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Adobe-Updates für Photoshop- und Lightroom: Drei Tipps zu Camera Raw 12.3

Olafs Tipp zum Wochenende

Adobe-Updates für Photoshop- und Lightroom: Drei Tipps zu Camera Raw 12.3
Die prominenteste Neuerung im Juni-Update von Photoshop ist wohl die komplett neue Camera Raw-Oberfläche. Sie wirkt auf den ersten Blick etwas unübersichtlich, aber nach etwas Gewöhnung kann ich zumindest damit deutlich schneller arbeiten als zuvor.

Das Juli-Update von Adobe ist erschienen, mit neuen Funktionen und Verbesserungen für alle Kreativprogramme.

Auf alle neuen Funktionen der Adobe-Updates werde ich hier nicht eingehen, denn Übersichten dazu finden Sie bereits auf dem Adobe-Blog und in der Adobe-Hilfe:

Adobe-Updates – Meine Meinung zum Photoshop-Update

Für mich insgesamt ein sehr gelungenes Update, das – zumindest auf meinem Mac – wohl die mit Abstand schnellste Photoshop-Version seit Photoshop CC 2018 ist. Das zieht sich durch die gesamte Programmoberfläche, am deutlichsten ist der Performance-Gewinn für mich aber beim Malen und malendem Maskieren spürbar. Endlich gibt es keinerlei Verzögerungen mehr, die mutmaßlich dem Umbau des sogenannten CompCores geschuldet waren, der nun abgeschlossen ist. Ich empfehle deshalb auch nicht mehr die Voreinstellung „Älteres Compositing verwenden“ wie noch in den ersten Versionen von Photoshop 2020.

Deutlich verbessert wurde auch die Funktion »Auswahl > Motiv«, die nun bei erkannten Personen im Bild deutlich bessere Auswahlen der Motivkanten und vor allem Haare erzeugt.

Die hervorstechendste Neuerung in Photoshop ist aber wohl das komplette Neudesign von Camera Raw.

Adobe-Updates – Meine Meinung zum völlig neuen Camera Raw

Camera Raw erinnert jetzt mehr an Lightroom: Die Panels sind jetzt vertikal untereinander angeordnet und es können auch mehrere gleichzeitig geöffnet sein. Auch das Zoomen funktioniert jetzt wie in Lightroom mit nur einem Klick – anders als in Lightroom können Sie aber auch, wie aus Photoshop gewohnt, jederzeit stufenlos zoomen (auch wenn die Shortcuts dafür je nach aktuellem Tool ganz andere sind. Schlimm!).

Ich muss aber auch mal wieder sehr kritisch draufhauen: Extrem praktisch, aber total hässlich umgesetzt, ist das Ausblenden nicht benötigter Schieberegler: Da gibt es jetzt sehr, sehr viele kleine Dreiecksymbole rechts in der Programmoberfläche, die dadurch extrem unruhig und unübersichtlich wirkt. Zum Glück merkt sich Camera Raw die ein- und ausgeklappten Panels. Muss man also nicht jedes Mal alles neu einstellen. Ganz mieses Design ist übrigens im Panel „Geometrie“ zu finden: Die »Upright«-Versionen sind alle ausgegraut, wirken also so, als wenn diese Funktionen nicht verfügbar wären. Sind sie aber. Nun ja. Übrigens wurden auch das Hand- und das Zoom-Tool entfernt. Mmmmmhhhh …

Der letzte Absatz klingt jetzt sehr negativ und ich hätte noch viel mehr Details, die zu verbessern und zu kritisieren wären. Insgesamt sind es aber meiner Meinung nach nur noch Details und einige kleinere Verbesserungen der Vorschauoptionen (und dem ganzen Standard-Settings-, Vorlagen- und Profil-Konzept … aber ich schweife schon wieder ab … ), an denen Adobe noch feilen muss.

