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Moiré aus Stoffmustern entfernen

Unser Leser Lutz Weil hat angefragt, wie er unerwünschte Moiré-Effekte entfernt, die beim Ausdruck von Fotos entstehen, auf denen Herren in feingestreiften oder karierten Anzügen zu sehen sind. Doc Baumann antwortet.

Unser Leser Lutz Weil hat angefragt, wie er unerwünschte Moiré-Effekte entfernt, Doc Baumann hat geantwortet. Leider ist der Moiré-Effekt im Druck (wahrscheinlich wegen unserer exzellenten Druckqualität mit Spezialraster) verlorengegangen. Auf den folgenden, ungerasterten RGB-Bildern sehen Sie ihn dagegen deutlicher, wenn Sie die Bilder durch Anklicken vergrößern.

Feingestreifte oder karierte Muster in Kleidungsstücken neigen im Ausdruck zu einem Moiré-Effekt. Unser Leser Lutz Weil frage an, wie man diesen schnell und einfach entfernt. Doc Baumann antwortet.
Das Problem beim Moiré ist allerdings, dass es entsteht, wenn man es nicht will ? aber nicht unbedingt dann, wenn man genau das anstrebt. Insofern können wir nur hoffen, dass Sie den gewünscht unerwünschten Effekt auf Ihrem Bildschirm (nach einem Klick auf das Bild) auch tatsächlich sehen. Sollte das nicht der Fall sein, verändern Sie die Darstellungsgröße. In der gedruckten Ausgabe der DOCMA 39 war der Effekt auf dem Proof deutlichzu sehen, im gedruckten Heft ist er jedoch nicht zu erkennen.

Wie lässt sich vorgehen, um die Moirés zu entfernen? Erster Versuch: Jackett auswählen, mit ?Strg-/Befehlstaste-J? auf eine neue Ebene duplizieren, Gaußschen Weichzeichner mit Radius 1,5 Pixel anwenden. Das Moiré ist (hoffentlich) weg ?aber schnell und einfach ist das nicht. Außerdem ist das Streifenmuster nun auch an Stellen gesoftet, an denen das gar nicht nötig gewesen wäre. Aber wie schränkt man die Korrektur auf Problemzonen ein?

Wandeln Sie die Hintergrundebene des Originals in ein Smart-Objekt um und weisen Sie als Smart-Filter den Gaußschen Weichzeichner mit dem zuvor verwendeten Wert zu. Die automatisch erzeugte Filtermaske invertieren Sie zu schwarz. Malen Sie dort unter Sichtkontrolle mit einem großen, weich begrenzten, weiß gefüllten Pinsel, um so in Bereichen mit sichtbarem Moiré die weichgezeichneten Bereiche gezielt freizulegen. Das geht schnell, benötigt keine Auswahl und ist jederzeit reversibel. Nun müssen Sie etwas experimentieren und das am Monitor sichtbare Bild mit dem des Drucks abgleichen. So kann es sein, dass das Moiré bei einem Ansichtsmaßstab von 100 % nicht erkennbar ist, aber bei 66 oder 50 %. Merken Sie sich, bei welchem Maßstab die Störung am Monitor gut zu erkennen ist.

Anwender ­älterer Photoshop-Versionen gehen so vor: Ebene duplizieren, den Gaußschen Weichzeichner auf die obere Ebene anwenden, schwarze Ebenenmaske dafür anlegen (das geht am schnellsten, wenn Sie mit gedrückter Alt-Taste am Fuß der Ebenenpalette auf das Symbol für ?Ebenenmaske hinzufügen? klicken). Einziger Nachteil dabei: Sie können eine zu starke Weichzeichnung nicht ohne weiteres zurücknehmen; eine zu schwache lässt sich dagegen durch erneute Filteranwendung verstärken. Mit einem Smart-Filter entsteht dieses Problem nicht, weil Sie den Filterdialog jederzeit wieder aufrufen und die eingegebenen Werte verändern können. Zeigt es sich, dass das Moiré auch mit einem geringeren ­Pixelradius der Weichzeichnung zum Verschwinden gebracht werden kann, so wählen Sie natürlich diese Parameter, da das Bild dadurch weniger beeinträchtigt wird und trotzdem der gewünschte Effekt eintritt.

Dieser Workshop stammt aus DOCMA 39 (2-2011). Sie können das Heft direkt bei uns im Webshop bestellen.

Das Inhaltsverzeichnis und die Arbeitsmaterialien zu den Workshops im Heft finden Sie hier

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