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Dresden in 3D auf Google Earth

Mit Dresden ist das größte 3D-Stadtmodell der Welt auf Google Earth online gegangen.

Mit Dresden ist am 9. Juli 2007 das größte 3D-Stadtmodell der Welt auf Google Earth online gegangen. Rund 150.000 Gebäude der sächsischen Landeshauptstadt sind damit nun auch virtuell im Netz verfügbar. Für die realitätsgetreue Umsetzung zeichnet einmal mehr das Potsdamer Unternehmen 3D Geo verantwortlich, das als Spin-off-Unternehmen aus dem Hasso-Plattner-Institut hervorgegangen ist und bereits die 3D-Umsetzung von Berlin auf Google Earth durchführte.
Während der Fokus von Google und Microsoft bei seinen 3D-Kartendiensten in der Vergangenheit meist auf den US-amerikanischen Markt gerichtet war, gilt die Umsetzung des umfangreichen Stadtmodells auch als technologischer Erfolg der Europäer. Was die Geovisualisierung betrifft, sind Europa und insbesondere die DACH-Region nach Ansicht des 3D Geo-Geschäftsführers Marc Hildebrandt absolut führend. Der kommerzielle Fokus der großen Player auf den US-Markt sei dabei irreführend. „Dass derzeit in erster Linie US-Städte hochauflösend und in 3D auf den besagten Plattformen verfügbar sind, heißt gar nichts. Die Technologie dahinter sowie die konzeptionellen Entwicklungsimpulse stammen zumeist aus Europa“, so Hildebrandt.
Neben 3D Geo zählt vor allem das ursprünglich österreichische Unternehmen Vexcel zu den europäischen Aushängeschildern bei 3D-Visualisierung. Es wurde von Microsoft im Zuge seiner Investitionen in die Google-Earth-Konkurrenzplattform Virtual Earth übernommen und arbeitet an der fotorealistischen 3D-Umsetzung von mehr als 3.000 Städten in den nächsten fünf Jahren. Ungeachtet des europäischen Know-hows, das zu einem Großteil aus Graz stammt, sollen in einem ersten Schritt aber wiederum vor allem US-Städte virtuell umgesetzt werden. Microsoft hat jedoch versprochen, schon bald auch in Europa mit entsprechendem Kartenmaterial nachziehen zu wollen.
Als weiteren Beweis für die europäische Hausmacht bei 3D-Virtualisierungstechnologien werten Experten zudem die Entwicklung des sogenannten CityGML-Standards, an dem etwa das Hasso-Plattner-Institut federführend beteiligt ist. „Das Problem bei Stadtmodellen in der Vergangenheit war, dass sie zwar schön anzusehen, aber in anderen Systemen nicht weiter bearbeit- oder verwendbar waren“, so Hildebrandt. Mithilfe des Standards soll nun eine bessere Interoperabilität der Modelle und der darin enthaltenen Informationen gewährleistet werden.

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