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Lohnt sich das Update auf die Nik Collection 5?

DxO hat eine neue Version der beliebten Plug-in-Sammlung für Fotografen, der Nik Collection, veröffentlicht. Ein kurzer Überblick der Neuerungen und eine persönliche Einschätzung von Olaf Giermann, ob sich dieses Update auf die Nik Collection 4 lohnt. Also … ähm … Version 5, um genau zu sein.

Auf einem 32"-Monitor mit 4K Auflösung ist die Bedienoberfläche der aktualisierten Nik Collection doch seeeehr winzig. © Olaf Giermann. Lohnt sich das Update auf die Nik Collection 5?
Auf einem 32″-Monitor mit 4K Auflösung ist die Bedienoberfläche der aktualisierten Nik Collection doch seeeehr winzig. © Olaf Giermann

Genau so – bis auf den letzten Satz natürlich – habe ich im Juni letzten Jahres meinen Blogbeitrag zur Nik Collection 4 begonnen (am besten vor dem Lesen dieses Beitrags noch einmal lesen). Und tatsächlich könnte ich eins zu eins zur neuen Version 5 exakt dasselbe schreiben. Nur dass für das aktuelle Update 79 statt 59 Euro von DxO aufgerufen werden (Upgrade-Preis! Neukauf: 149 Euro). Viel getan hat sich aber nicht. Der Freudsche Vertipper in der DxO-Infomail ist deshalb vielleicht kein Zufall:

Screenshot der offiziellen Mail zur neuen Nik Collection von DxO. "Das Collection" hab ich noch nie gehört. Anscheinend hat DxO jetzt die gleichen Übersetzer wie Adobe gebucht. Dass die Schreiber der Infomail vergessen haben, die Versionsnummer im Titel zu updaten, kann man ihnen aber nicht verübeln. Denn die Unterschiede zur Version 5 muss man schon suchen.
Screenshot der offiziellen Mail zur neuen Nik Collection von DxO. „Das Collection“ hab ich noch nie gehört. Anscheinend hat DxO jetzt die gleichen Übersetzer wie Adobe gebucht. Dass die Schreiber der Infomail vergessen haben, die Versionsnummer im Titel zu aktualisieren, kann man ihnen aber nicht verübeln. Denn die Unterschiede zur Version 5 muss man schon suchen.

Was gibt es Neues in der Nik Collection 5?

Auf Nik-Collection-Webseite von DxO können Sie eine ganze Weile scrollen, um sich über die Neuerungen von Version 5 zu informieren. Mangelnde Transparenz kann man DxO auch nicht vorwerfen. Auf der Seite „Warum auf Nik Collection 5 upgraden?“ können Sie bis zurück zur uralten Nik Collection 2 vergleichen, was inzwischen hinzugekommen ist und verbessert wurde. Und das ist tatsächlich einiges. Über Preis-Leistung für das Gesamtpaket kann man bei einem Neukauf nicht meckern. Top!

Ob man von der Vorversion (4) upgraden sollte (die war für Macs mit Apple-Silicon-Chip und Lightroom Classic-Anwender Pflicht!), steht auf einem anderen Blatt. Lassen Sie mich die Neuerungen gegenüber der direkten Vorversion (4) einmal so kompakt wie möglich zusammenfassen.

Die Neuerungen

  1. Hübscheres Nik Selective Tool. Das Nik Selective Tool sieht zwar so schön wie nie zuvor aus und ist auch praktisch, hat aber immer noch die Macken, die es schon immer hatte (mehr dazu). Das habe ich sofort, wie eh und je, gleich wieder deaktiviert. DxO: Bitte macht ein natives UXP-Panel daraus und alles wird gut. Das ist auch gar nicht schwierig.
  2. Neue Oberfläche für Analog Efex und Color Efex – inklusive ClearView-Slider, Filmkorn-Generator und dem neuen U-Point-System – was alles in der Vorversion bereits für Nik Silver Efex und Viveza eingeführt wurde.

