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Kugelschreiber-Effekt: Eine ziemlich coole Aktion – mit einigen Haken

In meiner Freunde-Facebook-Timeline bin ich über eine sehr interessante Empfehlung für eine Scribble-Aktion für Photoshop gestolpert: den Kugelschreiber-Effekt.

Kugelschreiber-Effekt
Mein Quick & Dirty-Ergebnis mit der verlinkten Aktion und den von mir beschriebenen Schritten.

Die Empfehlung kam von Rufus Deuchler – und, falls es Sie interessiert: Rufus ist Adobe Evangelist. Mit diesem sehr sympathischen Kollegen hatte ich schon einige Videos bei Video2Brain gemeinsam aufgenommen und publiziert. Aber das nur am Rande, denn spannend für Sie ist vor allem die kostenlose Aktion, mit der Sie Fotos in ziemlich cool aussehende Kugelschreiberskizzen verwandeln können.

Kugelschreiber-Effekt: Download und Installation

Alle Infos und Installationshinweise finden Sie in englischer Sprache unter diesem Link.

Falls Sie kein Englisch können und auch noch eine deutsche Version von Photoshop anwenden, werden Sie damit wenig glücklich werden. Deshalb versuche ich im Folgenden, diese Aktion dennoch für GENAU SIE nutzbar zu machen.Scrollen Sie zunächst runter bis zu diesem Punkt …

Kugelschreiber-Effekt
Der Download-Link

… und klicken Sie auf den Link.

Es öffnet sich diese Seite, auf der ich im Screenshot die wichtigen Downloads markiert habe:

Kugelschreiber-Effekt

Ich vermute einmal, dass Sie für den Download mit Ihrer Adobe-ID angemeldet sein müssen. Getestet habe ich das jetzt nicht extra. Nach dem Download sollten Sie im Ordner »Scribble Artist Action Set and Guides« jedenfalls die im Screenshot abgebildeten Dateien finden.

Das Laden der Vorgaben ist viel einfacher als in der englischen Beschreibung geschildert: Es reicht ein Doppelklick oder ein Drag & Drop der Presets auf das Photoshop-Programmsymbol. Anwender von Photoshop CC 2019 laden und nutzen die Aktion »Scribble Artist – Action CC 2019.atn«, die Nutzer von früheren Versionen die Aktion »Scribble Artist – Action.atn« im gezeigten Unterordner rechts.

Kugelschreiber-Effekt: Aktionen – die üblichen Probleme … seufz

Das Funktionsprinzip und das Ergebnis der Aktion ist wirklich genial, aber wieder einmal von einem Nutzer der englischen Version von Photoshop aufgezeichnet, den es überhaupt nicht schert, ob seine Aktion mit jedem Bild oder gar einer fremdsprachigen Versionen, wie etwa der deutschen, funktioniert, und die einiges voraussetzt, damit sie überhaupt funktioniert. Zudem gibt es – je nach Bild – zwangsläufig immer wieder Hinweise, dass eine Auswahl nicht gemacht werden kann oder unsichtbar ist. Das hängt von der Bildgröße und vor allem der Luminanz bestimmter Bildstellen ab. Hier kommen Sie nicht darum herum, jeden einzelnen Hinweis per Mausklick zu bestätigen. Das ist leider einer Einschränkung der aktuellen Möglichkeiten von Photoshop-Aktionen geschuldet.

Ich hatte für Sie zunächst versucht, die Aktion international anzupassen, dann aber entnervt aufgegeben, weil es wirklich sehr, sehr viele Schritte gewesen wären, die ich hätte anpassen müssen. Deshalb: Falls Sie diesen Effekt ohne großes Generve anwenden wollen, wechseln Sie die Photoshop-Sprache! Wie das geht, hatte ich in diesem Blog-Beitrag bereits erschöpfend beschrieben: Sprache für Photoshop einstellen.

Kugelschreiber-Effekt: Das Funktionsprinzip

Das Funktionsprinzip der Aktion ist übrigens, dass aus der Helligkeitsinformation eines Bildes automatisch Pfade generiert werden, an denen Photoshop-Werkzeuge mit deren Pinselspitzen entlang geführt werden. Neu ist diese ziemlich geniale Idee nicht. Die hatten Doc Baumann und ich zum Beispiel schon vor sieben Jahren in DOCMA 44 (erschienen in 2011) beschrieben, um etwa eine Weichzeichnung um die Kurve zu erzeugen, für die es damals nur sauteure Plug-ins gab und die inzwischen mit der »Pfad-Weichzeichnung« in Photoshop deutlich einfacher und mit besserer Qualität zu erzielen ist. Die hier empfohlene Aktion ist vergleichsweise deutlich aufwendiger und beinhaltet zudem einige für das Ergebnis optimierte Pinselspitzen-Vorgaben.

Kugelschreiber-Effekt
Luminanz in Pfade zu verwandeln ist nichts Neues – nur die kreative Anwendung. Hier zeigte ich in einem DOCMA-Artikel in 2011 wie man in Photoshop mit Werkzeugen entlang von Pfaden um die Kurve weichzeichnen kann. Doc Baumann ergänzte damals meine grundlegende Vorgehensweise  um die geniale Idee der Konvertierung einer Luminanzauswahl zu Kurven – also ziemlich genau das hier Gezeigte.

Kugelschreiber-Effekt: Das müssen Sie tun!

Nachdem Sie alles wie oben beschrieben installiert und Ihre Photoshop-Version auf Englisch umgestellt haben, müssen Sie „nur noch“ vor dem Aufrufen der Aktion eine neue leere Ebene namens mask anlegen (es ist mir absolut unverständlich, warum das kein Teil der Aktion ist!) und das als Zeichnung zu stilisierende Objekt mit irgendeiner Farbe „ausmalen“ (ich nutze lieber das »Schnellauswahl-Werkzeug« oder »Auswahl > Motiv« und fülle dann die Auswahl mit irgendeiner Farbe).

WICHTIG: Es darf neben der Auswahl-Ebene nur die Hintergrundebene vorliegen (Englisch: Background). Wenn keine Background-Ebene vorliegt oder zusätzliche Ebenen existieren, bricht die Aktion ab!

Kugelschreiber-Effekt
Sie müssen vor dem Starten der Aktion eine Auswahl des Motivs erzeugen. Wie Sie dafür vorgehen, spielt überhaupt keine Rolle: Letztendlich muss das Objekt auf einer neuen, leeren Ebene mit Pixeln verdeckt sein. Hier sehen Sie nur meine Auswahl des hübschen Hundes im Maskierungsmodus (»Q«). Ich füllte die Auswahl nach Verlassen des Maskierungsmodus mit Grün (siehe unten), um die Aktion anzuwenden. Aber die Füllfarbe ist für die Aktion völlig egal!
Kugelschreiber-Effekt
Das als gezeichnet zu erscheinende Objekt muss auf einer leeren Ebenen über der Hintergrundebene mit einer beliebigen Farbe gefüllt sein (hier: grün).

Ja, und dann … ACTION!

Kugelschreiber-Effekt
Ein Ergebnis der Aktion, wenn Sie sie einmal zum Laufen gebracht haben.

Wie auch immer … Das Ergebnis ist ziemlich genial, oder?

Liebe Grüße,

Olaf

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Olaf Giermann

Sein Erstkontakt mit Photoshop erfolgte 2003 an der Uni, an der das Programm als reine Scanner-Software eingesetzt wurde. Inzwischen gilt Giermann sprichwörtlich als das »Photoshop-Lexikon« im deutschsprachigen Raum und teilt sein Wissen in DOCMA, in Video­kursen und in Seminaren.

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