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Bildfehler auf Monitoren mit geringem Farbumfang erkennen

In meinem Blogbeitrag letzter Woche testete ich das neueste Huion-Stift-Display. Eine berechtigte Frage in den Kommentaren war, was denn diese „145 % sRGB“ bedeutet. Tja, wer weiß das schon. 😉 Wichtig ist aber, die Grenzen des verwendeten Bildschirms einzuschätzen. Das bedeutet: Wie kann man denn Bildfehler vermeiden, wenn man nicht gerade den besten Monitor verwendet?

Bildfehler auf Monitoren mit geringem Farbumfang erkennen
Bildcredit: www.colormanagement.org/de/monitortest.html

Farbumfang des Monitors beurteilen

Das Gamutlimit-Testbild stammt von basiccolor.de – die Seite ist geschätzt mindestens digitale drei Millionen Jahre alt, ist aber nach wie vor sehr hilfreich, die Leistungsfähigkeit Ihres Monitors zu beurteilen. Das Testbild müssen Sie herunterladen und in einer Software mit aktivem Farbmanagement öffnen und beurteilen. Sehen Sie die Streifen in allen drei Einzelbildern, sind Sie technisch einwandfrei aufgestellt. Falls nicht, probieren Sie die folgenden Tipps aus.

Hier ein Foto meines per iPhone abfotografierten Monitors, denn auf einem Screenshot würden alle drei Bilder aufgrund der Profilierung identisch aussehen. Erkennt man (nicht auf diesem Screenshot, sondern im geöffneten Originalbild!) in Bild 1 die Farbstreifen, liefert der Monitor einen geeigneten Farbumfang für alle denkbaren Real-World-Anwendungszwecke. Erkennt man sie in Bild 2, ist der Monitor gut genug für die meisten Bildbearbeitungszwecke. Falls man auf Bild 3 die Streifen nicht sieht, sollten Sie den Monitor in den Müll werfen oder zum Optiker gehen. ;-)   Interessant: Die punkt-musterartigen Reflexionen des Lidarsensors im rechten Bereich von Bild 2 (eine andere Erklärung habe ich für dieses Muster jedenfalls nicht). Bildcredit: www.colormanagement.org/de/monitortest.html
Hier ein Foto meines per iPhone abfotografierten Monitors, denn auf einem Screenshot würden alle drei Bilder aufgrund der Profilierung identisch aussehen. Erkennt man (nicht auf diesem Screenshot, sondern im geöffneten Originalbild!) in Bild 1 die Farbstreifen, liefert der Monitor einen geeigneten Farbumfang für alle denkbaren Real-World-Anwendungszwecke. Erkennt man sie in Bild 2, ist der Monitor gut genug für die meisten Bildbearbeitungszwecke. Falls man auf Bild 3 die Streifen nicht sieht, sollten Sie den Monitor in den Müll werfen oder zum Optiker gehen. 😉 Interessant: Die punkt-musterartigen Reflexionen des Lidarsensors im rechten Bereich von Bild 2 (eine andere Erklärung habe ich für dieses Muster jedenfalls nicht). Bildcredit: www.colormanagement.org/de/monitortest.html

Tipp 1: Kanäle kontrollieren

Kontrollieren Sie die einzelnen Farbkanäle! Das geht durch Anklicken der Kanäle in der »Kanäle«-Palette von Photoshop – oder schneller per Shortcut »Strg/Cmd-3 bis 5«. Mit »Strg/Cmd-2« schalten Sie wieder auf die Composit-Ansicht zurück (also auf die normale Darstellung eines Fotos).

DIe Ansicht im Rot-Kanal (»Strg/Cmd-Alt-3«. Bildcredit: www.colormanagement.org/de/monitortest.html. Bildfehler auf Monitoren mit geringem Farbumfang erkennen
DIe Ansicht im Rot-Kanal (»Strg/Cmd-Alt-3«. Bildcredit: www.colormanagement.org/de/monitortest.html

Tipp 2: Solarisationskurve

Zuletzt hatte ich unseren Lesern diese wertvolle Visualisierung in der DOCMA-Akademie „Visuelle Hilfsmittel“ von Heft 99 vorgestellt (inklusive zur Verfügung gestellter Ein-Klick-Aktion zum Anlegen dieser und weiterer Ebenen). Sie hilft beim Aufspüren vieler Arten von Bildfehlern – sei es verpatzten Maskierungskanten, Verläufen oder bei der Retusche vergessenen Makeln. Die Solarisationskurve offenbart auch bei diesem Testbild jeden Fehler, den Sie auf einem minderwertigen Bildschirm nicht einmal angezeigt bekommen.

Falls Sie auf Ihrem Monitor keine Fehler im Testbild erkennen sollten … (Bildcredit: www.colormanagement.org/de/monitortest.html) Bildfehler auf Monitoren mit geringem Farbumfang erkennen
Falls Sie auf Ihrem Monitor keine Fehler im Testbild erkennen sollten … (Bildcredit: www.colormanagement.org/de/monitortest.html)
… hilft eine Solarisationskurve, diese sichtbar zu machen. (Bildcredit: www.colormanagement.org/de/monitortest.html) Bildfehler auf Monitoren mit geringem Farbumfang erkennen
… hilft eine Solarisationskurve, diese sichtbar zu machen. (Bildcredit: www.colormanagement.org/de/monitortest.html)

So sieht die eingesetzte Solarisationskurve übrigens aus:

Solarisationskurve – der "Trick" funktioniert übrigens nicht nur in Photoshop sondern in jeder Bildbearbeitungssoftware, die eine »Gradationskurve« in petto hat. Also jedes halbwegs ernsthafte Programm. ;-) Bildfehler auf Monitoren mit geringem Farbumfang erkennen
Solarisationskurve – der „Trick“ funktioniert übrigens nicht nur in Photoshop sondern in jeder Bildbearbeitungssoftware, die eine »Gradationskurve« in petto hat. Also jedes halbwegs ernsthafte Programm. 😉

Um auf den Farbumfang des Huion-Displays zurückzukommen …

Auf die unter meinem Blogbeitrag zum Huion gestellte Frage kann ich unter Verwendung des oben verlinkten Testbilds feststellen, dass die Streifen in Bild 2 und 3 problemlos erkennbar sind. Die Streifen in Bild 1 erkenne ich noch gerade so auf meinem Wacom Cintiq Pro 32 (98 % Adobe RGB!), aber überhaupt nicht auf dem Huion. Um den nuancierten Unterschied erkennen zu können, benötigt man aber einen geübten Blick und damit einen hohen Anspruch.

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Olaf Giermann

Sein Erstkontakt mit Photoshop erfolgte 2003 an der Uni, an der das Programm als reine Scanner-Software eingesetzt wurde. Inzwischen gilt Giermann sprichwörtlich als das »Photoshop-Lexikon« im deutschsprachigen Raum und teilt sein Wissen in DOCMA, in Video­kursen und in Seminaren.

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