, und nun ist es auch möglich, Ebenenstile anzuwenden.

    Lg, Armin

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