Denn nach einer kurzen Umgewöhnung kann man mit der neuen Camera Raw-Version viel schneller und effizienter arbeiten als mit früheren Versionen. Vor allem durch das Lightroom-artige Zoomen (das man in den Voreinstellungen aber auch ausschalten kann), durch die neue vertikale Anordnung der Werkzeuge auf der rechten Seite (und dadurch deutlich kürzere Mauswege) und durch die Möglichkeit, mehrere Panels manuell oder automatisch offen halten zu können.

Bei aller gerechtfertigten Kritik: Alles in allem liebe ich die neue Camera Raw-Oberfläche! 👍 Danke und wurde auch Zeit, Adobe! 🙂

Drei Tipps zum neuen Camera Raw

Adobe-Updates – Tipp 1:
Können/wollen Sie sich nicht an das neue Ein-Klick-Zoomverhalten gewöhnen, mit dem Sie zwischen der eingepassten Anzeige und einer vorgewählten Zoomstufe wechseln können? Dann können Sie entweder mit gehaltener »Alt«-Taste durch Klicken und Ziehen zoomen. Oder Sie können das alte Verhalten wählen, indem Sie in den Camera Raw-Voreinstellungen, die im Deutschen missverständlich oder gar falsch benannte Option „Lightroom zum Zoomen und Schwenken“ deaktivieren.

Adobe-Updates für Photoshop- und Lightroom: Drei Tipps zu Camera Raw 12.3
Hier stellen Sie bei Bedarf das Zoomverhalten in Camera Raw um. Ich empfehle Ihnen aber, sich etwas Zeit zu nehmen und sich auf das neue Zoomverhalten einzustellen. Anders als in Lightroom können Sie bei Bedarf hier immer noch stufenlos zoomen.

Adobe-Updates – Tipp 2:
Ein großer Vorteil der neuen Camera Raw-Version ist, dass Sie mehrere Panels gleichzeitig geöffnet haben können. Möchten Sie das nicht, wechseln Sie einfach den Modus! Nach einem Rechtsklick auf die Panel-Überschriften wählen Sie zwischen dem Einzel- oder Multibedienfeldmodus. Der dritte Modus »Reaktionsfähiges Bedienfeld« (hach, diese merkwürdigen Übersetzungen immer …) versucht so viele Panels offen zu halten, wie auf Ihren Bildschirm passen. Öffnen Sie ein weiteres Bedienfeld, schließt sich jeweils ein anderes, damit das geöffnete Bedienfeld vollständig sichtbar ist.

Adobe-Updates für Photoshop- und Lightroom: Drei Tipps zu Camera Raw 12.3
Das Verhalten der Bedienfelder stellen Sie einfach mit einem Rechtsklick um.

Adobe-Updates – Tipp 3:
Die einzelnen Bedienfelder haben nun jeweils ein Augensymbol. Das zeigt nicht nur an, in welchem Panel Sie Änderungen vorgenommen haben, sondern dient auch der Vorher/Nachher-Vorschau der vorgenommenen Korrekturen. Möchten Sie die Änderungen eines Bedienfelds zurücksetzen, halten Sie die »Alt«-Taste gedrückt und klicken auf den Header des entsprechenden Panels.

Mit gehaltener »Alt«-Taste lassen sich die Einstellungen einzelner Bedienfelder zurücksetzen.

Na gut, einen hab ich noch: Glücklicherweise lässt sich Camera Raw nun nicht mehr durch Drücken der »Escape«-Taste unabsichtlich schließen. Sie können also »Escape« jetzt bedenkenlos zum Abbruch anderer Funktionen nutzen. Möchten Sie Camera Raw dennoch per Shortcut verlassen, nutzen Sie »Shift-Escape«.

Adobe-Updates für Photoshop- und Lightroom – Viel Spaß mit den neuen Versionen und beim Ausprobieren der Tipps wünscht Ihnen Olaf Giermann


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Olaf Giermann

Sein Erstkontakt mit Photoshop erfolgte 2003 an der Uni, an der das Programm als reine Scanner-Software eingesetzt wurde. Inzwischen gilt Giermann sprichwörtlich als das »Photoshop-Lexikon« im deutschsprachigen Raum und teilt sein Wissen in DOCMA, in Video­kursen und in Seminaren.

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