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Drahtloses Tethering im WLAN

Drahtloses Tethering im WLAN

Drahtloses Tethering im WLAN

Zur Fernsteuerung (Tethering) Ihrer Kamera genügt heute oft ein Smartphone oder Tablet. Die fortlaufende Weiterentwicklung der USB-Schnittstelle kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass Kabelverbindungen mittlerweile als überholt gelten. Beim drahtlosen Tethering werden die Daten zur Kamerasteuerung in einem Funknetz ausgetauscht, so dass die Stolperfalle Kabel wegfallen kann. Michael J. Hußmann und Christoph Künne haben exemplarisch die von vier Herstellern angebotenen Apps zur Kamera­steuerung ausprobiert und zeigen, wo die Stärken und Schwächen des drahtlosen ­Tetherings liegen.

Das Fernsehprogramm schalten wir per Infrarot-Fernbedienung um, das Smartphone tauscht Daten per Mobilfunk, WLAN und Bluetooth aus, und selbst die drahtlose Energieübertragung, von der Nikola Tesla einst träumte, ist heutzutage Realität. Warum also sollten wir unsere Kameras mit dem Computer verkabeln müssen, um ihre Speicherkarte auszulesen oder sie gleich gänzlich fernzusteuern (siehe Seite 60)?

Fujifilm legt seinen Kameras kein USB-Kabel mehr bei, auch wenn die Schnittstelle selbst noch vorhanden ist. Leica hat die M-Baureihe gar nicht erst mit einer USB-Buchse ausgestattet. Stattdessen zählt ein WLAN-Modul zunehmend zur Standardausstattung aktueller Kameramodelle, gleich­gültig ob es sich um Systemkameras für professionelle Anwender oder um Amateurmodelle handelt.


Drahtloses Tethering im WLAN: Wer mit wem


Mit dem Wechsel vom Kabel zum Funknetz müssen Sie sich allerdings umgewöhnen: Statt Ihre Kamera über das Tethering-Modul einer vertrauten Software wie Lightroom zu steuern, die viele Modelle verschiedener Hersteller in einheitlicher Art unterstützt, brauchen Sie zur Nutzung aller Funk­tionen eine proprietäre App, die Sie auf einem Mobilgerät unter Android oder iOS installieren, sei es ein Smartphone oder ein – wegen seines größeren und höher auflösenden Bildschirms vorzuziehender – Tablet-Computer.

Aber auch die Einbindung einer Kamera in ein Funknetz folgt anderen als den gewohnten Regeln. Am Arbeitsplatz oder zuhause wird ein Funknetz von einem WLAN-Router aufgebaut, der gleichzeitig alle lokal vernetzten Geräte mit dem Internet verbindet. Unterwegs nutzt man Hotspots, die ähnlich funktionieren. Prinzipiell könnte man auch eine Kamera so vernetzen und Leica hatte sich ursprünglich dafür entschieden. Diese Methode versagt jedoch, wenn man mit der Kamera unterwegs ist und weitab irgendeines Hotspots fotografieren will. Der einzige Ausweg besteht dann darin, mit dem Smartphone einen mobilen Hotspot aufzubauen, bei dem sich die Kamera einbuchen lässt.

Wegen dieses Nachteils bevorzugen die Kamerahersteller ein anderes Verfahren. Wenn die WLAN-Funktion (meist wie im englischen Sprachraum gebräuchlich als „Wi-Fi“ bezeichnet) aktiviert ist, baut die Kamera ein eigenes Funknetz auf, bei dem sich dann ein Smartphone, ein Tablet, aber prinzipiell auch ein Desktop-Computer anmelden kann.

Damit wird eine exklusive Verbin­dung zwischen der Kamera und einem anderen Gerät aufgebaut. Ein im gleichen Raum stehender Drucker beispielsweise bleibt außen vor, ebenso das Internet. Da die Kamera nicht weltweit vernetzt ist, verliert auch ein Tablet diese Verbindung, wenn es vom WLAN-Router auf das Funknetz der Kamera umschaltet. Das ist zwar gut für den Datenschutz – ein Hacker am anderen Ende der Welt könnte die Kontrolle über die eingebauten Kameras Ihres Smartphones oder Computers übernehmen, nicht aber über Ihre DSLR –, erweist sich in der Praxis aber oft als nachteilig, weil dem Mobilgerät der sonst selbstverständliche Zugriff auf ­Internetdienste verschlossen bleibt.


Drahtloses Tethering im WLAN: Wo bleiben die Bilder?


Eine Kamera im Tether-Modus speichert die Bilddaten normalerweise direkt auf der Festplatte des über USB angeschlossenen Computers. Bei einer drahtlosen Verbindung dagegen schreibt die Kamera die Bilder zunächst auf einer Speicherkarte; per Funk werden üblicherweise nur niedrig aufgelöste Vorschaubilder übertragen, sofern Sie die Dateien nicht ausdrücklich importieren. Das trägt dem geringeren Durchsatz der drahtlosen Verbindung Rechnung, vor allem aber der oft stark beschränkten Speicherkapazität eines Mobilgeräts. Stattdessen genügt es aber meist, die Bilder erst nach Ende der Foto-Session per USB oder über einen Kartenleser zu übertragen – auf das Tablet oder Smartphone, oder besser gleich auf die Festplatte eines Computers.

 


Wenn Sie wissen möchten, was die Fernsteuerungs-Apps der einzelnen Hersteller leisten, lesen Sie weiter in der neuen DOCMA 75 (Ausgabe 2/2016).


 

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