Das war es tatsächlich schon. Ich hätte ja zumindest noch auf eine Anpassung der Oberfläche an hochauflösende Displays gehofft, wie sie schon seit einiger Zeit die OpenSource Software Blender anbietet. Aber damit tun sich anscheinend alle großen Firmen schwer. Und so muss man nach wie vor in der DxO Nik Collection entweder die Bildschirmauflösung reduzieren oder sehr viel näher an den möglichst großen Monitor rutschen.

Auf einem 32"-Monitor mit 4K Auflösung ist die Bedienoberfläche der aktualisierten Nik Collection doch seeeehr winzig. © Olaf Giermann. Lohnt sich das Update auf die Nik Collection 5?
Auf einem 32″-Monitor mit 4K Auflösung ist die Bedienoberfläche der aktualisierten Nik Collection doch seeeehr winzig. © Olaf Giermann

Die Plug-ins Denoise und Sharpener haben immer noch dieselbe alte Oberfläche. Aber gut, Denoise hinkt in Sachen Rauschreduzierung Lichtjahre hinter Topaz Denoise AI und DxOs eigenem Pure Raw 2 (meinen Tests nach der aktuell beste Raw-Denoiser) her. Der Sharpener ist immer noch gut für die Druckvorbereitung, aber in Sachen Vorschärfung und Detailgewinnung ebenfalls ein Rentner gegenüber Topaz Sharpen AI. Verständlich, dass DxO hier keinen Aufwand investiert hat. Der Abstand ist kaum aufholbar.

So listet DxO die Neuerungen gegenüber der Vorversion auf. Lohnt sich das Update auf die Nik Collection 5?
So listet DxO die Neuerungen gegenüber der Vorversion auf.

Lohnt sich ein Update auf die Nik Collection 5?

Ganz ehrlich? Das ist ein reines Komfort-/Luxus-Update für stolze 79 Euro – Punkt.

Wenn Sie das Geld übrig haben und Sie diese Preispolitik von DxO nicht schmerzt, holen Sie es sich. Der Claim von DxO „Es wird immer besser“ stimmt zwar. Notwendig ist das Update aber nicht. Und als Privatanwender hätte ich diese und die nächste Version wohl ausgelassen und mir dann erst wieder ein Update oder – falls nötig – die Vollversion gekauft. Vielleicht hätte ich auch gewartet, bis endlich hochauflösende Displays anständig unterstützt werden. Aber als Bildbearbeitungs- und Technik-Nerd sowie DOCMA-Schreiberling mit Informationsauftrag hab ich mir es dann doch – nicht ohne skeptisch-zögerliches Kopfwackeln – gekauft.

Ich mag ja die neue Oberfläche, die es nun auch in Color und Analog Efex gibt, sehr (obwohl ich den alten U-Point-Tagen etwas hinterher trauere; siehe mein Blogbeitrag zur Version 4).

Als alter Hase muss man sich mit der neuen Oberfläche erst anfreunden. Tatsächlich liegen danach aber alle verfügbaren Optionen näher beieinander. Den Deckkraft-Regler sichtbar zu machen, war in älteren Versionen ein Geheimtrick. Jetzt sieht ihn jeder sofort – falls man denn die winzigen Symbole auf einem hochauflösenden Monitor erkennen kann.
Als alter Hase muss man sich mit der neuen Oberfläche erst anfreunden. Tatsächlich liegen danach aber alle verfügbaren Optionen näher beieinander. Den Deckkraft-Regler sichtbar zu machen, war in älteren Versionen ein Geheimtrick. Jetzt sieht ihn jeder sofort – falls man denn die winzigen Symbole auf einem hochauflösenden Monitor erkennen kann – auch wenn der Screenshot hier seeeeehr groß wirken mag.

