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Fotobücher in Hamburg

Das erste Fotobuchfestival in Hamburg sollte Fachleuten, interessierten Laien, Bücher- und Kunstliebhabern eine Plattform bieten, sich intensiv über das Medium Fotobuch auszutauschen.

Anfang Juni 2010 fand in Hamburg das erste Fotobuchfestival statt, ausgerichtet vom Freundeskreis des Hauses der Fotografie in den Deichtorhallen. Es sollte Fachleuten, interessierten Laien, Bücher- und Kunstliebhabern eine Plattform bieten, sich intensiv über das Medium Fotobuch auszutauschen. Das Publikum war international, der Rahmen würdevoll, nur das Gebotene wollte all dem nicht so recht entsprechen. Von der langen Liste der Sponsoren war nur ein kleiner Teil mit Ständen vertreten, die Vorträge dienten in erster Linie der Selbstbeweihräucherung der Referenten, und wer als Laie seine Arbeiten von einem der anwesenden Verlagsvertreter beurteilt sehen wollte, muss dafür extra bezahlen.
Das an sich wäre ja auch im Grund nichts Schlimmes, wenn ein solches Mappenviewing nicht mit den Ziel unternommen würde, den potenziellen Autoren Druckkostenbeiträge in vier- bis fünfstelliger Höhe abzuknöpfen, damit ihre Arbeiten anschließend im eigenen Hause verlegt werden. Ähnliches kennt man aus der Literaturverlagslandschaft, nur dass dort die Verlag und ihre Autoren nicht ernst genommen werden. In der Welt der Fotobücher ist das scheinbar noch anders. Hier kommen inzwisschen im Jahr ca. 1000 neue Titel auf den Markt, von denen kaum einer signifikant hohe Auflagen errricht. Im Gegenteil, für die meisten gilt es schon als Erfolg, wenn die Erstauflage nicht verramscht werden muss. Bücher, die in dritter Auflage verlegt werden, kommen auf Stückzahlen von 4500 Exemplaren. Das sind dann schon Bestseller. Kein Markt zu Geldverdienen also, aber einer, der sich die Befriedigung von Eitelkeiten teuer bezahlen lässt.
Und nun hat der Fotobuchmarkt auch ein Festival im Norden der Republik. Und dazu noch eins, bei dem man im Museumsbuchladen nebenan mehr und interessantere Exponate findet als in der Veranstaltung gezeigt werden.

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