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Lightroom/Camera Raw-Profile vs. Vorgaben

Nach meinen letzten Blog-Beitrag erreichten mich viele Anfragen, die deutlich machten, dass vielen Anwendern der Unterschied zwischen Vorgaben und Profilen in Camera Raw beziehungsweise Lightroom nicht klar ist. Deshalb an dieser Stelle einmal eine ganz grundlegende Erklärung des Unterschieds Profile vs. Vorgaben in der Praxis.


Raw-Profile


Eigentlich sind Profile dazu gedacht, verschiedenste Geräte „auf Linie“ zu bringen. Sie sollen also – je nach Kamera – für eine korrekte Helligkeit und für Farbtreue sorgen. Nun kann man solche Profile (mit der Adobe SDK erstellt) aber nicht nur korrigieren, sondern auch stilisieren.

Deshalb können Sie Profile auch beispielsweise über die Vorgaben-Funktion in Camera Raw erzeugen, indem Sie im Reiter »Vorgaben« mit gehaltener »Alt«-Taste auf die Schaltfläche für »Neue Vorgabe« klicken. Im sich öffnenden Dialog können Sie nun auch LUTs als Bestandteil des Profils laden.

Lightroom/Camera Raw-Profile vs. Vorgaben
Eigene Profile können Sie im Camera Raw-Dialog anlegen, indem Sie mit gehaltener Alt-Taste auf »Neue Vorgabe« klicken.

Ist ein Profil nur eine Vorgabe wie jede andere?


Ein Profil verändert die Farben und die Helligkeit von Fotos. Insofern ist es schon irgendwie nur eine Vorgabe. Anders als Lightroom- oder Camera Raw-Vorgaben ändert das Anwenden eines Profils jedoch nicht die Stellungen der Entwicklungsregler. Wenn Sie beispielsweise drei unterschiedlich belichtete Fotos über »Belichtung« ungefähr gleich hell gestalten, können Sie ein Profil anwenden, um diese drei Bilder in gleicher Weise in Farbigkeit und Helligkeit zu verändern. Die Regler bleiben dabei in der von Ihnen gewählten Einstellung, der Look der Bilder kann sich jedoch massiv verändern.

Dasselbe ist durch Anwenden einer Camera Raw-Vorgabe so nicht möglich. Denn wenn diese beispielsweise eine Aufhellung des Bildes mittels »Belichtung« enthält, dann werden die von Ihnen zuvor gewählten Einstellungen einfach überschrieben. Die drei von Ihnen in der Helligkeit ausgeglichenen Bilder wären also wieder unterschiedlich hell.

Einfach ausgedrückt: Profile bieten die Möglichkeit, Bilder zu verändern, ohne an Ihren Raw-Einstellungen herumzupfuschen.

Beste Grüße,

Olaf

Olaf Giermann
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Olaf Giermann

Sein Erstkontakt mit Photoshop erfolgte 2003 an der Uni, an der das Programm als reine Scanner-Software eingesetzt wurde. Inzwischen gilt Giermann sprichwörtlich als das »Photoshop-Lexikon« im deutschsprachigen Raum und teilt sein Wissen in DOCMA, in Video­kursen und in Seminaren.

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