Alles sieht modern aus, funktioniert schnell, man benötigt für bestimmte Dinge tatsächlich weniger Klicks. Da in der Nik Collection 5 jetzt endlich das meiner Meinung nach wichtigste Plug-in der Collection – Color Efex – aktualisiert worden ist, lohnt es sich vorwiegend für dessen Anwender. Analog Efex ist auch ein tolles Plug-in. Das nutze ich vor allem, um eine strahlenförmige, radiale Weichzeichnung in Fotomontagen zu erzeugen. Dabei tut sich Photoshop auch nach gefühlten 200 Jahren mit seinem ollen Radialen Weichzeichner und seiner Weichzeichner-Galerie immer noch schwer. Auch das Hinzufügen von CAs zu sterilen 3D-Renderbildern ist damit deutlich eleganter als mit Photoshops Bordmitteln zu erledigen. Aber das sind eher spezielle Anwendungen.

Fazit

Kaufen Sie das Upgrade, wenn Sie sich für Color Efex Pro und Analog Efex Pro die neue Oberfläche von Silver Efex Pro und Viveza Pro wünschen und Sie gerade 79 Euro entbehren können. Sonst nicht.

Neue Käufer der Nik Collection machen nichts falsch. Außer, dass sie bis zur nächsten Version warten könnten, bei der dann hoffentlich alle Plug-ins der Collection dieselbe Oberfläche haben. 😉

Testen Sie am besten die Nik Collection vor dem Kauf. Achtung: Der Test-Installer überschreibt vorherige Installationen der Nik Collection. Stellen Sie also vorher sicher, dass Sie die Installationsdatei und Lizenzschlüssel für Ihre aktuelle Version zur Hand haben, um wieder zu dieser zurückkehren zu können, falls Sie sich gegen ein Upgrade entscheiden.

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Olaf Giermann

Sein Erstkontakt mit Photoshop erfolgte 2003 an der Uni, an der das Programm als reine Scanner-Software eingesetzt wurde. Inzwischen gilt Giermann sprichwörtlich als das »Photoshop-Lexikon« im deutschsprachigen Raum und teilt sein Wissen in DOCMA, in Video­kursen und in Seminaren.

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2 Kommentare

  1. Dieser Versionsfehler in der Ankündigung passt sehr gut zu DxO. Seit die Nik-Collection übernommen wurde Muss man Neuerungen mit der Lupe suchen, andere Firmen würden so kleine Änderungen in der Versionsnummer irgendwo weit hinter dem Punkt verstecken, doch was tut man, wenn man praktisch nur mit neuen Versionen Geld verdienen kann? Man erhöht die Versionsnummer, so einfach kann man es sich machen.
    Dass man nicht mal ein Konzept für eine konsistente Benutzeroberfläche schafften, sagt ja alles. Doch wird es eher so sein, dass sich niemand darum bemüht hat, weil niemand bei DxO wirklich einen Überblick und schon gar kein Geld für Entwicklung von Software hat.

  2. Vielen Dank für den ausführlichen Bericht. Leider stelle ich auch fest, dass die NIK-Collection in den Jahren der Kommerzialisierung nicht wesentlich verbessert wurde. Aufgrund inzwischen neuerer Hardware (4K/UHD-Auflösungen, mit je nach Monitorgröße skalierter Darstellung) lassen sich die neueren Bedienoberflächen (die im Wesentlichen den meisten Teil der Entwicklung ausgemacht haben) deutlich schlechter nutzen, als die der kostenfreien Version 2. Alle Regler und Vorschaubilder benötigen z.B. bei 200% Bildschirmskalierung des Betriebssystems unglaublich viel Platz, so dass man nur Bruchteile der Bedienelemente sehen kann und viel scrollen muss, um Standardaktionen durchzuführen. Seit über drei Jahren gibt dazu trotz etlicher Supportanfragen vieler Benutzer keine Verbesserung. Bleibt also weiter die Hoffnung, dass DxO die Einnahmen der Updates zur Verbesserung nutzt.

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